Diving Log 6.0 – Software für Tauchcomputer

Tauchcomputer, Software

Viele Hersteller von Tauchcomputern kochen ihr eigenes Süppchen, geht es darum, die im Gerät gespeicherten Daten mit ihrer Vielfalt in einem digitalen Logbuch zu nutzen, auszuwerten und auch teilen zu können. So richtig viel Mühe haben sich diesbezüglich nur recht wenige Labels gemacht. Eigentlich schade. Mit der Software Diving Log wurde eine breite Basis geschaffen, über 200 Tauchcomputermodelle ganz einfach um ihre vielen ungenutzten Infos im Speicher zu erleichtern. Die Erfolgsstory begann bereits 1997.

Diving Log ist kein Newcomer im Geschäft digitaler Logbücher. Schon seit einigen Jahren ist diese Software am Markt, wurde ständig weiterentwickelt, sei es um die Funktionalität auszubauen oder das Spektrum der damit zusammenarbeitenden Tauchcomputer zu erweitern. Es fiel mir aktuell kein Modell auf, das von Diving Log nicht bedient werden könnte. Die meisten Geräte werden direkt ausgelesen, manche über den Umweg der produkteigenen Logbuchsoftware. Das liegt daran, dass es keinen einheitlichen Standard für das Dateiformat im Datenspeicher gibt.
Darüber haben sich diverse Hersteller nur jene Gedanken gemacht, die das eigene Produkt bis hin auf den PC sichtbar einbinden wollen. Also Abgrenzung nach außen. Dass hier oftmals eine deutschsprachige Version fehlt und in der Regel längst nicht alle verfügbaren Tauchgangdaten sichtbar gemacht werden, fällt unter den Tisch.
Ich habe diese Erfahrung mit den unterschiedlichsten, aktiv eingesetzten Tauchcomputern selbst gemacht und war wirklich neugierig, wie sich Diving Log integriert, wie das Handling der Software ist, was sie kann und was nicht.

Die meisten User des Diving Log sind Umsteiger von vorhandenen Gerätedatenbanken. Da möchte man sicher gehen, dass wirklich auch alle Einträge problemlos übernommen werden. Mit über 550 Tauchgängen in der Atomic Cobalt Datenbank, war die Aufgabe zur Integration ins Diving Log sicherlich kein leichtes Stück. Es war durchaus spannend, ob, es klappt, wie es klappt. Und siehe da, im neu eingerichteten Logbuch waren alle bekannten Daten sichtbar und einige mehr, die das etwas aufwändig zu installierende Logbuch von Atomic nicht zur Verfügung stellt. Trefferquote 100%.

Nächste Frage, brauche ich noch die Logbuch Software des Herstellers? Oder kann ich bei knappem Platz auf der Festplatte alles deinstallieren, löschen und Speicherspielraum schaffen? Naja, in der ersten Euphorie dachte ich selbst, jüngst geschaffenen Datenmüll zu entsorgen. Mit etwas Nachdenken kam ich zur Einsicht, dass die herstellerseitig propagierte Logbuch Software auch noch eine Funktion enthält, das Betriebssystem des Tauchcomputers bei Bedarf auf den neuesten Stand zu bringen. Vernünftigerweise bleibt dafür die Herstellersoftware auf dem PC.

Ich muss zugeben, dass ich schon lange auf handgeschriebene Logbücher verzichte, keine Unterschriften und witzige Stempelchen sammle. Nein, ich bin nicht abgeklärt, aber ich sammle meine Tauchgänge seit geraumer Zeit digital. Ein analoges Logbuch kann ich verlieren, ein richtig gesichertes Computerlogbuch nicht. Da gibt es im Zweifel so viele Clouds zusätzlich, die von Aliens gar nicht vernichtet werden können. Und was sind Unterschriften in gedruckten Taucherlogbüchern heute wirklich? Feedbacks in Poesiealben. Sie sind persönliche Erinnerungsbücher, die nichts darüber aussagen, wie der/ die damit charakterisierte Taucher / Taucherin wirklich drauf ist. Digital erfasse Daten, die klar machen, wie ein Tauchgang ablief, welches Profil er hatte, wie der Luftverbrauch aussah, welche Deko anstand und, und, und, das wäre heutiger Standard. Ich sage wäre, denn die, die als Mitarbeiter einer Basis oder als verantwortungsvolle Buddys sich ein Bild zu machen versuchen, wie ein/e Taucher/in eingeordnet werden kann, blättern eh im Logbuch auf die letzte Seite und suchen nach der Zahl der absolvierten Tauchgänge. Das wars.

Diving Log ist was fürs Ego, nutzt man es ausschließlich auf dem PC oder Laptop. Es gibt aber auch Apps für Apple, Android und Windows, die das Logbuch portable machen.

Was bringt mir Diving Log?

Neben der umfangreichen Visualisierung der vom Tauchcomputer ermittelten und gespeicherten Daten, die mit dem Download zur Verfügung stehen, können – so man will – bis in kleinste Detail Angaben zu Tauchspots, der Ausrüstung, den Wetterbedinungen und, und, und gemacht werden, die in der Datenbank dann tauchgangspezifisch oder in der Suche zur Verfügung stehen.
Es können bei Übertragungsfehlern aus dem Tauchcomputer in den Grafiken Korrekturen vorgenommen werden.
Die Organisation von vielen Parametern, wie Buddys, Tauchplätze, Jahr, Monat uvm. erfolgt mit Mausklick und erstaunt, welche Ergebnisse die Datenbank generiert, die ein handgeschriebenes Logbuch niemals leisten könnte.
Die Ansicht der Auswertungstabellen kann vielfach unterschiedlich im Design angepasst werden (siehe Bildergalerie).
Eine wunderbare Funktion ist die Einbindung von Fotos zum geloggten Tauchgang oder von Tauchplatzkarten. Über OpenStreetMap können außerdem weltweit entsprechend gekennzeichnete Tauchplätze eingetragen und angezeigt werden.
Doch damit noch lange nicht genug. Ihre Brevets können eingescannt gespeichert werden, dazu mit allen erforderlichen Daten hinterlegt. Nichts geht mehr verloren und wer eine App nutzt, zeigt weltweit das Brevet am Tablet oder Smartphone vor, unabhängig von einer ähnlichen Möglichkeit eines Verbands.
Auch nicht uninteressant ist die Organisation ihres Tauchequipments mit Bildern, Anschaffungsdaten, Revisionsintervallen und Erinnerung daran.

Und wenn ich manuell einen Tauchgang eintragen muss?

Dieses Problem hat mich aktuell selbst betroffen. Der Tauchcomputer, der eine große Menge der Daten produzierte, quittierte seinen Dienst nach einem Wassereinbruch. Vielleicht nicht so ganz schlimm, denn das Display wäre noch als Wasserwaage nutzbar. Diving Log erlaubt auch manuell Tauchgänge ins Logbuch einzufügen, die relevanten Daten dazu muss man aber selbst zur Hand haben.
Und, das ist auch nicht schlecht, man kann auch Tauchgänge löschen und die Menge der Tauchgänge wird entsprechend angepasst. Ah ja, warum sollte man einen Tauchgang löschen? Weil er nicht soooo dolle war? Es gibt Tauchprofile, etwa im Ausbildungsbereich, die nach kurzem Abtauchen ein Auftauchen nach sich ziehen. Der Computer kann das nicht erkennen und loggt einen „kleinen“ Tauchgang. Da kann man in der Statistik der absolvierten Tauchgänge regulierend eingreifen.

Fazit

Mit Diving Log habe ich mich von anderen, gerätespezifischen Computerlogbüchern verabschiedet. Universeller geht es nicht und das Produkt wird laufend weiter entwickelt.

Diving Log ist sehr komplex. Ein ausführliches Bild machen Sie sich hier www.divinglog.de/german/home/index.php