Liebe Leserinnen und Leser,
Autos oder Atemregler müssen in regelmäßigen Zeiträumen zum Service. Das ist Fakt und selbstredend anerkannt, Bei den meisten Lesern stehen diese Termine im Kalender und werden relativ kurzfristig mit den Werkstätten und Servicebetrieben abgesprochen. Läuft.
Auch Sie und ich haben im Laufe unseres Lebens einen medizinisch bedingten Servicebedarf, der in der Menschenwerkstatt, sprich Operationssaal, betreut von hochspezialisierten Mitarbeitern, bearbeitet wird.
Wenn einem der Spiegel vorgehalten wird, dass generell Handlungsbedarf besteht wie bei mir, bleibt für einen „normalen“ Patient noch ausreichend Zeit, die wichtigsten Aktivitäten des Jahres so zu organisieren, dass der oder die OP Termine nicht mit geplanten Redaktionsreisen kollidieren. Und einen zeitlichen Puffer nach der OP braucht es auch, denn da ist sportliche Aktivität im und unter Wasser erst einmal in der Warteschleife.
Der zeitliche Vorlauf für eine schwierige OP an der Hand war fast 4 Monate, Zeit genug also, vorher im Juni noch einmal in Ägypten bei ONLY ONE, der Apnoebasis in Sharm für eine Reportage und Coaching vorbeizuschauen.
Alles war von meiner Freitauch – Buddy und Apnoe – Redakteurin Petra bestens vorbereitet worden, dann kam es für mich ganz anders, mein Seelenhund – Mops Poldi – erkrankte schwer und musste in die Tierklinik. Nicht daran zu denken, jetzt abzureisen. Petra musste ohne Buddy nach Sharm fliegen.
Poldi konnte nach einigen Tagen die Klinik verlassen und ich wurde überredet, doch noch nach Sharm zu reisen, jetzt eben einige Tage später und neue Flüge buchend. Vier Tage später erreichte mich die Nachricht, dass Poldi die Regenbogenbrücke überschritten hatte….
Da war jetzt die Hand – OP im Fokus. Ein wunderbarer Fachchirurg „zauberte“ mit seinem Team, wofür ich sehr dankbar bin. Es wird jetzt noch einige Wochen dauern, begleitet von nachoperativen Maßnahmen, bis die Hand wieder frisch und unauffällig funktioniert.
Ich bin ja nun auch kein Freund von Verschleierung, egal in welchem Zusammenhang. Wenn die aber unmittelbar von meinen Augen ausgeht, ein Grund mehr, das abzuklären. Im Gegensatz zu „religiös“ erfolgter Verschleierung ist die der Augen nicht nur für die Lebensqualität eine ganz andere Nummer.
Der Prozess ist schleichend. Was eine operative Reaktion über lange Zeit verschleppt. OP am Auge, eine wesentlich unentspanntere Vorstellung, als an der Hand, auch wenn die Eingriffe lediglich lokal betäubt durchgeführt werden.
Linsenwechsel beim Grauen Star ist heute eine Augen – OP, die in Deutschland über 800.000 Mal ausgeführt wird. Ich gehöre aktuell als weiterer Teilnehmer der Statistik dazu, nachdem ich einige schmerzfreie Minuten im Umfeld des Raumschiff Enterprise verbrachte. Auge 2 ist in 4 Wochen dran.
Ich bin total dankbar, dass ich mich für alle notwendigen medizinischen Maßnahmen entschied, auch wenn es mir aktuell sehr schwerfällt, denn Tauchen und Freitauchen sind grad noch nicht erlaubt und das nagt doch an mir. Total. Muss mal schaun, in irgendeiner Schublade müsste ich noch einen Rest Geduld verstaut haben…
Herzliche Grüße in den Hochsommer, Ihr
Michael Goldschmidt
PS Den medizinischen Eingriffen folgend, musste meine Aktivität in der Redaktion und vor den Bildschirmen stark reduziert werden.
Titelbild ist KI generiert
