Ferropolis, die Stadt aus Eisen am Gremminer See

Gremminer See

FERROPOLIS, die Stadt aus Eisen hatte 2010 eine Tauchbasis erhalten. Doch bereits 2013 wurde von offizieller Seite das Tauchen im Gremminer See schon wieder verboten. Die Uferwände sind nicht genügend befestigt, es gibt abrutschendes Gestein. Zu gefährlich, um dort zurzeit Tauchgänge zu gestatten. Wir haben lange überlegt, ob wir diese Story überhaupt noch zur Verfügung stellen, denn als Tauchreiseziel können wir die Destination augenblicklich nicht vorstellen. Aber jeder Besucher von FERROPOLIS, der sich dafür interessiert, wie es wohl unter Wasser aussehen mag, kann die Bilder unseres Autors Falk Wieland genießen. Und schon vorab sei erwähnt, dass es auch über die im Beitrag genannte Basis keine Möglichkeit gibt, den See zu betauchen.

FERROPOLIS, ist ein riesiges Freiluftmuseum. Es werden fünf gewaltige Tagebaugroßgeräte gezeigt. Im alten Kraftwerk und den Werkstätten besteht ein aufschlussreiches Museum über das Industriezeitalter. Der heutige, blassblau wirkende Gremminer See liegt in einer Steppenlandschaft mit spärlichem Pioniergehölz. Man kann sich kaum noch vorstellen, dass hier zu Tagebauzeiten Lärm, ja fürchterliches Getöse und Kreischen von Stahl auf Stahl, sowie Dreck, je nach Witterung Kohlenstaub oder Kohlenschlamm, die Szene beherrschten.
FERROPOLIS ist der großartige Versuch, aus den Relikten des Industriezeitalters einen Teil zu retten und als Kulturstandort zu entwickeln. Natürlich kann man noch nicht bewerten, ob dieses Museum den Nachfahren Hochachtung vor den Arbeitsleistungen der älteren Generationen einflößt, oder ob es als eine „andere Variante von Disneyland“ wahrgenommen wird. Doch der kulturelle Auftrag scheint geglückt, denn FERROPOLIS hat sich längst als Rock`n Roll Arena sowie hochkarätiger Konzert- und Eventplatz etabliert.

Die Basis (widmet sich anderen Angeboten)

Der bekannte Tauchlehrer Manfred Erhardt aus Berlin hat sich eigens aus der Szene der Tauchladenbetreiber zurückgezogen, um hier am Gremminer See eine Süßwasser – Tauchbasis „in XXL“ zu gründen. Erhardt ist eines jener taucherischen Urgesteine, die auch mal wochenlang im Bauwagen wohnen, über Schwierigkeiten mit Behörden spotten und dennoch ausdauernd sachlich verhandeln können und auch die baulichen Anfänge „in der Steppe“ gelassen sehen.
Auch das Basisgebäude ist „bergbaumäßig XXL“. Folgerichtig wurde der große Betonklotz (eine ehemalige Werkstatthalle des Tagebaues) erst einmal freundlich angemalt, ehe der Innenraum mit abgehängten Decken und Leichtbau – Wänden sinnvoll in jugendherbergsmäßige Zimmer, Sanitärtrakt, Küche, Kompressorraum und Tauchlehrer – Wohnung unterteilt wurde. Mittlerweile steht die Rezeption und DIVETROPOLIS ist nun auch organisatorisch eine richtige Basis.
Der Gremminer See als Bergbaurestsee darf allein nach Anmeldung bei der Basis DIVETROPOLIS betaucht werden. Einerseits ist eine Einweisung zu den fünf möglichen Taucheinstiegen und den Zufahrten notwendig, andererseits handelt es sich beim See selbst, den umliegenden Wäldern sowie dem Museums- und Eventgelände Ferropolis um Privatbesitz. (Ferropolis GmbH, Blausee GmbH und Blauwald GmbH) Gäste dürfen allein entsprechend den Vereinbarungen, die die Besitzer des Eventgeländes und der Forste mit der Tauchschule DIVETROPOLIS getroffen haben, parken und tauchen. Der See ist mit über fünf Quadratkilometern so groß, dass alle Tauchplätze allein per Auto oder Motorboot erreicht werden können. Von der Basis aus zu laufen wäre nur zum Schnorcheln vorstellbar.

Tauchen (aktuell nicht gestattet)

Der Tauchplatz 3 ist der Hit. Wir tauchen sozusagen beinahe im Schatten der großen Tagebau – Bagger. Die Anfahrt zum Tauchplatz verläuft quer über das Ferropolis Areal. Unterhalb der Werkstatthallen und der stählernen Ungetüme fahren wir zum Nordufer des musealen Bergbaugeländes. Ein gewundener Asphaltweg führt hinab zu einem kleinen Parkplatz in Ufernähe. Trotz eines gewissen Ausbaugrades und vielen Besuchern spazieren hier zutrauliche Schwäne, Enten und sogar eine Bachstelze umher. Die Vögel sind an Menschen gewöhnt.
Am Ufer liegt ein blau – weißer Tender vom MS „Deutschland“, der hierher an den Gremminer See verkauft wurde. Das Schiff soll zukünftig Fahrgäste transportieren, aber möglicherweise auch Tauchern zur Verfügung stehen. Am Tender vorbei führt ein Pfad zum Schwimmsteg. Hier bereiten wir ganz bequem den Einstieg vor.
Wir tauchen in Sichtweite der schmalen Schilfzone ab. Der Anblick unter Wasser erfreut das Taucherherz. Dichte „grüne Wiesen“ breiten sich in sanften Schwüngen weithin über den Seegrund. Eine hellgrüne, frische Wasserpflanzenzone, wie man sie so ähnlich in den schönsten Mecklenburger Seen vorfindet. Unglaublich ist die Horizontalsicht. Im Flachwasser kann man sicher 10-12 Meter weit sehen, und in der Tiefe wird dies noch mehr.
Der Grund ist überwiegend mit verschiedenen Arten von Armleuchteralgen (Characeen) bedeckt. Wir können genau sehen, dass alle zwei bis drei Meter Tiefe andere Characeen – Arten wachsen. Es handelt sich um jene hoch entwickelten Algen, die bei weniger genauem Hinsehen wie höhere Wasserpflanzen oder Makrophyten wirken. Ihr Vorhandensein zeigt hohe Wassergüte und relative Nährstoffarmut an. Characeen können bei entsprechender Wassertransparenz bis in 20 Meter Tiefe wachsen, weil sie druckfest sind. Die „echten Wasserpflanzen“ hingegen haben in ihren Sprossen druckempfindliche Leitungsbahnen und sind oft auf Standorte von höchsten 8-10 Meter Tiefe begrenzt.
Außerdem sehen wir die Untergetauchte Zwiebelbinse, eine typische Bergbaufolge – Pflanze mit sehr großer Toleranz für saures Wasser. Zwischen den Characeen wachsen aber auch schon vereinzelte Tausendblätter, Wasserpest – Bestände und Krauses Laichkraut. Diese echten Wasserpflanzen beweisen, dass der See in Entwicklung ist, zu einem nicht mehr stark sauren, artenreichen Ökosystem.
Über den hellgrünen Wasserpflanzenpolstern ist Bewegung. Junge Barsche, aber auch viele Dreistachlige Stichlinge flitzen umher. Zuweilen sind einzelne größere Barsche zu sehen und wir können auch Rotfedern und Plötzen beobachten. In den federnden Characeen verstecken sich gern Amerikanische Flusskrebse. Der Pflanzenteppich kann über 8 Meter tief reichen, ehe Bergbaukanten am Grunde wahrnehmbar werden.
In der unterseeischen Hügellandschaft sind große Sträucher und bis zu 10 Meter hohe Bäume erhalten, die im trocken liegenden Tagebau gewachsen sein müssen. Manche ragen bis dicht unter die Wasseroberfläche. Je nach Sonneneinstrahlung wirken die dichten Wälder märchenhaft oder gespenstisch. Zwischen den großen Bäumen entdecken wir vereinzelt Beton- und Metallteile aus Bergbautagen, aber auch große Haufen professionell gerodete Baumstubben.
Die meisten dieser Bäume bieten einen seltsam bizarren Anblick, denn ihre Zweige und Äste sind dicht mit Dreikantmuscheln besetzt. Beinahe wie geschuppte Bäume sehen sie aus. An einigen Althölzern bilden die Dreissena – Muscheln faustgroße bis handballgroße Kolonien, die alle Partikel aus dem klaren Tiefenwasser filtrieren. Im Schatten der Bäume, raffiniert getarnt und meist unter dicken Ästen, stehen große Hechte. Im Reich der Althölzer sind sie so perfekt getarnt, dass wir vermutlich nur wenige von ihnen entdecken.
In den Tiefen des Tagebaues, in 15 – 20 Meter, finden wir seltsame Trichter von etwa einem Meter Durchmesser. Dort scheint unterseeische Quellaktivität zu herrschen – Grundwasser tritt in den See ein und bringt weiße oder ocker gefärbte Mineralien mit. Wahrscheinlich finden hier diverse Fällungsreaktionen statt. Entlang der gut sichtbaren Bergbauterrassen schwimmen wir zurück. Der Einstieg 3 vor der Stadt aus Eisen hat nicht nur eine tolle Unterwasserwelt. Er ist auch der einzige Tauchplatz mit Event – Gastronomie. Am Rückweg liegt der Biergarten des „Kulturcafes Orangerie“. Ob Currywurst, internationale Bergmannsküche oder das sprichwörtliche Dekobier, dies alles haben wir unterwegs vom Tauchplatz 3 zur Basis in Reichweite.

Der Gremminer See ist einer der wenigen Binnenseen, auf denen aus Gründen der Größe Bootsausfahrten Sinn machen. Für eine solche Unternehmung wird bereits auf dem Basisgelände das Equipment auf dem Schlauchboot verstaut. Dann wird das Zodiac etwa zwischen Tauchplatz 1 und 2 in den See getrailert. Basischef Manfred Erhardt fährt das Boot oft selbst. Ein 60 PS Evinrude lässt das schwer beladene „Gummiboot“ rasch ins Gleiten kommen. Mit hoher Bugwelle und schäumenden Kielwasser umrunden wir die Halbinsel mit der beeindruckenden Kulisse der Baggerstadt FERROPOLIS. Das ist eine Gelegenheit für seeseitige Aufnahmen, die wir uns nicht entgehen lassen.
Unser Tauchziel per Boot ist der mystische Eisenbahntunnel im Westteil des Sees. In der Bergbauzeit gab es (außer der heute noch vorhanden Zufahrt auf gewachsenem Boden) von Westen her eine zweite Zufahrtsstraße zur heutigen Ferropolis Halbinsel, auf deren nie umgegrabenem Boden die Energieversorgung des Tagebaues und viele Werkstätten standen. Irgendwo mussten die ankommenden 30 kV verteilt werden, um den einzelnen Baggern je 6.000 Volt, aber auch den Werkstätten 380 und 220 Volt zu liefern.
Diese zweite Zufahrtsstraße wurde von einem etwa 200 Meter langen Eisenbahntunnel unterquert, um die Gleise für die Kohlezüge mit mäßiger Steigung aus der Grube heraus verlegen zu können. Natürlich liegt dieser Tunnel längst unter Wasser, ziemlich weit draußen im See. Die Tunneldecke erreichen wir bei 11 Meter Tiefe. Dicke Betonplatten tragen eine Abraumschüttung, auf der große Bäume wuchsen und mit versunken sind. Die Sohle des Eisenbahntunnels liegt bei 17 Meter. Der Tunnel ist zweizügig, überspannt zwei ehemalige Gleise nebeneinander. Die Gleise selbst wurden längst demontiert. Selbstverständlich ist der zum Tauchen zur Verfügung stehende Querschnitt riesig, denn hier sind ehemals Normalspurzüge gefahren, nicht etwa die bergbautypischen Schmalspurbahnen. Irgendwo im Tagebau, tiefer als der Tunnel, sollen sogar noch ein Bahnhofsgebäude mit Bahnsteigen oder wenigstens dessen Grundmauern stehen.
Beim Abtauchen am oberen Ende des Tunnels erreichen wir rasch ein ungeheures Betonmundloch inmitten von versunkenen Bäumen und bahnsteigartigen Flächen. „Oberes Ende“ ist dabei relativ, denn der Tunnel hat auf 200 Metern Länge nur einen Meter Gefälle in die Tiefe. Baulich ähnelt der Anblick Fotos von U-Boot Bunkern. Nun, der Tunnel muss ja auch ähnlich stabil sein, um tausende Tonnen Abraum über sich zu tragen. In den Tunneldecken befinden sich stählerne Halterungen, die einst die Beleuchtung trugen. Gänzlich offen ist nur die obere Einfahrt, denn die tiefere wurde während der Sanierung des Bergbaues zugeschoben. Dies gelang jedoch nicht ganz, man kann sich bei nur einem Meter „Stollnhöhe“ auch am unteren Ende hineinzwängen. Dies sollte allerdings nur wagen, wer mit zeitweiliger „Nullsicht“ klar kommt.
Die DIVETROPOLIS – Tauchlehrer Manfred Erhardt und Frank Kleeblatt schätzen den Tunnel als faszinierenden und gefährlichen Tauchplatz ein. Ausfahrten hierher gibt’s nur in Begleitung eines Tauchlehrers. Die beiden sehen in diesem Bauwerk den idealen Platz, um wenigstens die Grundlagen der Cave-Ausbildung durchzuführen. Doch „der Hit“ ist etwas anderes: Der Betonbau wird mittig zwischen den ehemaligen zwei Gleisen durch Betonpfosten mit Durchbrüchen abgestützt. Und diese Beton – Fertigteile werden als „submarine Einraumwohnungen“ geschätzt, so von Welsen und Zandern! Wir durften es selbst erleben, in den Tunnel vielleicht 80 Meter hinein zu schwimmen und gleich drei Welse zu sehen. Vor allem Fische, die es gern finster und trübe mögen, die nachtaktiv leben und sich am Tage verstecken, ziehen sich tagsüber in den Tunnel zurück. Meistens sind dies Waller und auch größere Schwärme von Kaulbarschen.

Vom Einstieg 4 auf der Westseite bis zum Tunnel stehen die größten Unterwasserwälder des Gremminer Sees. Sie schmücken die einstigen Böschungen von Bahndamm und Tagebaustraßen. Die submarinen Wälder tragen neben dem schwarzbraun des Holzes verschiedenen Aufwuchs: Ein Teil der überfluteten Bäume präsentiert geradezu feierliche Schleim- und Fadenalgenvorhänge, viele andere sind mit klumpigen Verdickungen aus Dreikantmuschelkolonien besetzt. Im dichten Unterwasserwald sehen wir, dass unter der Last der Dreissenas tatsächlich schon Äste abbrechen und zu Boden sinken. Örtliche Wassertrübungen haben ihre Ursache meist in wühlenden Karpfenschulen.

Ebenfalls an der Westseite des Sees liegt der Einstieg 5. Hier enden die berühmten Unterwasserwälder, und es wird etwas tiefer. Vom Einstieg 5 aus sind größere Tiefen erreichbar, was relativ ist, denn der See ist maximal „nur“ 33 Meter tief. In den tiefsten Regionen besuchen wir eine melancholische Mondlandschaft, mit Resten des Braunkohleflözes, vom Tagebau freigelegten Findlingen und vermutlich uralten Baumstubben. Insbesondere die Findlinge der Region sind sehr interessant. Es handelt sich oft um verschiedenfarbige Granite, die die Eisfront der letzten Eiszeit von Schweden und den finnischen Aland-Inseln her bis ins heutige Sachsen-Anhalt geschoben hat. Zu Lande kann man sich diese Findlings- und Gesteinsarten im Findlingspark Gröbern betrachten.

Das Tauchschulteam hat für große Taucherzahlen und ganze Tauchschulen die leicht per Auto erreichbaren Einstiege sind 1 und 2 vorgesehen. An diesen Plätzen gibt es in jeweils 2,5 und 6 Meter Tiefe Ausbildungsplattformen, und ab 10 m Tiefe beginnen kleinere Unterwassergehölze. Tauchgäste der DIVETROPOLIS – Basis sind hier schon Zandern und Barschen begegnet. Es kann sich lohnen, vor dem Einstieg 2 weit hinaus zu schwimmen. Der Fischer vom Muldestausee hat die Bewirtschaftung des Gremminer Sees mit übernommen und längst Kleine und Große Maränen besetzt. Diese Fische findet man mit etwas Glück in ganzen Schwärmen weit draußen. Es ist sehr beeindruckend, wie schnell die Natur die einst lebensfeindliche Braunkohlengrube in Besitz genommen hat und in einen lebendigen See verwandelt.

Gewässersteckbrief

Der Gremminer See wird nach der größten Sehenswürdigkeit an seinen Ufern auch Ferropolissee genannt. Das künstliche Gewässer entstand einst aus dem Braunkohlentagebau Golpa-Nord. Von 1958 bis 1991 wurden auf 1.685 ha Fläche Braunkohle und Ton abgebaut. Per Tag wurden etwa 26.000 Tonnen Braunkohle gefördert und in den Kraftwerken Zschornewitz (1915 größtes Dampfturbinen – Kohlekraftwerk der Welt) und Vockerode verbrannt. Die große Menge war wegen der minderen Kohlequalität notwendig. Je Tonne Braunkohle wurden ca. 9 Tonnen Abraum bewegt. Der Seename erinnert an den weg gebaggerten Ort Gremmin. Es wird erwogen, an dessen ehemaliger Position ein Modell der Gremminer Kirche im Maßstab 1:10 auf den Seegrund zu stellen.
Der See wurde ab 2001 mit Muldenwasser geflutet und hat 2009 beinahe den vorab geplanten Wasserstand erreicht. Nachdrängendes Grundwasser kann über den Gräfenhainicher Mühlbach ablaufen.
Der Gremminer See liegt im Landkreis Wittenberg im Bundesland Sachsen-Anhalt und hat zwei Badestellen. Die heutigen Tauchplätze liegen aus Naturschutzgründen überwiegend in der Westhälfte des Sees und rund um die Halbinsel. Gesperrte Areale sind durch Bojenketten ausgewiesen. Der See hat etwa 14 km Umfang, eine mittlere Tiefe von 13 und eine Maximaltiefe von 33 Meter.

Eventgelände FERROPOLIS

Auf einer markanten Halbinsel im See stehen fünf gigantische Tagebaugroßgeräte aus Bergbautagen. Diese Erinnerungen an das Zeitalter der Schwerindustrie umschließen eine Rock’Roll Arena für 25.000 Besucher. Am Standort des heutigen Museums und Konzertplatzes befanden sich einst die Werkstätten, Energieversorgungsanlagen (30-KV-Station) und Sozialgebäude des Tagebaues Golpa – Nord. Nach Ende des Bergbaubetriebes wurde am 14. 12. 1995 die „Stadt aus Eisen“ begründet. Die Idee eines „Industriellen Gartenreiches“ als lebendiges Museum des Umbruches stammte aus dem BAUHAUS Dessau. www.kohle-dampf-licht.de

Die absoluten Stars des Geländes sind die Giganten aus Stahl, die da heißen: Eimerkettenschwenkbagger „Mad Max“, Schaufelradbagger „Big Wheel“, die zwei Absetzer „Gemini“ und „Medusa“ und Raupensäulenschwenkbagger „Mosquito“. Die Geräte sind bis zu 130 m lang und 30 m hoch. Sie repräsentieren gemeinsam 7.000 Tonnen Stahl. Das Gerät „Gemini“ kann begangen oder richtiger erklettert werden. Es finden Führungen statt; gelegentlich sogar bergsteigergerechte Kletter- und Abseilübungen an den Großgeräten. Zudem existiert das Tagebaumuseum mit viel Technik und berichtet über 150 Jahre Geschichte des Braunkohleabbaues in Mitteldeutschland, über Funde in der Kohle wie etwa den „Gröberner Waldelefanten“. www.ferropolis.de

Ferropolis ist seit 2005 Teil der „Europäischen Route des Industriellen Erbes“ (ERIH), www.erih.net, man kann dort heiraten und immer wieder grandiose Open Air Konzerte erleben. Immerhin spielten hier schon Metallica, Deep Purple, Linkin Park, Herbert Grönemeyer, Udo Lindenberg, Nena und viele andere Rock- und Pop-Idole. Alljährlich ist Ferropolis Standort des legendären Tekno – Festivals MELT. Die Baggerstadt ist täglich ab 10 Uhr geöffnet.
Das Dessau – Wörlitzer Gartenreich (UNESCO-Welterbestätte), das Bauhaus Dessau als Zentrum der künstlerischen Moderne, der „LandArtPark Goitzsche“, das Biosphärenreservat Mittlere Elbe mit seinen Biber-Beständen und viele weitere Attraktionen liegen ganz nahe an Ferropolis, so dass man hier leicht eine Woche Tauch & Kultur-Urlaub machen kann. www.tourismusregion-wittenberg.de

Falk Wieland

 

Beitrag überarbeitet 12.2017