Scubapro Trockentauchanzug EVERDRY4

EVERDRY4

Mit dem EVERDRY4 hat Scubapro die komfortable Variante eine Trockentauchanzugs für Gewässer mit gemäßigten Temperaturen vorgestellt. Damit will man Kunden erreichen, die lieber mit einem Halbtrockenen abtauchen, weil dieser unter Wasser so viel mehr an Bewegungsfreiheit bietet denn ein Trocki. Dies klassische Vorurteil kann der EVERDRY4 spielend entkräften. Wir haben den Anzug im Süßwasser getestet.

Wochenlang hatten wir auf ein bisschen Sommer gewartet und jetzt, als das Thermometer endlich einmal die 30°C – Marke ergattert, wird ein Trockentauchanzug zum Test in die Redaktion geliefert. Ausnahmsweise passt Scubapros EVERDRY4 dennoch gut in die Zeit, denn dessen 4 Millimeter Super-Stretch Neopren ist nicht für extrem kalte Gewässer gedacht. Am einfachsten trägt man den Anzug direkt auf der Haut, eventuell mit Funktionsunterwäsche, die Schweiß absorbiert. Der Schnitt ist so geführt, dass der EVERDRY4 praktisch wie ein Nass- oder Halbtrockenanzug sitzt, jedoch mit dem Vorteil, dass kein Wasser eindringt und so die Isolationswirkung des Materials deutlich besser ist. Der körpernahe Schnitt lässt auch keinen Raum für einen dicken Unterzieher. Sollte die Wassertemperatur in unseren Seen durchgängig unter etwa 14°C fallen und / oder größere Tiefen angepeilt werden, empfiehlt Scubapro den Unterzieher „Climatec“, der aus dünnem, zweilagigem Material gefertigt ist, das wasserabstoßend und atmungsaktiv ist (ca. € 89,-). Für extrem niedrige Wassertemperaturen ist der EVERDRY nicht gedacht, dafür gibt es andere Modelle aus dem Angebot des selben Herstellers.
Nachdem dieser Trocki auch im Sommer in unseren eher kühl temperierten Seen ideal eingesetzt werden kann, hätte im Oberkörperbereich durchaus eine ähnlich silbergraue Kaschierung wie bei den Knien einem Wärmestau bei Sonnenschein entgegenwirken können.
Beim Design des Anzugs hat man sich engagiert, ein unverwechselbares äußeres Erscheinungsbild zu schaffen. Von schwarzem Grund heben sich die hellen Nähte deutlich ab, silberne Applikationen auf den Schultern und unter den Armen lockern optisch die schwarzen Flächen auf, um Knie und Unterschenkel verstärken diese mit einer Art Spiderman – Muster die Kaschierung.
Neoprensocken schließen die Beine ab, lange Glatthaut – Manschetten die Arme und den Hals.
Bekannte SI-Tech Ventile sind für Luftein- und Auslass integriert. Das Einlassventil reagiert hier auf seitlichen Druck. Das mag den Vorteil haben, dass kein versehentlich frontal ausgeübter Druck den Anzug befüllen kann.
Der Zipper verläuft über den Rücken und ist außen mit einer Neoprenabdeckung geschützt, deren Klettflächen die Abdeckung sicher fixieren. So kann beim Anlegen des Geräts der Zipperschutz nicht nach oben gedrückt werden. Ein kleines aber wichtiges Detail. An unserem Testanzug war der Reißverschluss recht schwergängig. So empfehlen wir gleich mit einem geeigneten Pflegestift den Zipper zu behandeln.
Als Extras hat Scubapro dem Trocki eine geräumige Tasche mit Reisverschluss seitlich am rechten Oberschenkel spendiert und eine Schlaufe zur Instrumentensicherung am linken Unterarm.
Der Kragen ist zweigeteilt in die Glatthautmanschette, die nach innen umgeschlagen werden muss und einen hochgezogenen Außenkragen mit Klettverschlüssen, mit dem der Halsansatz der mitgelieferten Kopfhaube zusätzlich gedichtet wird.
Alles in allem hat der EVERDRY4 auch noch gute Reisequalitäten, wiegt er etwa nur die Hälfte eines „normalen“ Neoprentrockis.

Handling

Es ist durchaus erstaunlich, dass sich dieser Trockentauchanzug nahezu wie ein halbtrockener oder nasser Anzug anziehen lässt. Der Schnitt ist körpernah und es wird auch keine größere Luftmenge eingeschlossen. Die Glatthautmanschetten an den Armen pudert man am besten mit etwas Talkum ein, dann rutschen die Hände besser durch oder man schlägt die Manschetten um, dass die Glatthaut nach außen zeigt. Mit den Hosenträgergurten kann man den Anzug bei Bedarf innen noch weiter anpassen. Die Halsmanschette ist angenehm weich. Den Rückenreißverschluss lässt man sich von einem Begleiter schließen. Die Neoprensocken müssen noch in Füßlinge oder Rockboots schlüpfen, die Kopfhaube auf und Handschuhe nach eigener Wahl angelegt. Und immer wieder stellt sich das erstaunliche Gefühl der großen Bewegungsfreiheit ein, das sich unter Wasser fortsetzt. Man taucht den EVERDRY4 wirklich wie einen halbtrockenen Anzug, es gibt keine Luftwanderungen und man gibt nur so wenig Luft in den Anzug, dass keine Druckstellen entstehen oder Wasser über die Manschetten angesaugt werden kann. Jede Tauchlage ist möglich, wovon nicht nur Fotografen oder Filmer profitieren. Bei Wassertemperaturen bis zu 15°C genügte Funktionsunterwäsche.
Und – das Ausziehen de EVERDRY4 geht erstaunlicherweise schneller, als bei halbtrockenen Anzügen.

Fazit

Die Vorteile des EVERDRY4 sind vielfältig. Geringes Gewicht, Höchstmaß an Beweglichkeit, kein für Trockentauchanzüge typisches Verhalten, einfach zu tauchen, besser wärmeisolierend in unseren Seen oder im Mittelmeer / Roten Meer im Frühjahr oder Winter. So wäre dieser Anzug, den es auch in Damenkonfektionierung gibt, eine hochwertige Alternative für einen Halbtrocki.

Fakten

Hersteller: Scubapro
Typ: Trockentauchanzug
Produktname: EVERDRY4
Materialstärke: 4 mm
Material: Ultrastretch Neopren
Glatthautmanschetten: ja
Reißverschlüsse: Rücken
Ventile: Si-Tech
Fußabschluss: Neoprensocken
Extras: Tasche, Instrumentenhalter, abnehmbare Hosenträger
Lieferumfang: Mitteldruckschlauch, Kopfhaube 5/6 mm, Tasche
Größen: Herren S-3XL, Damen XS-XL
Preis: uvb. € 719,-

www.scubapro.com

Beitrag erstellt 8.2011