Editorial

 

Liebe Leserinnen und Leser,

ich bin frisch zurück von der Messe boot in Düsseldorf und der ISPO in München. Frisch bezieht sich sprachlich nur auf die Kürze des Zeitraums der Rückkehr, keinesfalls auf Körper und Seele. Da wäre ich jetzt „auf der Suche nach Meer“, unserem Slogan zur Einführung des Magazins UnterWasserWelt 2.0. folgend.
Erfrischt haben unser Team und mich auf jeden Fall die ausnahmslos positiven Feedbacks während der Messen zum modernen Erscheinungsbild von UnterWasserWelt und den vielen frischen Funktionen. Wer unvorbereitet im neuen Magazin landete, mag durchaus gefühlt haben, nicht am erwarteten Ziel angekommen zu sein.
Ich kann Sie alle beruhigen, wir sind keinem Investor in die Hände gefallen (untypisch für die Tauchszene), wir haben uns nicht verkauft (untypisch für die Tauchszene), wir sind uns qualitativ treu geblieben und widmen uns jetzt auch verstärkt Einsteigern und neuen Tauchern (untypisch für die Tauchszene).
Und wir konnten mit Sabine Kerkau, eine herausragende Autorin für die Themen des technischen Tauchens, für uns gewinnen. Willkommen Sabine 
Das fühlt sich doch gut an. Sehr gut.

Lassen Sie mich an der Uhr drehen und ein paar Monate und Jahre zurückblicken. Da war sie wieder die unglaubliche Aufbruchstimmung, die uns 1998 Flügel verlieh, ohne Red Bull, das erste deutschsprachige Tauchsportmagazin im Internet auf den Weg zu bringen. Einerseits war es verdammt mutig, andererseits ging es um nichts. UnterWasserWelt war kein Hype, keine IT Blase, wie so viele Startups in den folgenden Jahren. Wir wollten unser langjähriges Know How, begleitet mit herausragenden Positionen in den seinerzeit führenden Tauchsportmagazinen, hochwertig selbst vermarkten.

Ja, wir waren mutig und sind es auch heute noch. Am 1. Januar 1999 ein Magazin online zu stellen, das eine Menge von Grafiken (Bildern) enthielt, war zu Zeiten von 14.000 k Modems ein Seiltanz. Die einfachen Browser dieser nicht soooo lang zurück liegenden Zeit boten die Möglichkeit, das Laden von Grafiken zu unterbinden – wie heute das Laden von Pop ups – .
Zur Messe boot 1999 waren wir Aliens. Belächelt vom gedruckten Wettbewerb, erstaunt wahrgenommen von fortschrittlich orientierten Unternehmen der Branche.
Die Zeit des sich entwickelnden Internets möchte ich mit der Goldgräberstimmung vor 200 Jahren in den USA vergleichen, Claims wurden mit Namen für Onlineseiten abgesteckt, es fackelten eine Reihe von ehrgeizigen und gewinnorientierten Engagements auf, die alle nach durchschnittlich zwei Jahren in der der Versenkung verschwanden.

Alle Auswertungen der Statistikdaten unseres Magazins unterstrichen den stetigen Zuwachs des Leservolumens und der Seitenabrufe. Aber in einer Zeit, in der ein vor zwei Jahren gekaufter Neuwagen „alt“ ist und ein gedrucktes Monatsmagazin nach zwei Wochen zum Altpapier gehört, war es an der Zeit, UnterWasserWelt einen angemessenen Relaunch zu gönnen. Das Team hat nicht lang gefackelt, keine sinnlosen Meetings anberaumt, unter dem Motto „bist du allein und gelangweilt, geh in eine Sitzung“. Das ist auch eine Stärke unseres Teams, geradlinig Entscheidungen zu treffen und zu handeln. Zukunftsorientierung und nicht vergangenen Zeiten huldigen, nur das bringt Sie liebe Leserinnen und Leser und UnterWasserWelt immer weiter nach vorn.

Auf der Suche nach MeerAber wie war, das Feeling dann am Tag des neuen Magazins? Waren wir einfach nur cool?

Die Herz/Lungenmaschine auf unserem Server wird klar gemacht.
Der Wechsel von UnterWasserWelt 1.0 nach 18 Jahren zu UnterWasserWelt 2.0 steht bevor.
Hat man an alles gedacht? Verschwinden wir im Online – Nirwana, weil ein Punkt, ein Komma, ein Buchstabe falsch gesetzt oder vergessen wurde?

Samstag Mittag. 30. Dezember 2017.

In der IT Zentrale spürt man die prickelnde Spannung.
Das hat was von Mondlandung.
Geht es gut?

UnterWasserWelt 1.0 – abschalten!
Weg, wir sind weg. Ein Gefühl der Dunkelheit.

UnterWasserWelt 2.0 – veröffentlichen!
Es bleibt dunkel. Major Tom irrt durch den weiten Raum des Internetuniversums und ihm wird kalt. Eiskalt.

Uns wird heiß.

Ruhe einkehren lassen, nachdenken, Problem lösen – die drei wichtigsten Punkte auch beim Tauchen, läuft mal etwas nicht so PADI – like….

Ein Komma, klein, unscheinbar, unbeachtet, vernachlässigt hat uns für ein paar Minuten weltweit unsichtbar gemacht. Und dann war das Komma da, wo es seinen Platz hat und UnterWasserWelt 2.0 wurde neu geboren.

Durchatmen! In den Armen liegen! Sich freuen! Ein wunderbarer letzter Samstag 2017.

Das Team von UnterWasserWelt wünscht Ihnen, liebe Leserinnen und Leser weiterhin beste und informative Unterhaltung. Haben Sie etwas auf dem Herzen, Fragen oder wollen Sie uns einfach nur sagen, dass Ihnen unser Magazin gefällt, wir freuen uns auf Ihr Feedback.

Herzlichst

Ihr, euer

Michael Goldschmidt