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Türkei, Kas © UWW Falk Wieland

by Falk & Cornelia Wieland 9.12

Türkei, Kas © UWW Falk Wieland

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Türkei, Kas © UWW Falk Wieland

Für das angenehme Wracktauchen mit Überblick und Weitsicht empfiehlt sich das Mittelmeer rund um KAS in der Türkei. Vor der Küste mischt sich das nährstoffarme blaue Meerwasser mit Süßwasser aus dem Taurusgebirge und ist besonders klar. Das pittoreske Städtchen Kas hat sich zur heimlichen Taucherhauptstadt der türkischen Südküste entwickelt. Die Macher der Tauchszene fügten den vorhanden historischen Wracks moderne hinzu.

Links vom Hafen steht auf einem Inselchen ein winziger Leuchtturm, geradeaus geht es zur Griechenlands östlichster Insel Meis, rechts außen schauen die Felsspitzen des Neptunriffes aus den blauen Wellen. Bei gutem Wetter meint man, dass abwechslungsreiche Tauchrevier vor Kas bereits zum Frühstück von der Hotelterrasse überblicken zu können. Ach ja, frühstücken in Kas, zumeist auf dem Dachgarten diverser Hotelterrassen bei lauem Lüftchen und orientalischer Musik, ist für den genervten Städter schon eine Flucht ins gelassene Orientalische an sich.
Gestärkt wandern wir die wenigen Minuten zum Liegeplatz der „Abyss“, des Schiffes der Tauchbasis KAS-Diving. Dieses genial eingerichtete Tauchschiff liegt dicht an der Hafeneinfahrt von Kas und kann so während eventueller Nachttauchgänge am Hausriff als Basis dienen. Doch auch sonst ist alles durchdacht: Kompressoren, Lufttrocknung und Nitroxmembran auf dem Hafenkai, wenn das Schiff zurückkehrt, heißt es nicht Flaschen schleppen, sondern nur die Hochdruckschläuche aufs Schiff ziehen. So einfach kann das sein, ebenso wie die jederzeit freie Wahl, sich kurz vor dem Tauchgang für Pressluft oder Nitrox zu entscheiden.

Magisches Tauchen an antiken Plätzen

Der klassische Tauchplatz mit Antike-Feeling ist eine Ausfahrt nach Assi Island. Hier herrscht gar nicht selten eine deutliche Strömung, die in die Tiefe zu ziehen scheint. Deshalb tauchen wir im Strömungsschatten diverser Felsbuckel clever dahin und achten auf den Gasverbrauch. Das ist gar nicht so einfach, denn Kalmare, allerhand Fische und riesige Schwämme lenken uns ab. Die Magie vergangener Jahrhunderte scheint auch die vermutlich ältesten Lebewesen im Meer unwiderstehlich an diesen Platz zu locken. Wann immer wir bei Assi Island abtauchen; ein oder zwei Meter große Schildkröten scheinen an diesem Platz jederzeit gelassen vorbei zu rudern. Vielleicht bewachen sie die antiken Schätze?
Tauchziel dieser Ausfahrt ist ein steil in die Tiefe fallendes Steinfeld, auf dem die Ladung eines antiken Schiffes erhalten geblieben ist. Dabei gelangen wir schnell bis in 46 m Tiefe. Hier unten sind übermannshohe Amphoren und Krüge die größten und auffallendsten Relikte aus der Zeit der alten Seefahrer. Es handelt sich dabei um Reisamphoren, sozusagen antike Schüttgutcontainer. Neben den wirklich beindruckenden Amphoren können wir wie so oft beobachten, dass das Mittelmeer etwa ab 40 Meter Tiefe immer farbenprächtiger wird und verschiedenste Schwämme und Moostierchen in leuchtenden Farben bereithält.
Außerdem liegen hier unten mehrere antike Holzanker, die seltsam eckig gefertigt sind und wie überdimensionale griechische Schriftzeichen wirken. Diese Teile sind jedoch auch aus der Nähe schwer als solche zu erkennen, da sie farbenprächtig verkrustet mit der genau gleich bewachsenen felsigen Umgebung gleichsam verschwimmen. Wir befinden uns hier in jenem Seegebiet, in dem auch das 3.000 Jahre alte ULUBURUN-Wrack entdeckt und ausgegraben wurde, das heute im berühmten unterwasserarchäologischen Museum zu Bodrum bewundert werden kann.
Wer auf der Rückfahrt zum Hafen noch einmal kurz ins Wasser springen mag, kann in geringer Tiefe noch das sogenannte osmanische Wrack betrachten. Hier sind, zumeist gut behütet von Zackenbarschen, Kielbalken, Spanten und Ballaststeine eines sehr alten Schiffes zu sehen.

Neuestes Tauchziel ist ein Küstenwachboot „made in germany“

Die türkischen Tauchbasen haben offenbar gute Verbindungen zum Militär. Schon zwei Mal konnte man offenbar sowohl den Landrat von Kas als auch verantwortliche Offiziere überzeugen, ausgemusterte Technik für die taucherische Attraktivität der Region zu spendieren. Das neueste Ergebnis dieser Zusammenarbeit liegt dicht am Neptunriff. Im Winter und Frühling toben offenbar heftige Stürme um den Tauchplatz Üc Kaya, denn das zunächst auf über 20 Meter Tiefe im Wasser versenkte, aufrecht liegende Küstenwachbootwrack wurde nach kurzer Verweilzeit hinab in Tiefen von 32 bis 46 Meter geschleudert.
Das Wrack führte einst die dienstliche Bezeichnung TCSG 119. Dies heißt ausgeschrieben „Türkye Cumhurriet Sahil Güvenlik No 119“ und bedeutet ungefähr „Küstenwachboot 119 der Republik Türkei“. Das flotte Militärboot gilt als das schnellste Schiff, das je vor Kas auf dem Meeresboden aufschlug. Ziemlich sicher ist dieses Wrack inzwischen das beliebteste Fotomotiv zumindest der tauchenden Besucher.
TCSG 119 hat eine interessante Geschichte: Das Patrouillenboot von rund 30 m Länge wurde 1959 in Deutschland auf Schweers Schiffswerft in Bardenfleth gebaut. Die türkische Regierung gab damals vier gleichartige Boote in Auftrag. Am 19. Januar 1960 konnte das Boot in den Dienst der türkischen Marine gestellt werden. Ungewöhnlich ist, dass die Konstruktionsgrundlage der Kleinserie ein Flusspatrouillenboot der US Navy war. TCSG 119 jagte im Dienst der türkischen Marine ein halbes Jahrhundert lang zwischen Izmir und Antalya über die See, ehe es 2010 stillgelegt wurde.

Die technischen Daten des TCSG 119

Länge: 29,85 m
Breite: 4,95 m
Tiefgang: 1,45 m
Geschwindigkeit: 47 km/h
Gewicht: 70 t
Motorisierung: 2 x12-Zylinder-Motoren mit  je 1.000 PS
Ehemaliges Bordgeschütz: 20-mm-Kanone

Das alte Patrouillenboot wurde vor dem Untergang perfekt von Ölen und Fetten gereinigt. Maschinen, Waffen und Elektronik wurden ausgebaut. Dazu wurden zusätzliche Sicherheitsöffnungen ins Boot gebrannt sowie 14 Tonnen Betongewicht eingebracht. So präpariert sank das Boot am 25. 06. 2011 auf den felsigen Meeresboden. Das Wrack liegt aufrecht und schnittig am Meeresgrund und scheint wie in früheren Tagen durchs Wasser zu preschen. Glücklicherweise ist es nach den Stürmen erneut aufrecht am tieferen Liegeplatz angekommen.
Auch hier am Neptunriff liegen Neuzeit und Antike dicht beieinander. Vom Wrack des alten Küstenwachbootes kann man beinahe zu den Amphoren und Scherben hinsehen, die ganz in der Nähe um einen unterseeischen Hügel malerisch verstreut liegen

Versunkene Luftflotte: Savoia Marchetti und Dakota

Die türkische Luftwaffe war bereits am 1. Juli 2009 so großzügig, den Tauchbasen von Kas ein altes Flugzeug als Tauchattraktion zur Verfügung zu stellen. Damals wurde eine C-47 Dakota, die militärische Version der erfolgreichen Douglas DC-3, versenkt. Das Flugzeug diente einst der Ausbildung von Fallschirmspringern.
Die große Propellermaschine ist eindrucksvoll gut erhalten. Wir betauchen das Flugzeug zusammen mit neugierigen Fahnenbarschen. Sogar die Fahrwerke sind in gutem Zustand, die Maschine wurde wirklich gekonnt und sehr vorsichtig versenkt. Unter dem Rumpf treffen wir kleine Zackenbarsche. In der DC-3 sehen wir die blanken Metallbänke der Fallschirmspringer und einen großen Teil der Cockpit-Ausstattung. Wer die Armaturentafel genau sehen will, muss einen sehr schmalen Gang entlang schwimmen, in dem man kaum wenden kann.
Neben der fotogenen Dakota gibt’s jedoch auch noch eine sehr historische Maschine zu erkunden.  Zu diesem Flugzeugwrack gehören eine Story und die Tiefe „XXXL“. Dazu tauchen wir am Riff Flying Fish ab, das man sich als kegelförmigen Unterwasserberg vorstellen kann. Die Spitze liegt in 4 m Tiefe, der Sockel soll bei  etwa 100 m enden. Über diesem UW-Berg ist während des Zweiten Weltkrieges ein italienischer Bomber ins Meer gestürzt.
Das Flugzeug kam als Teil einer Dreierstaffel von Rhodos und offenbar sollten die Besatzungen bei der Insel Meis ankernde englische Schiffe bombardieren. Alle drei Bomber wurden abgeschossen. Beim Wrack von Flying Fish handelt es sich um eine „Savoia-Marchetti S.M. 79-I Sparviero“. Diese Maschine flog mittels dreier Alfa Romeo 126 RC.34-Motoren, von denen ein jeder 780 PS leistete. Der Tauchplatz Flying Fish gilt aus ganz natürlichen Gründen für sehr attraktiv, weil es hier oft zu Großfischbegegnungen mit Zackenbarschen, Bernsteinmakrelen, Thunfischen und verschiedensten Brassenschwärmen kommt. Zuweilen kreuzen am Platz Massen von Trompetenfischen. Nach den Umfragen türkischer Tauchmagazine hat Flying Fish den Ruf des besten Tauchplatzes der Türkei.

Die technischen Daten der Flugzeuge

Daten

Savio-Marchetti S.M. 79-I Sparviero

C-47 Douglas DC-3

Länge

15,80 m

19,65 m

Spannweite

21,20 m

28,96 m

Höhe

4,89 m

4,56 m

Startgewicht

10 t

12,25 t

Triebwerke

3 x Alfa Romeo 126.RC.34  Sternmotoren je 780 PS

2 x Pratt & Whittney 14-Zylinder-Doppel-Sternmotoren je 882 kW

Höchstgeschwindigkeit

314 km/h

360 km/h

Gipfelhöhe

7.000 m

8.000 m

Reichweite

1990 km

5.800 km

Bewaffnung

4-5 MG, Torpedos

-----------

Besatzung

6 Personen

3 Personen

Flying Fish ist zugleich eine Destination für allerbeste Taucher. Das Flugzeugwrack ruht in dunkelblauer Tiefe von 63 Metern am sanft, aber stetig abfallenden Meeresboden. Kurz schweben wir hinab ins märchenhafte Blassblau und erreichen den sagenhaften Bomber. Die Tauchbasis reglementiert den Tauchgang streng und räumt allenfalls 5-8 Minuten Grundzeit am Bomber ein. Intakt sind im Wesentlichen die drei Gondeln mit den Alfa-Romeo-Sternmotoren und Propellern. Der eigentliche Rumpf ist nur noch plattes Blech. Überall haften rote Schwammschichten und kleine schwarze Seeigel.Fazit: Eine spannende Geschichte mit nennenswerter Dekompressionszeit.

Outside Kalkan: Englischer Dampfer oder Sakarya?

Apropos Dekozeit: Runde drei Seemeilen vor Kalkan können wir mit der Crew von Kas Diving noch so einen Fall fürs gemäßigte technische Tauchen aufsuchen. In der Nähe von Kap Ince Burun schwimmen wir durch das sagenhafte Azurblau des offenen Meeres. „Im Anmarsch“ schweben wir zunächst nur etwa 20 m tief, von hier oben ist die gewaltige Szenerie gut zu sehen: Tief unter uns liegt der sogenannte „englische Dampfer“, ein absolut sagenhaftes Wrack. Das gewaltige Schiff liegt auf der Steuerbordseite. Die Rumpfform entspricht etwa der Bauweise um 1900. Vom Rumpf mögen noch die Hälfte oder zwei Drittel der Länge da sein. Das Heck ist abgebrochen, so dass wir Einblick in die zwei Ladedecks haben.
Der höchste Punkt des Wracks liegt bei etwa 44 Meter. Allenfalls hier hin führen die Diveguides Sporttaucher. Anfassen, sehen, staunen und austauchen. Doch wir wollen mehr. Wir tauchen ab bis zum Steven. Der liegt bei 66 Meter auf dem Grund auf, ein gewaltiger Anker hängt noch in der Klüse. Der gerade Steven lässt an die Blütezeit der Handels - Dampfschifffahrt um 1920 denken.
Riesig erhebt sich das senkrecht stehende, nur noch aus Metallstringern bestehende Deck  neben uns, das Spill ist noch am Vordeck fest, ein paar Meter Ankerkette hängen daran. Neben der Bruchstelle liegt ein Segelschiffsmast aus Stahl, an dem man noch deutlich den Spannring mit den Belegnägeln sehen kann. Der Mast ist einfach zu klein für den Dampfer neben uns. Im Laderaum finden wir jede Menge farbenprächtig bewachsene Kohlebrocken. Neugierige Bernsteinmakrelen begleiten unseren Aufstieg ein Stück. Das Austauchen zieht sich in die Länge, und ohne die Stages mit 40er Dekogas wäre unser Fotoausflug lebensmüde. Mit den Profis von Kas Diving kann man so etwas planen.
Auf der anderen Seite des Riffs ruht in reichlich 25 Meter Tiefe  das Spantgerüst eines weiteren Wracks oder Wrackteils. Dieser bizarre Metallhaufen war höchstwahrscheinlich der zweimastige Dampfsegler DUCHESS OF YORK (erbaut in Hull 1893), dessen Schiffsglocke jedoch neben dem über 60 Meter tief liegenden Wrackstück zu liegen kam. Das Meer bleibt unerforschlich und rätselhaft. Alte Küstenbewohner wollen sich erinnern, dass etwa 1916 ein Schiff vor Kalkan explodiert sei. Doch das flachliegende Stück ist zu klein, um die andere Hälfte des Giganten in der Tiefe zu sein.
Die türkische Marine vermutet in dem tiefen Wrackteil den türkischen Frachter SAKARYA. Dieses Schiff trieb 1957 mit Maschinenschaden im Sturm, streifte ein Riff und verschwand mit einer Ladung Kohle und Chromerz. Stürme haben vielleicht die Schiffsglocke und einen Mast des kleineren Seglers übers Riff auf das tief liegende Wrack geworfen und so die Stories miteinander verwoben.

DEMETRIOS und die kleineren Wracks

Der nächste Tauchgang ist der Klassiker von Kas: Wir schwimmen an der Oberfläche zu drei markanten Felsen und lassen uns dann in den Canyon fallen. Ein schmaler, mit Anemonen bewachsener Felsschacht im Blauwasser führt uns senkrecht hinab in 19 Meter Tiefe. An den Wänden haften zahlreiche Pfauenfederwürmer und Seescheiden.
Rechts vom Canyon sehen wir bereits einen klotzigen Schatten am Meeresgrund. Hier ruht der griechische Baumwollfrachter DEMETRIOS am Meeresgrund. Das Küstenfrachtschiff lief 1968 auf die flachen Felsen des heutigen Tauchplatzes. Danach trieben Massen von Baumwollbündeln bis in den Hafen von Kas. Das Wrack wurde nach einiger Zeit mit Dynamit gesprengt. Ein Sturm räumte es dann endgültig in die Tiefe. Durch diese Gewalten blieb vom Vorschiff nur noch ein Haufen flacher Stahlplatten; aber das Achterschiff mit den Aufbauten ist in 25 -39 Meter Tiefe noch richtig gut erhalten. Der Rückweg zum Tauchschiff führt uns durch einen kleineren Canyon und sehr farbige betauchbare Grotten. Im Flachwasser treffen wir Flötenfische, Hornhechte und große Geißbrassenschwärme.
Von ganz anderer Art ist das 1999 versunkene, etwa 17 Meter lange  MAVI-Wrack. Dieses Schiff war ein traditionelles Fischereischiff aus Holz mit Dieselmaschine. Es wurde zuletzt als Safariboot genutzt. Und so können wir in 18 Meter Tiefe ein Wrack bewundern, das mit seinem malerischen Spantengerippe an sehr alte Schiffe erinnert und dennoch moderne Bauteile wie Kabelbäume und Wassertanks aufweist.
Das bizarre MAVI-Wrack ist Heimstatt von Bernsteinmakrelen und kleinen Schwärmen von Zweibinderbrassen. Auf dem Sandboden am und unter dem Wrack können wir immer wieder Meerbarben, Steinbutte und Rote Flughähne sichten. Darüber hinaus betrachtet ein mutiger kleiner Zackenbarsch das MAVI-Wrack als seine Burg. Vom MAVI-Wrack weiter tauchend, schwimmen wir über Seegraswiesen hinweg bis zu einem kleinen Riff mit Amphorenresten und einigen Muränen. Auf der Austauchstrecke passieren wir eine submarine Plastik: Der Marmorhai wurde von einem einheimischen Künstler während vieler Tauchgänge anlässlich einer UW-Vernissage gemeißelt.
Schon mehr als 15 Jahre ruht das LIKYA-Wrack am Meeresgrund. Dieses Schiff gilt als das älteste Tauchboot von Kas. Der Rumpf des Holzschiffes ist in seinem kompletten Umriss erhalten und strahlt eine ganz besondere Stimmung aus. Auf hellem Meeresgrund liegt ein finsterer Schiffskörper mit drohend aufragenden Spanten. Aus der Ferne könnten Geschichtskenner der Illusion erliegen, eine Feluke oder Galeere vor sich zu sehen. Das LIKYA-Wrack ist Heimstatt vieler kleiner Fische und eine perfekte Foto-Destination in gut erreichbaren 22 Meter Tiefe. Der aufragende Bug und das Ruder bieten besonders interessante Motive.
Ein ebenso schöner Platz sind die beiden Seiten des Oasis-Riffs. Auf der einen Seite finden wir den Schiffsrumpf des OASIS-Wracks mit eingebrochenem Deck, der stets von Zackenbarschen bewacht wird. Von hier aus lässt sich ein erlebnisreicher Naturtauchgang über Steckmuschelkolonien hin zu Felsformationen mit Amphoren und versteckt lebenden Tritonshörnern anschließen. Auf der anderen Seite des Oasis-Riffs liegen die abgeräumten Aufbauten dieses Schiffes, in denen sich Massen kleiner Fische tummeln. Hier existiert eine wunderbare Felslandschaft, die viele kleine Seegraswiesen mit Steckmuschelkolonien schützend begrenzt. Ein Anblick wie diese großen Steckmuschelkolonien vor Kas ist im Mittelmeer selten geworden.

Captain Oglus Boje; Felsen, Höhlen, Tunnel

Weit draußen vor Kas erhebt sich ein kleines Gebirge bis dicht unter die Wasseroberfläche. Der für die Seefahrer gefährliche Ort ist seit langer Zeit mit einer großen Boje markiert. Wir tauchen hier ab und finden malerisch zerfressene Buntsandsteinformationen, Legionen von kleinen schwarzen Seeigeln und diverse Fischschwärme. Im Riff liegen Ketten, tonnenschwere Anker und die früheren Ausgaben des „Captain Oglus Boje“ genannten Seezeichens.  In den Felsen entdecken wir mehrere der älteren Bojen, sie haben verschiedenste Formen und können schon mal wie ein Torpedo aussehen.
Im Meeresgebiet vor Kas kann man beobachten, dass ein Teil der Felsflächen wenig bewachsen erscheint. Oft findet sich der mittelmeertypische, farbenprächtige Bewuchs erst ab 18 - 20 Meter Tiefe und ganz besonders natürlich unter Überhängen, in Grotten und Höhlen. Dieser Rückzug all der festsitzenden Algen und Tiere in tiefere, geschützte Reviere wird mit dem Fraßdruck bestimmter Seeigelarten erklärt, die tatsächlich manchmal in exorbitanten Mengen zu sehen sind. Außerdem sollen die aus dem Roten Meer eingewanderten Arten eine Rolle spielen.
Dennoch müssen wir nicht auf die Hartbodenfauna des Mittelmeeres verzichten, denn an Tauchplätzen wie dem Tunnel, dem Big Wall mit der Garnelenhöhle und in anderen magischen Felsgängen liegen dann die farbenprächtigen Reviere mit all ihren Krustenanemonen, Neptunschleiern, Schwämmen, Seescheiden und Trichteralgen vor uns.
In der Bucht vor der Basis respektive dem Schiffsliegeplatz werden maximal 13 Meter Tiefe erreicht. Die Badebucht neben dem Hafen von Kas ist berühmt für ihre Vielfalt von Tierarten. Felswände, Geröllfelder, Sandboden und Seegraswiesen mit Grünen Gabelalgen gestalten sehr verschiedene, reich strukturierte Lebensräume mit Nischen für viele Tiere.
So können leicht Oktopusse, Bärenkrebse, Einsiedlerkrebse, Rochen, Sägebarsche, Meerbarben und zuweilen Kalmare beobachtet werden. Aber wir sehen auch Drachenköpfe, Mittelmeerhusaren, Fahnenbarsche und verschiedene Brassen. Das tollste, was man am Hausriff tun kann, ist nachts zu tauchen. Dabei kann man bequem das dicht beim Hausriff festgemachte Tauchschiff als Basis und Orientierungspunkt benutzen. Spannend ist unter anderem, dass es dicht unter Land echte Sprungschichten zwischen zuströmendem Süßwasser und Meerwasser gibt. In beiden Schichten sieht man gut, doch die Übergänge haben ganz besondere Lichtbrechungseigenschaften.

INFO zum Reisen nach und Tauchen vor KAS

Kas:
ist ein malerisch an den Gebirgshang gebautes Städtchen mit weniger als 5.000 Einwohnern. Zu hellenischen Zeiten unter dem Namen Antiphellos errichtet, war Kas ein bedeutender Schwammfischer- und Handelshafen, unter römischer Verwaltung die wichtigste Stadt der Region und präsentiert heute eine Mischung aus alter Kultur und orientalischer Gastfreundschaft. Die Stadt ist auffallend grün, voller Blumen und blühender Sträucher, und hat eine ausgezeichnete Gastronomie. Man könnte gut allein zum Baden und Essen nach Kas reisen.
Kulturtipps: Wer Ausflüge unternehmen will, benötigt einen Leihwagen und findet mit den antiken Stätten von Kekova, Myra, Patara, Letoon und Xanthos ein sehr bildendes Kulturprogramm. Der heilige Nikolaus, Schutzheiliger von Seefahrern und Kindern, wurde in Patara geboren und hatte in Myra seine Kirche. Besonders empfehlenswert ist ein Besuch im wilden Flusstal von Saklikent, wo Action und außergewöhnliche Gastronomie am Wasser eine sehenswerte Fusion eingehen.

Anreise: Von vielen deutschen Flughäfen in etwa 3,5 Stunden nach Antalya oder Dalaman. Preise ca. ab 230,- Euro. Beide Flughäfen liegen etwa gleich weit von Kas entfernt. Üblicherweise organisieren die Tauchbasen den Transfer vom Flughafen bis zum Hotel mit Kleinbussen, wofür die Tauchbasen die Flugnummern erfragen. Nach dem 2.100-km-Flug ist dann noch eine Autofahrt von ca. 3 Stunden einzuplanen. Leihwagen sind problemlos und preiswert zu bekommen, ab 30 Euro per Tag. Für die Einreise in die Türkei genügen Personalausweis oder Reisepass.

Geld: Heben Sie einfach vor Ort mit der EC-Karte „Nachschub“ an türkischer Lira ab. Das ist preiswert und einfach. Für einen Euro bekommt man etwa 2,50 türkische Lira.

Unterkunft: Die Tauchbasis arbeitet mit gepflegten Mittelklassehotels zusammen (FERAH; LIKYA; NUR, HERA, MAKI), die oft als Familienbetriebe geführt werden und ein landestypisch behaglich-orientalisches Ambiente bieten. Die Preise schwanken je nach Saison um 30-80 Euro je DZ m F. Es ist am einfachsten, nur Flüge zu buchen und die komplette Organisation am Reiseziel hinsichtlich Unterkunft, Tauchen, eventuellen Leihwagen etc. Kas-Diving zu überlassen.

Strom: 220 V Eurostecker für Ladegeräte passen problemlos.

Mobiltelefon: funktioniert, loggt sich in Kas jedoch mal ins türkische und mal ins griechische Netz ein.

Tauchen: Im Hochsommer erreicht die Wassertemperatur vor der türkischen Küste 28 Grad, Ende Oktober sind es meist noch 23 Grad, kälter als 18 Grad wird das Wasser nie. Zum Tauchen ist ein guter 6-mm-Nassanzug völlig ausreichend. Einige Insider benutzen dünne Trockis, wenn sie im April zum Tauchen kommen. Der Tauchbetrieb findet generell vom Schiff aus statt. Täglich werden zwei Ausfahrten angeboten. Das 18 Meter lange Tauchschiff ABYSS bietet reichlich Platz für Taucher. Jeder Gast hat eine Ausrüstungskiste und ein Trockenfach. Getränke und Küche, Toiletten, Süßwasserduschen und viele andere durchdachte Bequemlichkeiten zeichnen das Schiff aus.
Alle mühsamen Ausrüstungstransporte entfallen, das Equipment verbleibt die ganze Zeit bewacht auf dem Schiff. Die Mehrzahl aller Tauchgänge findet in Sporttauchertiefen nicht tiefer als 30-40 m statt. Wer möchte, kann bei KAS-Diving komplett Nitrox tauchen oder von Tag zu Tag über Pressluft und Nitrox entscheiden, beide Gase sind immer ausreichend an Bord. Die Flaschen haben überwiegend DIN-Ventile mit einem Abgang, wer eigene Automaten mitbringt, sollte einen Oktopus berücksichtigen oder muss einen basiseigenen anschrauben. Gültiges Brevet und Tauchtauglichkeit sind notwendig.

Reisezeit: Die beste Reisezeit ist eindeutig von Ende April bis Mitte November.

Kontakt: www.kas-diving.com , mail: Info@kas-diving.com, Levent Aydogmus, Tel. 0090 242 836 / 4045, über die Basis-Webseite kann man auch skypen. Nahezu alle Team-Mitglieder sprechen deutsch.

Literatur: „The Diving Guide Kas“ von Murat Draman, viersprachig, ca. 20 Euro, vor Ort in Kas erwerbbar.

 

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