Sinai Divers: Wie alles begann mit dem Tauchen im Roten Meer

Rolf Schmidt und Petra Röglin schrieben Geschichte

Rolf Schmidt und Petra Röglin sind sicher die Pioniere in Sachen Tauchen auf dem Sinai . Nach einer im Oktober 1974 von Aquanaut Reisen in Darmstadt organisierten Tauchsafari kam Rolf ein Jahr später zurück, um diese Touren entlang der Sinai Küste weiter zu führen.

Damals war der Sinai noch unter israelischer Besetzung und nur als Kriegsschauplatz bekannt. Es kamen auch nur eine Handvoll Touristen via Tel Aviv nach Eilat und weiter entlang der Küste nach Sharm el Sheikh. Rolf empfing die Tauchergruppen in Tel Aviv und mit VW Bussen ging es über Jerusalem , dem Toten Meer nach Eilat und weiter bis Ras Mohamed.

Er kümmerte sich um alles: Die Gästetransfer, Entdeckungstouren durch den Sinai, das Tauchen mit den Gästen, Flaschenfüllen , Kompressoren und Autos reparieren. Kurzum er war „Mädchen für alles “. Zwei Jahre lang führte er diese Aquanaut Sinai Safaris im Alleingang durch.

Als es 1977 die ersten Charterflüge nach Eilat gab, kam der Tourismus langsam in Gang. Rolf ging eine Partnerschaft mit Winfried Schott von Aquanaut Reisen ein und eröffnete die erste Aquanaut Tauchbasis im Marina Sharm in der Naama Bay.

Mit 20 Tauchgeräten , einem Minibus, einem Jeep und einem Schlauchboot, das war ausreichend für den Anfang. Auch Petra ( Röglin ), seine langjährige Freundin und spätere Frau, lies sich nun end-gültig im Herbst 1977 im Sinai nieder.

Für die nächsten zwei Jahre führte sie zusammen mit einem weiteren Tauchlehrer die Aquanaut Aktion Safaris zu den abgelegenen Tauchgebieten mit Geländewagen durch. Sie fuhr die Jeeps mit Anhänger , vollbeladen mit Ausrüstung und Kompressoren , war Tauchguide , verpflegte die Gäste und schlief wie sie auch im Schlafsack . Die von uns eingerichteten Safaricamps wurden ihr zweites Zuhause.

Sharm entwickelte sich ebenfalls weiter. Es wurden zwei Hotels gebaut und es gab insgesamt drei Tauchbasen.

Nach dem 1979 geschlossenen Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten war es klar, dass bis 1982 alle den Sinai verlassen mussten.

Mitte 1980 entschlossen sich Rolf und Petra auf die Philippinen zu gehen, denn sie glaubten, es sei alles verloren. Doch 1 1/2 Jahre später, nach Übergabe des Sinai an Ägypten im April 1982, kam ein Anruf aus Ägypten. Rolf und Petra sollen doch wieder ein Tauchzentrum in Sharm und Dahab übernehmen.

Zunächst wurde der Tourismus von der Regierung kontrolliert. 1987 wurden die ersten drei neu erbauten Hotels, das Ghazala Beach Hotel, das Sanafir und das Fayrouz Hilton eröffnet. Petra und Rolf wurden Partner von South Sinai Travel. Sie gründen die Sinai Divers im Ghazala Hotel in der Naama Bay.

Im gleichen Jahr lief ihr erstes Safariboot, die Ghazala I vom Stapel. Damit begann eine neue Ära im Tauchtourismus am Sinai. Mehrtägige Tauchtörns zu den unberührten Plätzen begannen die einst so beliebten Jeepsafaris mehr und mehr zu verdrängen. Die Gästezahlen stiegen beständig an und es wurden weitere neue Hotels gebaut. Auch kamen neue Tauchbasen dazu.

Die Sinai Divers bauten zusätzliche Tauchboote für die Tagesausfahrten und 1996 wurde die Ghazala Voyager zu Wasser gelassen. Mit 30 m war sie eines der größten Safari Schiffe in Ägypten und wurde vor allem für die Safaris zu den Brother Island und den Tiefen Süden eingesetzt.

Rolf und Petra haben in nunmehr 45 Jahren alle Höhen und Tiefen des Tauchtourismus im Sinai und Ägypten durchlebt. Heute leiten die beiden immer noch mehrere Tauchbasen in Sharm el Sheik (Gemeinschaftsbasis mit Werner Lau), Dahab und Aqaba / Jordanien. In Marsa Alam betreiben sie in Kooperation mit Werner Lau das Oasis Hotel und Dive Resort.

https://www.sinaidivers.com/

 

UWW / Rolf Schmidt
Bildarchiv Rolf Schmidt

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