Tauchblei am Gurt ist für Freitaucher ein klassischer Teil ihrer Ausrüstung. Seit langem werden mit Kunststoff ummantelte Bleistücke in verschiedenen Farben angeboten, Gelb und Weiß sind hier besonders beliebt. Doch nach einiger Zeit lagern sich unschöne Verschmutzungen ab, die nicht unbedingt als „Patina“ akzeptiert werden müssen.
Wenn man die richtige Airline bucht, ist reichlich Freigepäck kein Thema. Da bereitet es auch keine Probleme, sein eigenes Blei mitzunehmen, weil vor Ort an der Freitauchbasis nur „nackte“ Bleistücke mit etwa 800 Gramm
zur Verfügung stehen. Braucht man zur Kompensation vom Auftrieb des Meerwasser (2 kg), des Anzugs (3 kg) und des eigenen Körpers (2 kg) etwa 6 – 7 Kilogramm, müssen mindestens 9 Stück Tauchblei des an der Basis verfügbaren Materials aufgefädelt werden. Das als Beispiel persönlicher Konfiguration, die in anderen Meeren abweichend sein wird, denn das Rote Meer hat einen hohen Salzgehalt mit entsprechend höherem Auftrieb.
Und weil wir alle ja mittlerweile ein gewisses Umwelt- und Gesundheitsinteresse entwickelt haben, ist der direkte Hautkontakt mit rohem, unbeschichteten Tauchblei nicht mehr gewollt.
Deshalb ging diesmal mein eigenes Blei mit auf die Reise. Ein bisschen retro vielleicht, denn als das Sporttauchen im Roten Meer oder auf den Malediven ganz langsam Fuß fasste, war es in den 70er und 80er Jahren „fast“ normal mit dem eigenen Bleigurt unter dem T-Shirt im Flugzeug zu sitzen, denn vor Ort gab es keine entsprechenden Ressourcen. Weil es zu dieser Zeit auch keine Sicherheitskontrollen gab, war das Vorgehen einfach aber keinesfalls bequem.
Zurück von zwei Wochen Freitauchen in Ägypten, ist das gelb ummantelte Tauchblei nicht mehr sehr ansehnlich. Massive dunkle Ablagerungen haben das leuchtende Gelb verdrängt. Vor allem stammen diese Verfärbungen von schwarzen Gummimatten, auf denen das Equipment, der Gurt ausgebreitet wird und vor dem Anlegen der Ausrüstung auf einer Sitzbank liegt.
Wie mein Tauchblei nun aussieht, gefällt mir gar nicht.
Für mich persönlich ist es ein wichtiger Aspekt, wie die Tauchausrüstung gepflegt wird, ihr Erscheinungsbild ist, egal ob als Frei- Sport- oder Tektaucher. Stelle ich beim Equipment anderer Taucher auffällige Pflege- und Servicemängel fest, mache ich mir meine Gedanken….
Zwischen 13,00 und 15,00 Euro kostet ein Kilostück ummanteltes Blei, das sind bei 6 Kilogramm schon mal 90,00 Euro, die den Body dabei unterstützen, in die Tiefe zu gleiten. Dieser Wert ist es doch wert, gepflegt zu werden.
Ich mache es kurz, die Zauberformel heißt „Meister Proper“ Badreiniger. Jedes Tauchblei einsprühen, kurz einwirken lassen, mit einem Schwamm abreiben, abspülen, fertig. Das Gelb strahl wie neu und das Freitauchequipment wartet auf den nächsten Einsatz.
Oh, der war ja schon….
Michael Goldschmidt
Petra Ney (Titelbild), Michael Goldschmidt
