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Zielgruppe

Zielgruppe Sporttauchen

Zielgruppe Tektauchen

Diving Center Indie © UWW

by Michael Goldschmidt 9.15

Diving Center Indie © UWW

Diving Center Indie © UWW

Diving Center Indie © UWW

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Wrack Varese © UWW

Wrack Varese © UWW

Wrack Varese © UWW

Wrack Varese © UWW

Wrack Varese © UWW

Wrack Luana © UWW

Wrack Luana © UWW

Wrack Luana © UWW

Wrack Luana © UWW

Wrack Luana © UWW

Wrack Luana © UWW

Wrack John Gilmour © UWW

Wrack John Gilmour © UWW

Wrack John Gilmour © UWW

Wrack John Gilmour © UWW

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Wrack John Gilmour © UWW

Wrack John Gilmour © UWW

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Wrack Draga © UWW

Wrack Draga © UWW

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Wrack Golub © UWW

Wrack Golub © UWW

Wrack Golub © UWW

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Wrack Baron Gautsch © UWW

Wrack Baron Gautsch © UWW

Wrack Baron Gautsch © UWW

Wrack Baron Gautsch © UWW

Wrack Baron Gautsch © UWW

Wrack Baron Gautsch © UWW

Fraškeric © UWW

Pula © UWW

Wracks sind für viele Taucher absolute Highlights. Möchte man mit seiner eigenen umfangreichen (technischen) Ausrüstung von einer mit dem Auto erreichbaren Basis aus 15 teils legendäre Wracks betauchen, ist im Diving Center Indie an der richtigen Stelle. Sie finden es in Kroatien, genauer auf der Halbinsel Istrien im Ort Banjole. Keine 6 Stunden dauert die Fahrt von München aus, dann ist man in einem Tauchparadies.

Wir hatten schon mehrere Male das Vergnügen, einige Tauchplätze des Diving Center Indie kennen zu lernen. Doch leider fehlte jedes Mal die Zeit, um alle der schönsten Wracks selbst in Augenschein nehmen zu können. Dieses Mal war das Glück auf unserer Seite und 7 Tage Wracktauchen satt machte das wunderbare Team von Indie Anfang April möglich. Die Basis ist ganzjährig geöffnet, betreibt bis zu 4 Boote, davon ein richtig schnelles RIB und es werden alle Gase gemischt und gefüllt. Man ist auf Techtaucher genauso eingestellt, wie auf Sporttaucher.

Leider ist der Campingplatz „Autokamp“ Indie erst ab Ende April und dann bis Ende September geöffnet. So konnten wir dort diesmal kein Mobilehome mieten, das den kurzen Weg zur Basis auf demselben Gelände garantiert. So reservierte uns Robert, der Basisleiter, ein identisches Mobilehome im 14 Kilometer entfernten Medulin. Zu dieser Zeit gab es außerdem noch günstige Sonderpreise, weil die Saison noch nicht angefangen hatte. Das Autokamp in Medulin gehört demselben Betreiber, wie in Banjole, ist aber ganzjährig geöffnet. Mit der Klimaanlage kann man auch heizen und so kommt man in der kühlen Jahreszeit gut über die Runden. Auf alle Fälle sind die Mobilehomes recht komfortabel, haben eine Küchenzeile, ein Bad mit Dusche und zwei Schlafräume, in denen bis zu 5 Personen übernachten können. Für zwei Taucher mit Scootern und umfangreicher Fotoausrüstung ist da viel Platz für alles Gerödel, ohne, dass was im Weg steht. Und, die Mobilehomes sind deutlich Preisgünstiger, als örtliche Pensionen. Fahren Sie in der Hochsaison nach Banjole oder Medulin, sollten Sie online ein Mobilehome rechtzeitig reservieren, das sind sehr gefragte Unterkünfte.

Seit 1998 ist Indie Diving aktiv. Das Kernteam hat viele Jahre an Taucherfahrung mit Normalluft und Mischgasen und bildet vom Anfänger bis zum Tauchlehrer aus. Seniorchef ist Željko, der viele Jahre als Berufstaucher tätig war und in den regionalen Tauchorganisationen aktiv ist, um unter anderem starke bürokratische Einflüsse zu kompensieren.  Seine Tochter Sandra ist natürlich auch TL aus Leidenschaft und hat ein besonderes Faible für Meeresbiologie und UW-Fotografie. Ihr Mann Diego bildet natürlich auch aus und begleitet die Tauchgäste unter Wasser. Robert hat die gleichen Qualifikationen, doch seit einem Unfall vor ein paar Jahren, bei dem eine Hand verletzt wurde, geht er zu seinem größten Bedauern nur noch privat zum Tauchen. Als Basisleiter ist er  Ihr Ansprechpartner.  Er ist außerdem Sekretär  einer regionalen Vereinigung von Tauchbasen und  arbeitet daran, das Qualitätslevel der dort organisierten Basen auf dasselbe hohe Niveau  zu bringen, das für Indie Standard ist. Sein Vater Ladi ist in erster Linie im Kompressorraum zu finden, beim Füllen und Gasmischen.  Ist das erledigt, angelt er mit Freunden am Steg der Basis oder er fährt mit raus, um vom Meer aus etwas fürs Mittagessen zu fangen.  Im Team sind noch Kristian, Igor, Renato, Bojan, Zoran und Mladen. Man trifft sie meist an den Wochenenden oder in der Hochsaison täglich an der Basis und auf den Booten. Ein super Team, kompetent, freundlich, hilfsbereit, humorvoll und sicherheitsbewusst. Und wenn man bei Indie ein Wort nicht kennt, dann heißt das Stress.

Sie haben die Möglichkeit 15 schöne und sehr schöne Wracks zu betauchen. In diesem Jahr soll ein weiteres dazu kommen, doch da wollte man sich noch nicht detailliert dazu äußern. Der Meeresgrund um Istrien hat noch viele unentdeckte Wracks zu bieten, dafür sorgte schon über Jahrhunderte der rege Seeverkehr und dann der erste Weltkrieg. Seeminen waren tückische Fallen, die am Beispiel der Baron Gautsch sogar zum Eigentor wurden.
Ein Tipp noch auf dem Weg. Die Wracks liegen in Tiefen von 35 bis 48 Meter.  Je nach Zieltiefe sollten Sie ein geeignetes Nitrox füllen lassen. Wir hatten EAN 30 bzw. EAN 26 in den Flaschen als Bottomgas, in der Stage ein EAN 50, um die immer fällige Deko abzukürzen. Und wir hatten Bonex Scooter im Einsatz, die rundum ideal waren. Bepackt mit Doppelgerät, Stage und umfangreicher Foto- und Lichtausrüstung ist es mit dem Scooter ein Kinderspiel bei Strömung vom Eintauchpunkt am Bootsheck an die Abtauchleine am Bug zu kommen, die direkt zum Wrack führt. Hier ist schon mal Luft und Kraft gespart. Und am Wrack selbst legt man die Entfernungen abgekoppelt von der Strömungssituation völlig entspannt zurück und kann pro Tauchgang ein wesentlich größeres Terrain betauchen, als nur mit eigener Flossenkraft.

Natürlich können Sie alle Wracks auch mit Sporttauchequipment betauchen. Dann fallen die Tauchgänge wesentlich kürzer aus und es bedarf einiger Abstiege mehr am selben Wrack, um sich ein umfassendes Bild zu machen. Sonst bleibt der Erlebnishorizont auf einen Bereich beschränkt, der relativ nah zur Abstiegsleine ist. Und, ohne eine gute UW-Lampe reduziert sich die Qualität des Wracktauchgangs auf 40%. Bei all den Tauchgängen sind Sie nicht in Dunkelheit gehüllt, aber eigenes Licht bringt die durch die Natur am Schiff vorgenommenen Veränderungen erst richtig zur Geltung. Eine weitere Empfehlung sei noch gemacht: Ziehen Sie ganzjährig Handschuhe an. Beim Ab- und Auftauchen halten Sie sich immer an der Bojenleine ein. Gerade bei Strömung ist ein freier Abstieg nicht ratsam, weil man die Wracks erst nach 10, 20 Meter Tiefe erkennt. Die Leine ist von Muscheln und Kleinorganismen überzogen, die scharfkantig sein können.
Dann wären da noch die Fragen zu klären, bezüglich der zu erwartenden Sichtweiten und Wassertemperaturen. Auch wenn es jahreszeitliche Unterschiede gibt, haben wir von April bis Oktober zu vergleichbaren Zeiten immer wieder Unterschiede bei den Sichtweiten festgestellt. Mal sehr gute Sicht, mal sehr schlechte. Das hängt von der „Tagesform“ des Wracks ab. Sie liegen mitten im Meer auf ungeschützten Positionen. Da gibt es  weit und breit keine Riffe, die das Vorbeidriften von Sediment und Plankton steuern würden. Je nach Strömung wechseln die Sichtweiten. Das macht es aber spannend. Auch wenn die Wassertemperatur an der Oberfläche im Sommer bei 25°C liegen kann (Frühjahr 15°C), empfehlen wir ganzjährig – so es geht – trocken zu tauchen oder ab Sommer  zumindest mit einem guten Halbtrockenanzug. An den Wracks, auf denen man sich überwiegend aufhält, hat das Meer deutlich kühlere Temperaturen. Im Frühjahr sind es 12°C, im Sommer bis in den Herbst 18°C.

 Wrack Varese

Logbuch
Tiefe: 39 Meter, Tauchzeit: 41 Minuten, Bottomgas: EAN 27, Dekogas EAN 50, PO2 1,6 , Wasser: 12°C
Tiefe: 38 Meter, Tauchzeit: 33 Minuten, Bottomgas: EAN 28, Dekogas EAN 50, PO2 1,6 , Wasser: 12°C

Eigentlich ist die Varese wesentlich interessanter als die Baron Gautsch. Sie hat ein ganz eigenes Flair und ist publizistisch noch lange nicht so abgenagt wie ein Hühnerknochen. Das ehemalige italienische Handelsdampfschiff, 72 Meter lang und 9 Meter breit wurde am 18.1.1915 versenkt. Es sollte Fracht von Triest nach Tunis transportieren. Wegen eines großen Unwetters versuchte der Kapitän Schutz im Hafen von Pula zu finden. Bevor der Hafen erreicht werden konnte, beendete eine Wassermine die Fahrt, der Bug wurde abgerissen.

Die Maximaltiefe liegt hier aufrecht bei 42 Meter, aber hinsichtlich der nur zwei  projektierten Fototauchgänge blieben wir etwas flacher. Bei 33 Meter erreicht man die Aufbauten und ist sofort in eine andere Welt entführt, in der der dichte Bewuchs der Stahlkonstruktion ein mystisches Ambiente schafft. Brassenschwärme sind rund um uns und machen so die Aufnahmen im etwas eingetrübten Wasser nicht einfach. Alte Netze haben sich an den Aufbauten verfangen. Ein Wrack aus dem Bilderbuch. Ich war schon einmal an der Varese, mit Kristian von der Basis, doch er hatte Gäste zu begleiten, deshalb gab es da nicht so viele Fotosituationen. Diesmal war nach längerer Zeit wieder Tamara als Buddy und Model mit an Bord, ein eingespieltes Team.
Ganz ehrlich, man braucht eine Reihe von Tauchgängen an einem Wrack, um sich sofort zu Recht zu finden. Wo ist was, wo geht’s lang? Ein Schiff verändert sich nach dem Untergang, die Dimensionen der Aufbauten verzerren sich, weil die salzige Umwelt daran nagt, sie knicken ein, verlieren sich. Holzplanken lösen sich zuerst auf. Bei den Wracks, die vor 100 Jahren hier auf Grund geschickt wurden, findet man kein Stück hölzerne Planke mehr. Das macht die Orientierung nicht leichter und man muss gedanklich abgespeicherte Bilder eines Schiffs in seinen Details mit dem abstimmen, was man in der Tiefe vorfindet. 
Die Varese kann man gefahrlos durchtauchen, es gibt nur wenige kurze overhead Situationen.  Die dick geflochtenen Netze am Rumpf sind gut zu sehen und es gibt keine Gefahr, sich dort zu verheddern, wie bei den modernen, fast unsichtbaren Kunststoffnetzen.
Wir haben das Wrack unter den Top 10 der Redaktion eingereiht.

Wrack Luana

Logbuch
Tiefe: 37 Meter, Tauchzeit: 41 Minuten, Bottomgas: EAN 26, Dekogas EAN 50, PO2 1,6 , Wasser: 12°C


Die Luana ist ein weiterer Wracktraum. Von der Indie Tauchbasis ist sie 9 nautische Meilen entfernt. Bis zum Sandgrund sind es 48 Meter, doch für den einzigen dort geplanten Tauchgang sind unsere Gasreserven nicht ausreichend, das 1943 nach einer Kollision gesunkene, aufrecht liegende Handelsschiff bis zum Ruder und der Schiffsschraube hinunter zu besuchen.  Das Kennzeichen der Luana ist das völlig überwachsene Steuerrad, das auf den Aufbauten zu sehen ist. Tamara hat die Situation am Steuerrad stimmungsvoll beleuchtet. Aber, um dort hin zu kommen, fehlte uns eingangs die Orientierung, denn die Sicht war nicht prickelnd. Gut, dass Željko mit einem weiteren Gast mit abgetaucht war. So konnten wir ihn dann unter Wasser fragen, wo es lang geht…
Mit 70 Meter Länge und 11,5 Meter Breite ist die Luana ähnlich zur Varese dimensioniert. Auch die offenen Durchgänge in der Stahlkonstruktion, nachdem die Holzplanken aufgelöst worden waren, zeigen Parallelen. Auch hier überziehen alte Netze Teile des Wracks und sind Brassen als ausgewiesene Herrscher des Motivs zugegen. Die Aufbauten sind nahezu verschwunden.  Doch es gibt einen kurzen Gang an der Reeling, der Ähnlichkeiten zu Motiven der Baron Gautsch hat.
Die kurze Grundzeit und den Umstand, nur einmal hier zu tauchen, haben wir wieder mit dem Scootereinsatz optimiert.
Die Luana reiht sich in die Top 10 der Redaktion nahtlos ein.

Wrack John Gilmour

Logbuch
Tiefe: 43 Meter, Tauchzeit: 43 Minuten, Bottomgas: EAN 28, Dekogas EAN 50, PO2 1,6 , Wasser: 12°C
Tiefe: 38 Meter, Tauchzeit: 40 Minuten, Bottomgas: EAN 28, Dekogas EAN 50, PO2 1,6 , Wasser: 12°C

Die John Gilmour ist ebenso 9 nautische Meilen von der Basis entfernt, die Maximaltiefe liegt bei 43 Metern und es steht aufrecht auf dem Grund. Das Handelsdampfschiff gilt als eines der ersten Opfer des 1. Weltkriegs in dieser Region. John Gilmour ist nicht sein richtiger Name. Der Dampfer hatte im Laufe seiner Geschichte immer wieder den Besitzer und die Registrierung gewechselt, so dass sein letzter Name nicht mit Sicherheit festgestellt werden konnte. Gebaut wurde es in einer englischen Werft und mit Dampfmaschinen ausgestattet, auf denen J. Gilmour identifiziert werden konnte.
Der 60 Meter lange und 8 Meter breite Frachter bietet viele Möglichkeiten, sein Inneres zu betauchen. Nach über 100 Jahren unter Wasser ist er völlig bewachsen wie ein natürliches Riff.  Bauteile aus Holz haben sich längst aufgelöst. Wie bei den anderen Wracks auch, sind es Schwämme, die die Stahlflächen erobert haben. Unter dem Licht der Unterwasserlampen werden im Blaugrau der Tiefe immer wieder gelbe und rote Schwämme sichtbar, das Gros gibt sich aber nicht farbenfreudig und korrespondiert mit dem stark gefilterten Farbspektrum der Tiefe.
An diesem Wrack lohnt es sich zunächst am Heck auf Tiefe zu gehen. Das Ruderblatt ist ein schönes Motiv und mit dem Blick nach oben sieht man die Heckpartie in ihrer ganzen Dimension. Ein Stück der Schraube schaut aus dem weichen Boden. Vom Grund sollte man sich absetzen, das Sediment ist etwas nervös und ein unbedachter Flossenschlag startet die Nebelmaschine.
Markante Aufbauten hat der Zahn der Zeit bereits abgenagt, was nicht heißen soll, der Schiffskörper wäre „platt“. Nein, so stimmt das nicht. Vieles ist zuzuordnen, zu identifizieren, doch dafür benötigt man eben Zeit. Mit Scooter und Doppelgerät ist man da im Vorteil. Man braucht für die Erlebnisse beim Wracktauchen auch ein wenig Phantasie und die Vorstellung, wie das Schiff vor dem Untergang ausgesehen haben mag. Dann tut man sich leichter und man erkennt wesentlich mehr, was man sonst einfach nur so an sich vorbeiziehen ließ. Wrack eben…..
Auf dem Heck angekommen, erkennt man ein Stück des Schornsteins oder Ventilators. Ein paar Meter weiter zeigen sich große Öffnungen, die den Zugang zum Laderaum ermöglichen. Ein umgeknicktes Rohr, Teil eines Masts, weist Richtung Bug und sieht in seiner Position aus, wie eine kleine Kanone.
Am Bugladeraum hängen ein paar Netzreste in der offenen Luke, davor steht der Stumpf des Ladekrans. Bei guten Sichtverhältnissen wäre der Bug selbst auch ein hübsches Motiv, doch an diesem Tag war uns das Glück mit der nötigen Sichtweite nicht so hold.
Auf dem Weg zurück zur Bojenleine kommen wir dann noch an einem offenen Schacht vorbei. Im Licht der Unterwasserlampe erkennt man Details der Maschine.
Auch die John Gilmour findet einen Platz in unseren Top 10.

Wrack Draga

Logbuch
Tiefe: 42 Meter, Tauchzeit: 41 Minuten, Bottomgas: EAN 26, Dekogas EAN 50, PO2 1,6 , Wasser: 11°C

Relativ nah zur Basis liegt aufrecht das Wrack der Draga. Es sind 3,5 nautische Meilen bis zum Ziel. Die Draga war ein Arbeitsschiff zur Sandgewinnung vom Meeresboden. Sand hat für die Bau- und Glasindustrie als wichtigster Rohstoff eine immense Bedeutung. Als Lieferant hat man keine Absatzschwierigkeiten und so mag die Profitgier letztlich die Draga auf Grund geschickt haben. Wegen Überladung kam sie in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts bei schlechten Wetterbedingungen in unlösbare Schwierigkeiten. Wasser brach über den Bug ein und so haben wir heute eine weitere Attraktion zu betauchen. Die Draga kann mit einem Tauchgang bereits recht gut erkundet werden, sie ist 25 Meter lang und 6 Meter breit.
Der Bug ist teilweise von roten Schwämmen bewachsen, ein schöner Farbkontrast zum Graublau der Umgebung (Lampe erforderlich). Ein Wahrzeichen ist der nach wie vor senkrecht nach oben gereckte Mast. Am Heck ist das Steuerhaus mit seinen Vorbauten nach 55 Jahren auf dem Meeresgrund in noch relativ gutem Zustand. Hier haben sich Netze verfangen, deren Reste in den kleinen Aufbauten hängen. Der Laderaum ist zu betauchen und auch hier sind alle Bauteile aus Holz vom Meer aufgelöst worden.
Die Draga eignet sich durchaus für Einsteiger ins Wracktauchen, aufgrund der überschaubaren Dimension und dem Zustand der Aufbauten.

Wrack Golub

Logbuch
Tiefe: 42 Meter, Tauchzeit: 35 Minuten, Bottomgas: EAN 29, Dekogas EAN 50, PO2 1,6 , Wasser: 11°C

Die Golub war ein Fischtrawler, der erst vor einigen Jahren bei einer Kollision mit einem maltesischen Frachter auf Grund geschickt worden war. Das war am 1. November 2011. Irgendwie empfinden wir, dass die Golub mit ihrem Mast und den Wanten die Romantik eines Piratenschiffs verbreitet. Wir waren schon bei anderen Aufenthalten an der Golub, diesmal sollte das auf dem Grund ruhende Heck besucht werden. Der hölzerne Rumpf wird in 100 Jahren wohl kaum noch vorhanden sein, genießen wir also die aktuelle Bestandsaufnahme mit Schraube und Ruder. Für das Shooting halten wir uns lang auf über 40 Meter Tiefe auf, was eine etwas kurze Tauchzeit an der Golub bedingt. So waren in der Tauchgangberechnung 20 Minuten Grundzeit vorgegeben worden. Die Deko war auf 15 Minuten berechnet.  Trotzdem reicht die Zeit dank Einsatz der Scooter an dem überschaubar großen Schiff diverse Fotospots anzusteuern und neue Motive zu finden. Danke an dieser Stelle an Buddy und Model Tamara.  Man spürt, dass die Mannschaft nur wenig Zeit hatte, sich in Sicherheit zu bringen, die Situation der Netze und Werkzeuge spiegelt den Augenblick, an dem es bei schlechten Sichtbedingungen auf dem Meer zur Kollision kam. Durch offene Luken kann man ins Innere sehen. Brassenchwärme haben nun dieses künstliche Riff in Besitz genommen.
Die Spitze des Masts erreicht man bei 27 Metern, die Schraube ist bei 42 Metern.  Um etwa 30° ist das Schiff nach Backbord geneigt, wenn der Zahn der Zeit ausreichend genagt hat, wird man in dieser Richtung eines Tages den Mast und die Wanten auf dem Sandgrund liegend  vorfinden. Hier lohnen sich wirklich einige Tauchgänge und in unseren Top 10 der Wracks ist die Golub mit dabei.

Wrack Baron Gautsch

Logbuch
Tiefe: 33 Meter, Tauchzeit: 38 Minuten, Bottomgas: EAN 30, Dekogas EAN 50, PO2 1,6 , Wasser: 11°C
Tiefe: 31 Meter, Tauchzeit: 32 Minuten, Bottomgas: EAN 30, Dekogas EAN 50, PO2 1,6 , Wasser: 11°C


Auch dieses Mal haben wir die Gautsch nicht bis zum Grund inspiziert. Das haben wir uns für kommende Tauchgänge reserviert. Die Aufbauten bieten unendlich viele Motive und Eindrücke.
Die Geschichte: Ursprünglich war die Baron Gautsch ein vornehm ausgestattetes österreichisches Passagierschiff und verkehrte zwischen Boka Kotorska und Trieste. Vom Stapel lief sie 1908, entsprechend war sie ausgestattet und die Gesellschaftsräume und Kabinen möbliert. Während ihrer letzten Fahrt waren österreichische Offiziere und deren Familienmitglieder an Bord. Diese Fahrt wurde zum Desaster, weil nach dem Beginn des 1. Weltkriegs am 1. September 1914 Österreich seine Grenzen und Partner strategisch zu schützen suchte. Von Pula aus wurden Seeminengürtel gelegt, um Feindschiffe am Anlanden zu hindern. Die Kommunikation ob der gefährlichen Maßnahmen, die die Schifffahrt betrafen, war offenbar nicht ausreichend oder eindringlich genug. Um seine Fahrt abzukürzen gab der Kapitän der Baron Gautsch einen Kurs vor, der das Schiff in das Minenfeld NM9 führte. Weil dort kurz zuvor ein anderes Schiff unbeschadet durchkam, wertete es das als Zeichen der Sicherheit, diesen Weg zu verfolgen. Der Irrtum brachte die Gautsch in die Tiefe, eine Mine riss backbordseitig eine große Öffnung in den Rumpf. Von den mehr als 300 Passagieren verloren etwa 130 ihr Leben.
Die Entfernung zur Gautsch beträgt 14 nautische Seemeilen. Die Maximaltiefe liegt bei 39 Meter, bei 28 Meter fangen due Aufbauten an. Sie ist 89 Meter lang und 11,5 Meter breit.
 An der Gautsch gibt es zwei Ankerbojen mit Abstiegsleinen. Da das Wrack, wie auch einige weitere hier  in den Schifffahrtslinien liegen, werden die Bojen häufig von entlang fahrenden Schiffen gekappt. So beide Bojen vorhanden sind, wird an der Bugleine fest gemacht.  Nach dem Abtauchen erwartet Sie eine Wracksituation, die auch aus einem Walt Disney Film stammen könnte. Man durchtaucht Gänge, Räume, die das Meer mit seinem Bewuchs oder seiner Zersetzung neu geschaffen hat. Auch hier sind die Ebenen der Gänge und Räume aufgehoben, weil kein Holz mehr die stählernen Etagen trennt.
Jeder Tauchgang an der Gautsch  vermittelt das Gefühl einer neuen Entdeckung.
Das Tauchen an der Gautsch ist vom kroatischen Kulturministerium reglementiert, Tauchgänge dort können nur von lizensierten Basen wie Indie durchgeführt werden.
Die Gautsch ist ein absolutes Top Wrack Ziel.

Und jetzt zum Schluss mal was ganz anderes. Es muss ja nicht immer Alteisen sein, da gibt es bei Indie noch international bekannte  Highlights, die von der Natur erschaffen wurden. 

Fraškerić

Logbuch
Tiefe: 13 Meter, Tauchzeit: 57 Minuten, Bottomgas: EAN 32, PO2 1,6 , Wasser: 13°C

Nur wenige Minuten braucht  man mit dem Zodiac zum Tauchspot Fraškerić, an der Nordseite der gleichnamigen kleinen Insel. Das absolute Highlight sind 4 Höhlen, die durchtaucht werden können. Dazu befinden sich hier einige Grotten und dazwischen ein versunkenes kleines Boot, das allem Anschein nach bei schwerer See an die felsige Küste geworfen und dabei schwer beschädigt wurde.
Versuchen Sie um die Mittagszeit, bei hohem Sonnenstand, bei Fraškerić zu tauchen. Wenn es irgendwie machbar ist vom Timing, wird man das von der Basis gerne ermöglichen. Denn nur bei dieser Lichtsituation strahlt das Sonnenlicht durch ein rundes Loch ins Innere eines langen Ganges in 5 Metern Tiefe und zaubert ein unglaublich schönes Lichtspiel. Die möglichen Tauchtiefen liegen zwischen 25 Meter max- und 1 Meter minimal. Insgesamt ist der Spot auch für Anfänger und fürs Schnuppertauchen geeignet.
Etwas zurückhalten wird Fraškerić als einer der schönsten Tauchplätze an der Westküste Istriens bezeichnet, für uns zählt er zu den Top 100 weltweit.

Alle genannten Wassertemperaturen beziehen sich auf die Situation Mitte April 2015 und sind natürlich saisonal abweichend.

Nach dem Tauchen

Die nächst größere Stadt ist das nahe Pula, das von den Römern 177 v.Chr. erobert wurde. Die Besiedelungsgeschichte der Region ist rund d 7000 Jahre alt. Das auf Weisung von Kaiser Augustus erbaute Amphitheater befindet sich, auch dank diverser restaurierungsmaßnahmen, in einem recht guten Zustand. Der Besuch der Anlage und des Museums in den Gängen und Räumen unter den Tribünen und der Arena lohnt sich. In der Nähe ist noch der Augustustempel zu besichtigen. Recht viel mehr Sehenswürdigkeiten gibt es nicht in der Stadt, die mit der Grundsteinlegung für den Bau des Hauthafens der österreichischen Kriegsmarine am 9. Dezember 1856 durch Kaiser Franz Joseph aus einem Fischerdorf mit 900 Einwohnern zu einer regionale Metropole heranwuchs.

Einen Restaurantipp haben wir noch., das Fontana in Medulin , Sad 126. www.istra360.info/fontana360/flash/360_istra.html
Der junge Wirt hat nicht nur die beste landestypische Küche, er spricht sehr gut Deutsch und freut sich immer über Gäste, mit denen er seine Sprachkenntnisse anwenden kann. Man kann dort auch ganzjährig neu eingerichtete Zimmer mieten und auch mit kleinen Gruppen unterkommen.

restaurant.fontanamedulin@facebook.com
tanushi2@hotmail.com

Autokamps

Autokamp Indie  www.arenacamps.com/de/kroatien_mobilheime/camping_indi
Autokamp Medulin  www.arenacamps.com/de/kroatien_campingplatz/medu


Beitrag in UnterWasserWelt November 2014 mit vielen Bildern der Basis
www.unterwasserwelt.de/html/diving_center_indie_wrack


Fakten

Tauchplätze Wracks: 15
Durchschnittliche Tiefe: 37 Meter
Tauchplätze Riffe: 11
Durchschnittliche Tiefe: 25 Meter
Boote: 4
Gase: Luft, Nitrox, Sauerstoff, Helium
Geöffnet: ganzjährig
Sprachen: Kroatisch, Italienisch, Englisch, Deutsch
Kartenzahlung: ja
Ausrüstungsverleih: ja
Ausbildung und Spezialkurse: www.istradiving.com/pdf/Tec

www.istriadiving.com 
divingindie@divingindie.com  

Adresse Indie Diving Center
Camping "INDIJE"
Banjole 96,
Pula - Istra – CROATIA

Telefon/Fax in der  Tauchbasis: 00385 52 573 658
Robert mobil: 00385 98 344 963

Scooter im Einsatz zu dieser Reportage: BONEX
www.bonex-systeme.de/

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Inserat Atlantis Berlkin

 

 

Inserat PD2

 

 

 

 

 

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