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GRD: Geisternetzbergungen in der Ostsee

Im Rahmen eines Workshops wurden am vergangenen Wochenende auf Rügen erstmals fünf Sporttaucher von der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) und dem erfahrenen Geisternetztaucher Wolfgang Frank in Theorie und Praxis unterrichtet, um künftig aktiv an Geisternetzbergungen teilnehmen zu können. Durch das engagierte Eintreten der Teilnehmer für den Schutz der marinen Artenvielfalt in der Ostsee erhält das Projekt „Geisternetze“ der GRD somit zusätzliche Unterstützung. Weitere Tauch-Workshops – unterstützt von der Deutschen Postcode Lotterie sowie dem Reiseportal Ostsee24.de – sind seitens der GRD in Planung.

„Interessant, informativ, kurzweilig“ und „sehr lehrreich“ – so haben die Teilnehmer des ersten Tauch-Workshops für Geisternetzbergungen, organisiert von der GRD in Zusammenarbeit mit Wolfgang Frank, das vergangene Wochenende bilanziert. Seit Ende 2019 kooperiert die Tierschutzorganisation mit dem erfahrenen Geisternetztaucher aus Rügen; zusammen konnten bereits knapp sieben Tonnen der gefährlichen Fischerei-Altlasten aus der Ostsee geborgen werden. Mit dem neuen Workshop, bei dem Sporttaucher für Geisternetzbergungen fit gemacht werden, wurde die bestehende Kooperation um ein Format erweitert.

Tag 1 stand im Fokus der theoretischen Wissensvermittlung. Über die negativen Auswirkungen der Geisternetze auf die Unterwasserwelt in den Weltmeeren wurde ebenso informiert wie über die spezielle Situation vor Rügen, wo sich an den geschätzt 1200 Schiffswracks unzählige Schlepp- und Stellnetze verfangen haben. In seinem Vortrag klärte Wolfgang Frank die Teilnehmer nicht nur über die Eigenheiten eines Ostsee-Tauchgangs auf, sondern informierte insbesondere detailliert über den Ablauf einer Bergungsmission. Jeder Teilnehmer bekam anschließend Gelegenheit, mit einem Messer Trockenübungen an einem ehemaligen Geisternetz vorzunehmen.

Am zweiten Tag wurde das erlernte Wissen in die Praxis umgesetzt: Aufgrund der äußeren Bedingungen wurde die Simulation einer Bergung nicht an einem Wrack, sondern an der Mole von Mukran durchgeführt. In zwei Teams tauchten die Teilnehmer auf den Grund der Ostsee ab und suchten nach Geisternetzen. Bei einer Sicht von nur 0,5 Metern wurde schließlich eine alte Fischreuse gefunden, an der die Sporttaucher unter Anweisung von Wolfgang Frank erste Praxiserfahrungen sammeln konnten. Mittels Liftbags konnte das sackartige Netz gehoben und anschließend an Bord gebracht werden – ein voller Erfolg!

Positives Feedback der Teilnehmer – weitere Workshops in Planung

„Das Wochenende war sehr lehrreich. Wir konnten erfahren, mit welchem hohen Aufwand und mit welcher Kraft solch eine Bergung abläuft“, kommentiert eine Teilnehmerin aus Nürnberg den Workshop. Eine Taucherin aus Rügen erklärt: „Welche negativen Auswirkungen Geisternetze auf die Natur und die Unterwasserwelt in den Weltmeeren haben, war mir bis dato nicht so deutlich bewusst. Ebenso wenig, welchen Einsatz und Aufwand es kostet, sie zu bergen, zu recyclen oder einem weiteren, sinnvollen Nutzen zuzuführen.“ Alle Teilnehmer können es kaum noch erwarten, an einer Bergungsaktion teilzunehmen.

Eben diese Intention verbindet die Gesellschaft zur Rettung der Delphine mit dem neuartigen Workshop-Format. „In der Ostsee kommen Taucher seit Jahren aufgrund der Vielfalt verschiedenster Schiffswracks ganzjährig auf ihre Kosten. Warum aber nicht das Angenehme mit etwas Sinnvollem verbinden? Wir möchten, dass es für erfahrene Taucher zukünftig eine Selbstverständlichkeit wird, Altlasten des Menschen, wie Geisternetze oder anderen Müll, wenn möglich wieder mit an die Oberfläche zu nehmen und fachgerecht zu entsorgen“, erklärt Verena Platt-Till, Diplom-Biologin und Taucherin bei der GRD.

Mittlerweile sei es für die meisten Menschen zum Glück auch nichts Ungewöhnliches mehr, den Müll an den Stränden aufzusammeln. Warum also nicht auch unter Wasser? „Hierfür ist es aber wichtig, dass interessierte Sporttaucher fachgerecht und kompetent ausgebildet werden, denn Geisternetze zu bergen kann bei fehlender Erfahrung brandgefährlich werden. Dank Wolfgang Frank, der Deutschen Postcode Lotterie und dem Reiseportal Ostsee24.de ist das nun möglich. Ich danke allen Beteiligten des ersten Workshops für ihren zukünftigen Einsatz zum Schutz der bedrohten Biodiversität in der Ostsee“, sagt Verena Platt-Till.

Schon bald werden die Teilnehmer des ersten Workshops zusammen mit Sporttauchern, die bereits Erfahrung bei Geisternetzbergungen gesammelt haben, Gelegenheit bekommen, das erlernte Wissen bei einer Bergungsmission einzusetzen. Gleichzeitig sind aufgrund der Nachfrage nach diesem Workshop-Format und der positiven Resonanz aller Beteiligten weitere Termine in Planung. Interessierte können sich bereits jetzt bei der GRD melden und ihr Interesse hinterlegen – sowohl telefonisch als auch via Kontaktformular.

Link zur GRD

GRD
M. Hansen / B. Ottow

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