Ich bin auch noch Tage später sprachlos und tief berührt, was auch immer im Bodensee passierte, dass ein hocherfahrendes technisches Tauchteam, Severine und Franz, einen Notaufstieg als letzten Versuch der Selbstrettung suchten.
Nein, ich beteilige mich nicht daran, irgendwelche Spekulationen weiter zu entwickeln. Die einzigen, die alle Mutmaßungen richtig stellen könnten, sind nicht mehr unter uns.
Fliegen und Tauchen mit Atemgeräten vergleiche ich immer wieder 1:1. Wir sind von der Physik abhängig, von Instrumenten und funktionierender, lebenserhaltender Technik.
Es gibt genügend Beispiele, dass erfahrene, gut trainierte kommerzielle Piloten ein Desaster nicht verhindern konnten, weil die Technik versagte. Jeder Flugunfall wird intensiv untersucht, hier helfen auch Aufzeichnungsgeräte, die die technische Situation des Flugzeugs und die Lage im Cockpit abbilden.
Und jeder Unfall führte zu übergreifenden Korrekturen bei der Inspektion der Flugzeuge und des Trainings der Piloten im Simulator.
An dieser Stelle funktioniert mein Vergleich mit dem Fliegen und Gerätetauchen nicht mehr, denn es gibt keine Blackboxen, die Daten sammeln, die für einen Tauchgang relevant sind.
Sachlich betrachtet kann eher nicht erwartet werden, dass der Hintergrund dieses Geschehens in 80 Meter Tiefe im Bodensee aufgeklärt wird.
Die Frage bleibt: Was gab den Impuls zum direkten Aufstieg aus 80 Meter Tauchtiefe für beide. Ihr habt sicher unter sehr großem Stress so entschieden.
Die Welt – auch unter Wasser – vermisst euch, auch Severins Entchen
Michael Goldschmidt
Severine Bar / FB
