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Apnoe Passion Praxis: Das Pulling System von OCTOPUS FREEDIVING

Das heute CLASSIC benannte Pulling System von OCTOPUS FREEDIVING kam 2018 auf den Markt und generierte bereits in der  Crowdfunding Phase über 1000 Vorbestellungen weltweit. Ergänzend ist mittlerweile eine XL Version verfügbar, die auch dickere Grundseile bedient. Der Designer Pascal Berger ist als Schweizer Meister in den Tieftauchdsziplinen hervorragend geeignet, optimal praxisgerechte Tools für Freitaucher zu entwickeln, die letztendlich auch in der Schweiz hergestellt werden.

Solange Tieftauchausbildung oder Training nur an fest verankerten Bojen absolviert wird, stellt sich nicht die Frage: Wie kommt ein Grundseil inklusive dem daran befestigtem Blei einigermaßen praktikabel aus dem Wasser? Darauf gibt das Pulling System von OCTOPUS FREEDIVING die passende  Antwort.

Spätestens mit dem Einsatz einer eigenen Trainingsboje, die an unterschiedlichsten Tauchplätzen ins Wasser gebracht wird, kann rasch festgestellt werden, dass die klassische Methode, das Seil lediglich durch einen Karabiner zu führen, zwar machbar ist aber meilenweit weg von einem Zustand, der auch nur annähernd als komfortabel beschrieben werden könnte.

Pascal Berger machte sich dazu Gedanken und entwarf sein Pulling System, das zwei wichtige Kernmerkmale aufweist: Das Seil wird über zwei Rollen gelenkt und es gibt eine automatische Bremse, die beim Ablassen und Heraufholen des Seils wirksam ist sowie das Seil in der ausgebrachten Länge sicher fixiert.

Zwei Rollen reduzieren die Kraft, die zum Hochholen des Seils mit dem Grundgewicht erforderlich ist, weil es praktisch keine Reibungsverluste gibt. Das ist eine deutliche Erleichterung.

Ein Flaschenzug würde mechanisch zwar die einzusetzende Kraft generell verringern, den Zugweg aber deutlich verlängern. Das wäre kontraproduktiv. Denn sollte unter Wasser ein Notfall eintreten und ein Freitaucher müsste mit Unterstützung des Grundseils zur Oberfläche verbracht werden, muss das rasch erfolgen.

Die Seilbremse ist für einen Laien wie mich in Sachen Mechanik genial gelöst. Mit wenigen dürren Worten beschrieben, sieht sie aus wie ein Kleiderbügel, mit einem abgerundeten längerem und einem kürzeren, am Ende mit drei Fingern profiliertem Arm.

Der bewegliche Bügel wird mit seiner großen Öse am Bojenkarabiner eingeklinkt, der das Pulling System an der  Trainingsboje festmacht. Am Bügel hängt das Dreieck mit den zwei Rollen, über die das Grundseil geführt ist.

Und weil der bewegliche Bügel nicht mittig sondern aus der Mitte  versetzt am Dreieck des Pulling Systems angebracht ist, hängt er in Ruhestellung „schief“ und es genügt die senkrechte Zugkraft durch das Grundgewicht, das Seil automatisch zu fixieren. Ganz einfach.

Wer den letzten drei Absätzen nicht 1:1 folgen konnte, dem helfen die Bilder sicher ein Stück weiter.

Und nun noch zwei mechanische Tricks des Pulling Systems. Zum Ablassen des Grundseils muss nur die Bremse durch Druck auf den längeren Arm des Bügels gelöst werden. Zum Heraufholen spannt man lediglich ein Bein über dem Pulling System ein, das geht mit und ohne Flossen. Bei jedem Zug am Seil wird jetzt die Bremse gelöst und das Seil eingeholt. Sobald nicht mehr angezogen wird, wirkt die Bremse.

In der Praxis funktioniert das wirklich gut und ich als Freitauchlehrerin bringe das Grundseil plus 10 kg Grundgewicht problemlos nach oben. Eine andere, „klassische „ Lösung“ mag ich mir nicht wirklich vorstellen.

Das Pulling System CLASSIC und XL unterscheidet sich im Durchmesser und der Breite der Rollen. Das CLASSIC bedient Seile von 8 bis 12 Millimeter Durchmesser, das XL von 8 bis 13 Millimeter. Die größeren Rollen sind außerdem noch effizienter und erleichtern das schnelle Einholen der Leine, was mit Blick auf einen Notfall mehr Sicherheit bietet.

Wichtig ist insgesamt auch der Blick auf die Produktqualität. OCTOPUS FREEDIVING verwendet ausschließlich hochwertigste Materialien, die es sogar zulassen, eine Boje mit Pulling System im Salzwasser „zu parken“. Es wird an nichts gespart, um höchste Zuverlässigkeit zu garantieren. Bis 250 kg kann über das Pulling System aus dem Wasser gehoben werden. Das Gehäuse ist aus Polyamide verstärkt mit 40% Fiberglas. Der Aluminiumbügel ist 8 mm dick und entspricht der Norm ALU6061. Die Rollen sind ebenfalls aus Polyamide und die Schrauben aus Marine Edelstahl.

VORSICHT

Gute Produkte werden häufig „kopiert“ und aus minderwertigen Materialien reproduziert, mit dem Aussehen des Originals. Das ist auch im Zusammenhang mit dem Testprodukt festgestellt worden. Darum Hinweise, die die Echtheit eines OCTOPUS Pulling System überprüfen lassen: Nur auf dem Original ist auf dem Kunststoffgehäuse OCTOPUS auf beiden Seiten eingelassen und es gibt keine Labelgravierung auf dem Alubügel.


Zur Website und dem Webshop von OCTOPUS FREEDIVING

https://www.octopusfreediving.com/collections/pulling-system
https://www.octopusfreediving.com/collections/xl-pulling-systems

Preise: CLASSIC € 45,-   XL € 65,-

 

Über Pascal Berger

Geboren und aufgewachsen in der Schweiz mit einer Diät aus Käse und Schokolade, wuchs Pascal Berger zu einem halb kompetitiven Freitaucher und halb Designer heran.

Nach seinem Abschluss an der Universität für Kunst und Design in Genf baute Pascal seit 2001 eine erfolgreiche Karriere als Designer auf, mit jährlichen Ausstellungen in Mailand und der Betreuung junger Designstudenten.

Im Jahr 2010 entdeckte Pascal das Freitauchen, das schnell zu einer echten Leidenschaft wurde, insbesondere für die Tiefendisziplinen, bei denen er die friedlichen und ruhigen Empfindungen des tiefen Blaus genießt. Von Anfang an mit sichtlich starken Fähigkeiten machte er sehr schnell Fortschritte und wurde innerhalb weniger Jahre zum Schweizer Landesrekordhalter in allen Tiefendisziplinen. Sein tiefster Rekord wurde 2017 im variablen Gewicht mit einem Tauchgang auf -131 m aufgestellt.

2013 gründete Pascal das Beste aus beiden Welten und gründete OCTOPUS mit dem Ziel, der schnell wachsenden Freitaucher-Community erstklassige, innovative und sexy Spezialausrüstung anzubieten.

Während seiner Trainingsaufenthalte in Ägypten testet er seine neuen Produkte selbst im Blue Hole von Dahab und kümmert sich anschließend um die gesamte Produktion, Verpackung und den Versand zurück in seine Heimat Schweiz.

Quelle: Website OCTOPUS FREEDIVING

 

Petra Ney    www.apnoe-passion.de
Octopus Freediving & Petra Ney & Michael Goldschmidt

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