Freitaucher verbringen viel Zeit damit, über Flossen, Druckausgleich, Entspannung, Bleigewichte und Training nachzudenken. Alles wird im Kopf koordiniert. Doch etwas so Einfaches wie die Kopfposition während des Abtauchens kann all das unbemerkt beeinflussen.
Nach unten zu schauen fühlt sich völlig natürlich an. Man möchte die Richtung, das Ziel sehen und wissen, wohin man taucht, um ein gewisses Maß an Kontrolle zu behalten. Das Problem ist, dass sich der Kopf nicht unabhängig vom Rest des Körpers bewegt.
Sobald man den Nacken beugt, um nach unten zu schauen, folgen Rücken und Schultern in der Regel, die Körperhaltung verändert sich und man bietet dem Wasser eine etwas weniger effiziente Form.
Es mag sich nicht viel anfühlen, aber im Laufe eines Tieftauchgangs summieren sich diese kleinen Ineffizienzen. Auch der Druckausgleich spielt eine Rolle. Eine ungünstige Kopfposition kann zusätzliche Spannungen im Nacken-, Kiefer- und Halsbereich erzeugen – genau dort, wo man unnötige Spannungen möglichst vermeiden möchte.
Manchmal wird ein vermeintliches Druckausgleichsproblem durch etwas viel Simples verschlimmert: die Art, wie man den Kopf hält. Doch der vielleicht interessanteste Aspekt ist psychologischer Natur. Der Blick auf die Leine und ihren Verlauf in die Tiefe gibt uns Informationen und Sicherheit, besonders wenn wir in der Tiefe noch unsicher sind.
Mit der Zeit lernen wir jedoch, dass wir nicht alles visuell überprüfen müssen. Wir beginnen, der Leine, unseren Bewegungen und unserem eigenen Gefühl für unsere Position zu vertrauen.
Eine neutrale Kopfhaltung klingt nach einem kleinen technischen Detail, und wahrscheinlich wird sie deshalb übersehen. Doch die Effizienz beim Freitauchen beruht oft genau auf solchen Kleinigkeiten.
Weniger Widerstand, weniger Anspannung, weniger Korrekturen und eine Sache weniger, über die das Gehirn nachdenken muss. Manchmal geht es bei der Verbesserung eines Tauchgangs nicht darum, eine neue Technik zu lernen. Es geht darum, etwas an sich zu bemerken, das man schon immer so getan hat und letztlich nicht zielführend war. Grenzen, dabei steht der Druckausgleich deutlich im Vordergrund, werden wesentlich früher erreicht, als es eigentlich für den eigenen Trainingsstand entsprechen würde.
Viele Freitaucher haben nicht das Glück, ihren Sport mit Blick auf die Tiefe regelmäßig über längere Zeiträume zu trainieren. Kommt man dann endlich unter guten Bedingungen im Meer ans Seil, soll sofort eine Tiefe X erreicht werden. Dabei wird häufig nicht mehr realisiert, wie schwer man sich damit wirklich bei den letzten Sessions vor Monaten tat.
Weniger ist mehr, auch beim Freitauchen. Wenn der Kopf mit Erinnerungen an Skiills, die man umsetzen sollte, voll ist, kann nicht alles funktionieren. Es sind die kleinen Schritte und die fangen mit dem Kopf an, wie er beim Abtauchen gehalten wird. Der Teller am Endes des Seils ist optisch uninteressant. Wenn man ihn aus kürzester Entfernung dann ins Gesichtsfeld bekommt, ist das der richtige Moment.
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UWW, Petra Ney
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