Nachdem durch die drastischen Coronabeschränkungen 2020 und der folgenden Jahre Flugreisen zu tropischen Zielen unmöglich geworden waren, entsannen sich viele wieder der heimischen Seen, was natürlich auch den Walchensee attraktiver machte. Bereits 2018 wollte die Gemeinde Kochel die Fläche des Hochufers entlang des Kirchelwandtunnels abriegeln, eine Petition dagegen, an der sich über 1000 Interessenten beteiligten, hatte wie sich nun zeigt, lediglich aufschiebende Wirkung.
Geschickt eingefädelt kann man sagen, erst eine Baustelle zur Sanierung des über 40 Jahre alten Bauwerks an der B11 zwischen Urfeld und Walchensee, die die geduldete Parkfläche belegt, anschließend die endgültige Sperre der Zufahrt. Das Ende der bereits laufenden Baumaßnahme ist behördlicherseits auf Pfingsten 2026 terminiert, bis dahin ist die B11 auf 600 Metern ampelgeregelt nur einspurig befahrbar.
Zur Erklärung der Maßnahme zieht man sich darauf zurück, dass es immer wieder auch schwere Unfälle gegeben hätte bei der Ein- und Ausfahrt von der Stellfläche zwischen Hochuferrand und Galeriebauwerk. Diese gehöre nicht zur B11 sondern sei Teil des Landschaftsschutzgebiets. Mit diesen zwei „Jokern“ und dem Verweis darauf, dass darüber nicht diskutiert werden könne, ziehen die Gemeinde Kochel und das Landratsamt Bad Tölz / Wolfratshausen gemeinsam an einem Strang, die Anlieger der B11 zu entlasten und das Verkehrs- und Parkaufkommen weiter zu reduzieren.
Die zwischenzeitlich eingeführten Parkgebühren und ebenso am Automaten zu entrichtende Kurtaxe pro Person kann schnell den Ausflug an den Walchensee als verschleierte Eintrittsgebühr über 10 Euro kosten lassen. Das alles wird von „Rangern“ penibel überwacht. Gut, das kann man machen, wie man sieht. Man muss aber nicht mitmachen. Kioske, Bootsverleiher und Gasthäuser haben natürlich die daraus resultierenden Umsatzeinbußen registriert, darauf aufbauende Preissteigerungen können gerade aktuell ebenso nicht mehr getoppt werden.
Unser Tipp: Nutzen Sie die attraktiven Tauchplätze entlang des Walchensee – Ostufers an der malerischen Mautstraße. Man fühlt sich willkommen und genießt einen wunderschönen Tag am und im See.
Michael Goldschmidt
KI UWW
