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© UnterWasserWelt

by Michael Goldschmidt 5.05

© Hotel Urisee

Brigitte & Peter Kuzmiak © UnterWasserWelt

Urisee © UnterWasserWelt

Gästeterrasse, darunter die Tauchbasis Urisee © UnterWasserWelt

Tauchbasis Hotel Urisee © UnterWasserWelt

Hotel Urisee - Restaurant © UnterWasserWelt

Hotel Urisee - Bar © UnterWasserWelt

Hotel Urisee - Gästezimmer © UnterWasserWelt

Urisee © UnterWasserWelt

Plattform im See und Überlaufrohr © UnterWasserWelt

© UnterWasserWelt - Der Michl oder auch Uri

© UnterWasserWelt - Plattform im See

In einer Quizshow würde der Name des kleinen Sees oberhalb von Reutte eine falsche Antwort geradezu herausfordern, fragte man nach der Lage des Urisees. Ohne lange nachzudenken käme als Antwort: In der Schweiz. Völlig falsch. Oberhalb von Reutte in Tirol, nur wenige Kilometer von Füssen im bayerischen Allgäu entfernt, finden wir uns wieder und machen im Hotel Urisee Quartier. Wäre nicht ein Bergrücken im Weg könnte man von der Rückseite des Hotels direkt in den Hof von König Ludwigs Märchenschloss Neuschwanstein sehen.

Seit 1993 sind Brigitte und Peter Kuzmiak die Eigentümer und freundlichen Gastgeber des 1976 erbauten Hotels Urisee. Das Tauchen spielt hier eine besonders große Rolle, betrieb Peter Kuzmiak vor dem Wechsel ins Hotelfach ein Tauchsportfachgeschäft und eine Tauchschule im schwäbischen Herrenberg. Als Gast kam er immer wieder hierher um im Urisee abzutauchen, als tauchender Hotelier bleib er schließlich und bietet Tauchschulen wie individuell anreisen Gästen eine in reizvoller Berglandschaft eingebettete Destination in 930 Meter Höhe. Soweit dies die verwendeten Tauchcomputer nicht automatisch erledigen muss man sie auf das Bergseehöhenlevel 1 einstellen.
Das Hotel kann in 18 Doppelzimmern 36 Gäste beherbergen, buchen sich größere Tauchgruppen ein, so ist eine Belegung bis zu 50 Gästen möglich. Alle Zimmer haben Bad/Dusche/WC, einen Fernseher und sind angenehm geräumig. Die Gäste werden gebeten auf das Rauchen im Zimmer zu verzichten, wer es nicht lassen kann, für den steht auf dem Balkon ein Aschenbecher bereit. Dieser Kompromiss gefällt und wird positiv verbucht.
Das Restaurant, in dem auch das Frühstücksbüfett bereit steht, bietet internationale und Tiroler Küche und kennt keinen Ruhetag. Verführerisch sind natürlich die Süßspeisen, aber nach ausgiebigen Tauchgängen im kühlen Bergsee werden im „Sündenfall“ nur die verbrannten Kalorien aufgefüllt und es bleibt nichts an den Hüften hängen.
Lediglich im November und Dezember ist das Haus für etwa 6 Wochen geschlossen um rechtzeitig für ein ganz besonderes Special, dem Eistauchen, Gäste betreuen zu können.
Eistauchen im Urisee ist ein absolutes Special, das jährlich für maximal 6 Wochen genossen werden kann. Die begehrten Eistauchtermine sind, so Peter Kuzmiak, ein Jahr im voraus meist schon ausgebucht. Bis aus dem hohen Norden Deutschlands reisen dafür die Taucher an dieses seltene Vergnügen erleben zu können – und oft sind es Stammgäste, die sich diesen Kick geben. Die regen Eistauchaktivitäten unterstützen dann noch eigens zwei Tauchlehrer aus Herrenberg, die Peter Kuzmiak schob seit langer Zeit kennt und die für den sicheren Ablauf dieses Specials sorgen.
Und noch jemand freut sich im Hotel auf den klirrenden Winter, denn dann ist der gemütliche, pechschwarze Haushund, der Neufundländer "Beluga",  ganz in seinem Element
Die Tauchbasis kann einer der Bettenkapazität angemessenen Menge Tauchern Raum bieten Ausrüstung zu lagern, zum Trocknen aufzuhängen und sich umzuziehen. Leihequipment kann für etwa 15 Taucher geboten werden. Die großzügig bemessene Kompressoranlage füllt die Flaschen mit Pressluft oder Nitrox. „Leider erschweren die ständig neuen Normen und die in Deutschland oder Österreich geltende Vorschrift exklusiv für Nitrox ausgelegte Flaschen und Regler zu verwenden, die Verbreitung dieser begrüßenswerten Technik,“ meint Peter Kuzmiak, der nach einem anfänglich ermutigendem Trend hin zu Nitrox die entsprechende Füllmöglichkeit schuf, die heute eher selten gefragt wird.

Der See

Maximal 50 Taucher können pro Tag den See besuchen. Überwacht wird dies durch den Verkauf der Tauchgenehmigungen, die für 8 Euro zu haben sind. Bei schlechtem oder kalten Wetter zieht man sich am besten geschützt in der Tauchbasis um. Ansonsten ist auf den Parkplätzen rund um das Hotel und unmittelbar vor dem schmalen Waldweg, der zum Seeufer hinunter führt, genügend Raum bei guten Wetterbedingungen sich dort aufzurödeln.
Ein wenig Sportlichkeit ist gefragt, denn es sind ein paar Meter bis zum gewählten Einstieg, die nur zu Fuß absolviert werden können. Eine kleine Handkarre kann geliehen werden um den Transport von Flaschen und Blei zu erleichtern, üblicherweise wandern die Taucher jedoch in voller Montur hinunter und wieder hinauf. Gerade der Rückweg ist auf den letzten Metern ein gutes Training für die Oberschenkelmuskulatur. Nachgefragt, ob man das nicht etwas vereinfachen könnte, erzählt Peter, dass sogar ein kleiner Traktor mit Anhänger angeschafft worden war, den Transport des Equipments auf Wunsch zu erledigen. Doch das wurde nicht angenommen. Den Traktor gäbe es noch... Und auch die Handwagen wurden kaum gefragt, so gibt es nur noch eine Karre und es entstünden keine Engpässe... Die Praxis zeigt also, dass man die Taucher nicht zu ihrem Glück zwingen kann.  

Für Beginner und fortgeschrittene Taucher werden Kurse angeboten. Lange Zeit war Peter Kuzmiak dafür selbst als Tauchlehrer tätig. Heute ist das die Aufgabe von TL „Michl“, der den Reiz der Gegend zunächst als Kellner im Hotelrestaurant kennen lernte, den Betrieb verließ um eine Laufbahn im Tauchsportbusiness anzustreben und als Tauchlehrer zurückkehrte. Nach ihm ist auch eine im Tiroler Stil geschnitzte Holzfigur benannt, die mit mächtigem Wurzelwerk in 9 Metern Tiefe im See steht und manch unbedarften Taucher schon einen Schauer über den Rücken jagte. Michl oder Uri, beide Namen sind geläufig für das Wahrzeichen des Sees, das natürlich ein typisches Fotomotiv abgibt.
Stabile Plattformen in Tiefen von 4, 10 und 20 Metern unterstützen die Freiwasserausbildung ideal und machen den Urisee auch zu einem bevorzugten Ziel von Tauchschulen, die überwiegend am Wochenende dort tätig sind. Individuelle Tauchgäste müssen dabei aber nicht fürchten, dass durch den Tauchschulbetrieb die Qualität des Sees beeinträchtigt würde.
Im hinteren Teil entdeckt man am Nordufer eine versunkene Holztreppe, die einmal der Seezugang für die Gäste der Badeanstalt war. Doch das ist Vergangenheit, denn das Wasserniveau hat sich verändert, es ist gestiegen – wenn nicht ein extrem trockener Sommer wie im Jahr 2003 oder ein unter dem Niederschlagsdurchschnitt agierender Sommer und Winter 2004 dem See ein paar Meter an Wasserhöhe abringen. Zum Zeitpunkt dieser Reportage im Mai 2005 lag das Seelevel etwa 2 Meter unter dem Soll, so dass auch ein am Ufer verankertes Rohr keine Funktion hat. Dieses dient dazu bei zu hohem Wasserstand die überflüssige Wassermenge im See abzuleiten und nicht, was man vielleicht irrtümlich annehmen könnte, irgend etwas in den See zu leiten.  
Der Kessel des Sees entstand durch massive Ausspülung des Untergrund durch natürliche Quellen und Grundwasser. Der zeitgeschichtlich eher junge See bildete sich nach dem Einbruch des Waldbodens, der Kessel füllte sich und bedeckte so auch einige Bäume, die heute noch in Tiefen um 20 Metern mit zahlreichem Astwerk gefunden werden.
„Ähnliches kann dem Hotel selbst nicht passieren,“ stellt Peter Kuzmiak fest, denn dies sei auf einem massiven Felsen gebaut.     

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