Editorial Juni 2026

Editorial juni 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

was ist eigentlich los mit diesem Jahr? Haben sich sämtliche Astrologen geirrt? Wo bleiben die positiven Einflüsse der Sterne, wenn es schon hier unten nicht wirklich weiter geht? Wir schreiben nun Juni 2026 und in den Monaten davor gab es eher Katastrophen als Schlagzeilen. Und auch die Tauchsportbranche dümpelt auf dieser trägen Welle lustlos dahin.

Die Messe boot und die Tauchsportszene haben sich von den tiefen Einschnitten und staatlichen Übergriffen in der langen Zeit der angeordneten Corona – Pandemie bis heute nicht erholt. Wen wundert es also nicht, vorausgesetzt er zählt nicht zu den Zeitgenossen des betreuten Denkens, dass wir auf einen Scherbenhaufen blicken, der von der Tauchsportszene von vor 2020 übrig geblieben ist.

Wie schon anlässlich der boot persönlich recherchiert, gab es keine so innovativen Neuprodukte, die es wert gewesen wären, eine News darüber zu veröffentlichen. Zudem sparen sich die Unternehmen der Branche offensichtlich kompetente Mitarbeiter, die für Marketing und Presseinformation zuständig sind. Und wenn nichts an Informationen und Pressemeldungen in den Redaktionen ankommt, dann bleibt es halt beim großen selbstgewählten Schweigen. Ich laufe da niemand hinterher.

Der japanische Hersteller GULL, spezialisiert auf hochwertige ABC Ausrüstung, war im Messeverlauf ein Hingucker. Sprach mich sofort an. Und heute? Sämtliche ambitionierten Pläne des deutschen Distributors versanken in der trägen Welle.

Und wenn man sich nur noch damit schmückt wie Mares, die die einst den Markt beherrschende Marke AquaLung aus deren Insolvenz „in ihr Portfolio“ eingliederten, ist das ein Thema für die Zeitschrift Wirtschaftswoche.

Ich bin über 40 Jahre mit der Tauchsportszene eng verbunden und was ich mittlerweile vor mir sehe, ist nicht erfreulich. Corona hin oder her, die Wurzeln für die aktuell missliche Situation liegen in den 90er Jahren, Da boomte der Tauchsport rundum und in den produzierenden Unternehmen verhielt man sich ziemlich unprofessionell. Es wurden in strategisch wichtigen Positionen, sprich Marketing, nicht unbedingt die entsprechend geeigneten Personen beschäftigt, denn es läuft ja alles ganz von allein.

Oder auch nicht. Hier  ist die Szene heute angekommen. Da helfen auch keine Influencer oder Ambassadore, die auf Social Media Kanälen Botschaften an Zielgruppen verbreiten, die das vielleicht unterhaltsam einstufen aber keinerlei Absicht haben, auch nur einen Cent für das promotete Irgendwas auszugeben.

Grad heraus, es fällt es mir sehr schwer Tauchsportszene und professionell in einem Satz zu schreiben. Wird es nach heutiger Einschätzung auch nicht mehr geben.

 

Beste Grüße in den Sommer, Ihr

Michael Goldschmidt

 

PS:

Mit 191.061 statistisch erfassten Leseraufrufen im Monat April 2026 und dabei 1.020.703 abgerufenen Seiten des Magazins führt UnterWasserWelt die digitale Medienszene rund ums Tauchen an…