Ausbildung: Zum Freitauchlehrer beim IAC – Vorbereitung

Vier intensive Tage im Wasser, unter Wasser und im Theorieraum aus der Sicht einer Teilnehmerin

Eigentlich sollte alles ganz anders laufen und vielleicht nicht als Freitauchlehrer /in  beim IAC enden. Zunächst stand im Focus, den Apnoe Übungsleiter beim BLTV / VDST zu machen, doch unterm Strich war dieser Weg in Bayern viel zu kompliziert. So zog sich die Entscheidungsfindung rund zwei Jahre hin, in der sich aber unsere Apnoe – Redakteurin Petra in verschiedenen anspruchsvollen Freitauch – Workshops intensiv weiterbildete. Dann ging es nach einem Gespräch mit Werner Giove, Freitauchinstructor und Instructortrainer beim IAC, sehr schnell.

Michael: Wenige Wochen später begann kurz vor Weihnachten 2019 der viertägige Lehrgang, der uns an drei Destinationen führte, um die verschiedenen Ausbildungsteile zu absolvieren. Kurzerhand entschied ich, Petra als Reporter beim Lehrgang für unser Magazin zu begleiten, aber nicht nur vom Beckenrand aus.

Als ich Werner Giove / Freedive Academy meine Idee mitteilte, war er sofort davon begeistert. Er ging sogar einen Schritt weiter und bot mir an, den Lehrgang aktiv mitzumachen, nachdem er den Grad meiner Freitauchausbildung ausgelotet hatte. Schweren Herzens konnte ich das aber nicht realisieren, denn ich hätte für die Teile der Tieftauchlehrproben erst an meinem Druckausgleich arbeiten müssen, doch dafür reichte die Zeit nicht.

Trotzdem ich war immer hautnah dabei. Und vor allem konnte ich Petra ganz einfach damit unterstützen, dass sie nicht selber von München nach Siegburg, dann nach Wiesbaden und Groß-Gerau fahren musste. Das Geheimnis erfolgreichen Freitauchens, egal in welcher Disziplin, ist das entspannte Herangehen ans Training und die Ausbildungsziele. Wenn dann nicht auch noch Kilometer um Kilometer auf der Straße abgespult werden muss, ist die Ausgangssituation schon einmal optimiert.

Und jetzt kommt Petra allein zu Wort.

Vorbereitung

Es war nun zwei Jahre her, dass ich bei Andrea Zuccari in Sharm el Sheikh zwei Einzelstunden gebucht hatte für Tieftauchen. Mit Free Immersion (FIM), am Seil mit den Händen nach unten gezogen, erreichte ich dabei 20 Meter. Gefühlt hätte es mehr sein können, doch wie oft heißt das ärgerliche Zauberwort „Druckausgleich“. Für den Instructor sind 20 – 25 Meter als Basiskönnen vorausgesetzt, hier wollte ich noch einmal ansetzen und buchte ein Tieftauchtraining im dive4life mit Werner Giove. Erst kam ich „nur“ bis 17 Meter, bis nach einigen Abstiegen die 20 Meter am Display des Tauchcomputers mir nach dem Auftauchen ein breites Lächeln ins Gesicht zauberte.

Weiter gings dann nach Bonn, um bei Tom Sietas den Workshop für mentale Stärke bei Statik zu besuchen. Für den Freitauch – Instructor müssen 3:00 Minuten geschafft werden. Meine persönliche Bestleistung lag bis dahin schon bei 3:00 Minuten, nach einem Miniworkshop mit Nik Linder, der mich um eine halbe Minute verbessert hatte. Eine weitere halbe Minute legte ich dann bei Tom Sietas nach, Ergebnis 3:30 Statik, ein Polster von 30 Sekunden für die Instructorprüfung. Ich konnte es erst gar nicht glauben, dass es wirklich 3’30 geworden sind. Stolz, fast schwebend teilte ich meine erreichte Zeit Michael mit, der draußen vor dem Bad, auf mich gewartet hatte.

Gefühlt mit leeren Händen ging ich also nicht ins Rennen, was den praktischen Teil betrifft. Aber die 65 Meter Strecke, nagten noch an meinem Selbstbewusstsein, denn trotz Trainingsmöglichkeit in zwei Tauchclubs, sind die Übungsbedingungen fürs Streckentauchen nicht optimal, bei 55 Meter war Schluss. Genau genommen auch kein Wunder, wenn das Training nach anspruchsvollen Arbeitstagen stattfindet und für die mentale Vorbereitung kaum Zeit bleibt.

Paperwork

Die Unterlagen, die ich von Werner Giove zur theoretischen Vorbereitung bekam, füllten einen Aktenordner. So viel….. Wann soll das denn durchgearbeitet und auch noch verinnerlicht werden? Es gibt ja eine Theorieprüfung und eine praktische Lehrprobe musste auch noch gehalten werden. Deren Thema konnte ich aus einem Themenkatalog auswählen. Frau könnte sich das Leben ja etwas einfacher gestalten und ein gefühlt einfaches Thema wählen, aber nein, auch hier spielte mir die Herausforderung einen Streich, auch wenn ich mich nicht unter Druck gesetzt fühlte. Es musste ein Druckausgleich hergestellt werden, nach Art von Frenzel, das wollte ich als Lehrprobe Theorie liefern.

Zu lernen und zu verinnerlichen waren unter anderem diese Theoriebereiche, inhaltlich bezogen auf die später auszubildenden Level:

Allgemeine Sicherheitsregeln beim Freitauchen (nie allein) –
Ausrüstung –
Atem- und Entspannungstechnik –
Trainingsmethoden –
Risiken beim Freitauchen –
Medizin –

Das nur als Auswahl vom komplexen Theoriestoff. Vieles ist sicher nicht neu, wurde bei den bis dahin erworbenen Ausbildungsstufen schon einmal gehört / geprüft und verschwand dann in den Tiefen der Erinnerung. Jetzt muss das Wissen wiederbelebt und durch viele Punkte ergänzt werden, die für einen Tauchlehrer ständig abrufbar sein müssen. Da warten also rund 200 Seiten DIN A 4 auf konzentrierte Aufmerksamkeit. Sich dem Thema am Stück zu widmen, ist für Berufstätige nicht so einfach. So werden die Unterlagen zur Frühstückslektüre und wenn ein Wochenende nicht nur durch Aktivitäten bestimmt wird, gibt’s mal etwas mehr Lernzeit. Dazu war die Lehrprobe auch noch vorzubereiten. Denke ich heute darüber nach, kamen kaum mehr als 20 Stunden dabei heraus. Viel ist das nicht, was mir vielleicht weiterhalf, war das langjährig wirklich große Interesse am Freitauchen und am Bestehen dieses Lehrgangs.

http://freedive-academy.rocks/about-us/  Freitauchausbildung bis zum Tauchlehrer

https://www.diveiac.de/  Tauchverband

Petra Ney

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