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Bergseen: In eisigen Höhen

by Herbert Frei 4.01

C: Herbert Frei

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Für einen Ostfriesen mag schon ein 500 m hoch gelegenes Gewässer als Bergsee gelten. Normalerweise fallen sie in diese Kategorie aber erst ab einer Höhe von 750 m. Mit die schönsten Bergseen findet man zwischen 800 und 1100 m, denn hier kann sich das Leben noch voll entfalten. Selbst Pflanzen gedeihen noch üppig und werden in klarem Wasser meterhoch.

Fische finden sich in Europa bis über 2500 m, allerdings nur noch Bachforellen, Saiblinge und Groppen. Für Hechte, Rotaugen und Barsche endet das Hochgebirgsabenteuer bei spätestens 1200 m Seehöhe. Wer in Bergseen tauchen will, sollte sich nicht unbedingt an der maximalen Höhe orientieren, weil einen dort normalerweise eine erbarmungslose Kargheit erwartet, die oftmals die Mühe des Hinkommens und des Tauchens nicht wert ist. Es sei denn, man legt Wert auf Höhenmeter.

Faszinierend und motivierend sind immer wieder die formidablen Sichtweiten. Selbst in so abgetauchten und stark frequentierten Gewässern wie Fernsteinsee und Samarangersee (am Fernpass) herrscht übers Jahr gesehen immer noch eine Transparenz, die nahe an der Bewusstlosigkeit liegt. Aber es gibt in den Alpen hochgelegene Seen, die alle Vorstellungen von Transparenz, Farbe und Reinheit  sprengen. Sichtweiten von 80 m sind vermutliche das Limit. Man fühlt sich wie auf einem anderen Planeten, sieht kein Wasser, das gegenüber liegende Ufer ist zum Greifen nah, in der Ferne stehen Forellen in der Sonne, Lichtspiele am Grund gleichen dahin jagenden Irrwischen. Nichts ist normal, Erklärungen sind nicht möglich, das sind Realität gewordene Taucherträume. Und Fotografen werden sich freuen, weil man hier wie an Land ohne Blitzlicht fotografieren kann.

Bergseen sind kalt. Sehr kalt sogar. Halbtrocken oder besser Trockentauchen ist ein Gebot der Vernunft. An die Vernunft eines jeden Einzelnen muss aus logischen Gründen appelliert werden. In Bergseen taucht man nicht tief, jedenfalls nicht, wenn man keinen besonderen Grund hat. Zehn Meter sind eigentlich genug, 15 m sollte im Regelfall die Grenze sein. Aufgrund der Gewässerhöhe kommt es zu längeren Dekozeiten bei verkürzten Nullzeiten (am Computer ablesbar) und flacheren Austauchstufen. Und eine Dekokammer ist sicher auch nicht immer in der Nähe. Vermeiden Sie Risiken, die sich nicht lohnen.

Am Faszinierendsten ist das Tauchen in Bergseen, wenn sich versunkene Bäume darin befinden. In manchen Gewässern liegen sie wie Mikadostäbchen übereinander, umgarnt von meterlangen Schleimalgen. Viele der Baumriesen sind Jahrhunderte alt, konserviert vom kalten Wasser. Allerdings findet man versunkenen Bäume nur in Seen unterhalb der Baumgrenze. Seen, die noch höher liegen, können allenfalls niedere Wasserpflanzen und viele Felsen vorweisen, was aber nicht notwendigerweise langweilig sein muss. Extrem wird es, wenn das Traumgewässer so abgelegen liegt, dass man es nur noch durch eine kräfteraubende Wanderung oder mit dem Helikopter erreichen kann. Dann kommen Ehrgeiz und Kosten vor Spaß und Nutzen.

Wer sich fürs Eistauchen interessiert, sollte sein Augenmerk auf Bergseen legen. Nur bei diesen Gewässern sind jährlich dicke Eisschichten und darunter gute Sichtweiten garantiert. Man wendet sich am Besten an eine versierte Eistauchschule, die alle erforderlichen Vorkehrungen aus dem FF beherrscht. Man muss sich dann auch nicht mehr um das Hacken oder Aussägen der Eislöcher kümmern, Leinenführer sind ebenfalls vorhanden und selbstverständlich Tauchpartner sowie eine heiße Tasse Tee nach dem Eistauchgang.

Wie anziehend Bergseen selbst für Flachlandtiroler und Nordlichter  sein müssen, zeigen die Autokennzeichen der Angereisten. Hamburg, Bremen und Berlin kommen zumindest ebenso häufig vor wie Stuttgart, Ulm und München. Das Feeling der Weite in einem See lässt viele ein verlängertes Wochenende in den Alpen einplanen.

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