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Diese Bildauswahl ist all jenen gewidmet, die keine Möglichkeit für erholsame Tauchgänge nahe ihres Wohnortes haben.

Süßwassertauchen hat was für sich. Es macht Spaß, man kann Kamera und Tauchausrüstung checken, vielleicht einige schöne Bilder schießen oder einfach nur die Freizeit genießen. Doch so einfach wie es einmal war, ist es leider nicht mehr. Oder zumindest nicht mehr überall.
Herbert Frei über heimisches und heimliches Tauchen. 


Naherholungsgebiete sind wichtig zum Entspannen, Ausruhen und Beobachten der Natur. Arbeitende Menschen brauchen diese Musestunden. Man könnte meinen, dieses hehre Ansinnen wäre im Sinne der Politik und würde von allen vernünftig denkenden Zeitgenossen unterstützt werden. Leider scheint dies einer der Irrtümer zu sein, an die man sich zwar immer noch klammert, aber immer weniger glauben kann.
Das Problem: Wir sind zu Viele auf zu wenig Raum. Diese Malaise teilen wir mit allen Völkern, die unter einer zu großen Bevölkerungsdichte zu leiden haben. Ohne Toleranz Großzügigkeit und Rücksichtnahme kommt es deshalb zwangsläufig zu Missverständnissen, Ärger, Mobbing, Schikanen, Verboten und dubiosen Regelungen. So kommt es, dass Kanufahrer nicht mehr unbeschwert durch Altrheinarme fahren dürfen und Taucher an jedem See mit schlechtem Gewissen ins Wasser steigen. Aber nicht alles, was verboten ist, kann mit Logik erklärt werden. Und nicht alle geschützten Areale sind so sensibel, dass man nicht einen Tauchgang dort machen könnte.
Aber genau das ist der Haken. Wie viele Taucher verträgt eine kleine Kiesgrube am Tag? Wie viele Autos haben Platz auf dem schmalen Weg zum Waldweiher? Sind 50 Taucher nicht ein bisschen viel für die anliegende Wiese am See? Kann man den Kompressor am Waldrand laufen lassen, oder wäre es nicht besser, eine weitere Flasche für den Zweittauchgang mitzunehmen? Muss man das inzwischen veraltete An-und Abtauchen grundsätzlich mit riesigem Trubel, Kind und Kegel sowie allen Anverwandten an offensichtlich ökologisch bedenklichen Orten durchführen?
Vor 35 Jahren hat dieses Spektakel noch halbwegs Sinn gemacht, weil sich nur die Wenigsten einen Tauchurlaub im Winterhalbjahr an exotischen Gestaden leisten konnten. Aber heute? Tauchsaison ist das ganze Jahr, nicht nur für Wohlhabende, Lottoglückspilze und reiche Erben.
Tauchverbote sind aus Sicht der Taucher immer ungerecht, falsch und schikanös. Viele davon sind allerdings hausgemacht und eine Folge logischer Konsequenzen. Was soll ein Fischzüchter machen, wenn das im See verankerte Netz seiner Forellenzucht halbjährlich durchgeschnitten wird und Fische im Wert von einigen Tausend Euro in den Weiten des Gewässers verschwinden? Natürlich waren die Übeltäter keine Taucher. Wie man auf so was nur kommen kann. Könnten es nicht die Nudisten auf der angrenzenden Wiese gewesen sein? Sicherlich wollten die sich auch mal einen Salmoniden in die Pfanne hauen. Dumm nur, dass das Loch im Netzt in über 8 m Tiefe hinein geschnitten wurde. Bei einer Wassertemperatur von knapp 10°.
Taucher können übrigens ganz schön handgreiflich werden, wenn man sie beleidigt. Ein Bauer, auf dessen Wiese ein Apfelbaum zum Zwecke eines Lagerfeuers fachgerecht mit der Kettensäge gefällt wurde, monierte die laute und unpassende Art der Apfelernte mit den Worten: „Seid ihr völlig von der Rolle, ihr verdammten Idioten! So ein Baum braucht 20 Jahre bis er so groß wird“! Das hätte er vielleicht besser nicht gesagt. Vier kräftige Deep-Diver packten den Verdutzten und beförderten ihn mit Schwung in den See. Nicht ohne ihm ihre Hilfe anzubieten: „Wenn du Maske und Schnorchel brauchst, melde dich bei uns“! Seitdem herrscht hier Tauchverbot. Etwas unverständlich, finden Sie nicht?
Tauchen macht hungrig. Das weiß jeder, der schon mal im kalten Wasser seine Freizeit verbracht hat. Wie schön wäre es da, wenn man nach dem Tauchgang mit einer heißen Wurst und einem knusprigen Brötchen empfangen werden würde. Das dachte sich auch ein findiger Hobbytaucher, der an einem süddeutschen See die Sache professionell anging und den Imbiss in großem Stil anbot. Leider vergaß er die dazugehörige Konzession zu beantragen. Das erledigte die Polizei, indem sie den illegalen Stand kurz entschlossen dicht machte und das Tauchen limitierte.
Wer sich nicht gegen die Kälte schützt, der friert. Eine alte Weisheit. Es gibt dann zwei Möglichkeiten. Entweder zieht man sich warm an oder wärmt sich an einem Feuer auf. Letzteres, so fand eine Tauchergruppe aus Hessen, wäre der Idealfall. Zumal auf den umliegenden Wiesen des Baggersees große Heuballen aufgetürmt waren. Als die Flammen meterhoch gegen den Himmel züngelten, wurde es richtig gemütlich. Blöd nur, dass die Polizei Anzeige wegen Brandstiftung erließ und der Bauer sein Futtermittel wieder haben wollte. Seitdem werden an diesem See Taucher mit offenen Armen empfangen: In jeder Hand ein Stück Kantholz oder ein Dreschflegel.
Mit Anglern kann man im Prinzip klar kommen, wenn man sich etwas zurückhaltend gibt und höflich anfragt, ob man hier mal rein steigen kann. Böses Blut gab es an einem Baggersee, als  die Beutefische unter Wasser von Haken geschnitten wurden, man grundsätzlich da tauchte, wo einer Fische fangen wolle und an Stellen seinen Autoservice machte, die sich für einen anschließenden Ölwechsel samt Motorwäsche bestens eigneten. Das Schild mit der Aufschrift „Tauchen verboten“ ließ nicht lange auf sich warten.
Hocherfreut waren Naturschützer, als sie feststellen mussten, dass Motorsport - Interessierte nach dem Tauchen mit Geländewagen das Umfeld der Kiesgrube in ein Rallyeareal verwandelten. Tiefe Furchen zogen sich in die Uferlandschaft, kleine Mergelgruben…gedacht für laichende Unken, waren ausradiert, ein Kriegsschauplatz hätte kaum schlimmer aussehen können. Der Besitzer handelte umgehend. Heute versperrt ein hoher Zaun den Zutritt. Wer rein will, muss bezahlen. Das trifft aber leider nur auf Badegäste zu. Taucher, so wird einem beschieden, haben, ähnlich wie Hunde, draußen zu bleiben.
Selbst im Winter kommt es zu heißen Diskussionen. Eistauchen ist schön, aber es muss vernünftig und mit Anstand erfolgen. Auf einem ausgewiesenen Schlittschuh - See sägten Unverbesserliche ausgerechnet in die Kreisbahn der Kufensportler zwei Einstiegslöcher. Die Freude war riesengroß als sogar einer hineinfiel, weil er die nur mangelhaft verschlossen und  ungesicherten Löcher nicht rechtzeitig sah. Eistauchen wird seitdem an diesem Gewässer mit dem perfekten Mord assoziiert.      

Herzlich willkommen

Klar, es gibt auch die andere Seite. So, wenn die Wasserschutzpolizei unter Arbeitsmangel zu klagen hat und aus lauter Langeweile Jagd auf Taucher in Flussnebenarmen macht. Nicht, weil hier Tauchverbot herrschen würde, nein, es ist die ganz alltägliche Gefahr, vor der man die Froschmänner schützen möchte. Stechmücken, schmutziges Wasser, herabfallende Äste und gefährliche Schlingpflanzen.
Man lernt nie aus. Ein guter Tauchfreund, der wie ich gern in abgelegenen Waldweihern und Auwaldseen taucht, zeigte mir vor kurzem einen Druckluftschlauch, an dessen Enden je ein Anschluss zum Autoventil und zum Inflator befestigt war. Was wie das Werk eines neurotischen Bastlers aussah, hatte ein handfestes Vorspiel. Als er im Wasser war, öffneten Naturschützer die Ventile an seinen Autoreifen und ließen die ganze Luft ab. Da stand er nun, tropfnass mit platten Pneus in der Pampa. Über sein Handy konnte er einen Bekannten anrufen, der eine Luftpumpe vorbeibrachte. Mit dem aus diesem Erlebnis entstandenen präparierten Luftschlauch kann er in Zukunft die Reifen mit der Pressluftflasche aufblasen, sollte das noch mal vorkommen. Seitdem bin ich am Überlegen, ob ich mir so ein Ding nicht auch anfertigen lasse.
Wenn Naturschützer und Hobby - Biologen (haben Sie schon mal einen Hobby - Arzt gesehen?)  ihren Fanatismus ausleben, dann schrecken sie nicht mal vor einer Erkältung zurück. UW-
Fotografen, die mit zwei Kameras ins Wasser steigen und eine davon in der Uferzone ablegen, können nie sicher sein, ob sie alle wieder an Land bringen. Einem Fotofreund wurde die Zweitkamera aus 2 m Tiefe herausgeholt. Wer immer es auch war, er musste im 8° kalten Wasser abtauchen, um an das gute Stück zu kommen. Obwohl es ein individuelles Eigenbaugehäuse war und man damit immer Gefahr laufen wird, dass es jemand erkennen könnte, blieb es bis heute verschwunden. Zu vermuten ist, dass die Kamera entnommen wurde und der Eigenbau im Abfallkübel gelandet ist.                                                                                                                                                             
Angler sind im Prinzip eher unsere Freunde, weil sie Fische einsetzen, wo vorher keine waren. Weniger fein sind die Erlebnisse, die man mit radikalen Petrijüngern haben kann, wenn diese partout keine Taucher im See haben wollen. Nach dem Tauchgang zieren dann tiefe, durch Stahlnägel verursachte Kratzer, das neue Auto. Damit kann man aber wenigstens noch heimfahren…wenn auch mit Wut im Bauch. Unangenehmer wird es, wenn alle vier Reifen massakriert werden. Dann ist am Sonntagmittag selbst guter Rat überflüssig, weil der Reifenhändler erst am nächsten Tag das Tor aufmacht. Noch schlimmer traf es einen UW-Fotograf, dessen Auto mit der Brechstange durch Aufhebeln der Türen und des Kofferraumes fast bis zum Totalschaden demoliert wurde, während er Hechte fotografierte. Geklaut wurde nichts, aber da kann einem das Tauchen vergehen. Und das ist wohl der „Sinn“ solcher Übungen.  
Zu den besonderen Erlebnissen gehören Begegnungen mit frustrierten Biologielehrern, denen die Schüler im Unterricht nur widerwillig beim Dozieren über Ameisen und Flechten zuhören. Der Frust, der sich bei diesen Pädagogen anhäuft, mündet zwangläufig in exaltierten Freizeitgestaltungen. Manche schützen selbst ein ökologisch unbedenkliches Gewässer mit Leib und Leben. Wehe man taucht hier nur den Fuß hinein. Mit Digitalkameras Marke Aldi oder Lidl wird das KFZ- Kennzeichen notiert und der Frevel mit einem Mammutvortrag über das ökologische Ende der Welt zu einem Verbrechen am Planeten Erde hochstilisiert. Man kann auch sicher sein, dass bald eine Schranke den Weg ans Gewässer versperren wird und irgendwo an einem Baum der Naturschutzadler hängt. Dann ist Tauchen möglicherweise eine Straftat.
Aber daran sind wir mittlerweile gewöhnt. Denn es ist für vernünftig und rational denkende Menschen bereits eine Strafe, wenn sie sowohl mit der einen als auch der anderen Gruppe nur ansatzweise in Berührung kommt. Appelle an die Vernunft sind überflüssig, weil sie außer einem gelangweilten Achselzucken, Tränensäcken und Hängelidern nichts bringen. Denn wer mit Logik nicht zur Einsicht kommt, dem ist auch mit Vernunft nicht mehr zu helfen.

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