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Warum in die Ferne schweifen: Baggerseen und Kiesgruben

by Herbert Frei 4.01

Landstraßen, weil der aus ihnen gewonnene Kies für eben diese Straßen gefördert wurde. Natürlich kann es Baggerseen und Kiesgruben nicht beliebig in der Landschaft geben. Es muss das Vorhandensein von Kies gegeben sein und ebenso die Geländeformation.

Reichlich gesegnet mit solchen Gewässern ist die Rheinebene. Dort wird in manchen Seen bis in über 40 m Tiefe gebaggert. An den Wochenenden ruht der Betrieb, dann kann gebadet und getaucht werden, wenn der Betreiber das Gelände in den Sommermonaten für den öffentlichen Badebetrieb geöffnet hat.Atemberaubende Sichtweiten darf man in einem gewerblich genutzten Baggersee nicht erwarten. Braunes Wasser, wenig Pflanzen, gelegentlich ein Krebs, hin und wieder ein scheuer Fisch... das wars dann. Bis sich Baggerseen für visuelle Erlebnisse eignen, vergehen in der Regel viele Jahre. Vorteilhaft kann sein, wenn sich ein Angelverein engagiert und Fische einsetzt, sonst dauert es Ewigkeiten, bis sich fischiges Leben regt. Mit den Jahren sinken die Trübstoffe ab, Pflanzen wuchern in der Uferzone, die Sicht kann an guten Tagen 10 m und mehr betragen. Der Baggersee wird für Taucher und UW - Fotografen salonfähig. Allerdings mit Einschränkung. Im Sommer muss man sich nämlich meistens ans Wasser vorkämpfen, weil Badegäste selbst den letzten Grashalm verdecken. Viele attraktive Baggerseen sind von den Gemeinden als Freizeitparks mit gebührenpflichtigem Parkplatz, Pommesbude und Riesenrutschbahn ausgewiesen. Vernünftiges und akzeptables Tauchen ist dann leider nur noch im Frühjahr und im Herbst möglich. Im Winter herrscht vielfach Tauchverbot, weil „pathologische Umweltschützer“ um das Leben der schlafenden Fische fürchten. Baggerseen werden von Gemeinden, Tauchclubs und Anrainern immer häufiger für ihre eigenen Interessen beansprucht und der öffentliche Zugang für Erholungssuchende, speziell nicht in der Region organisierte Tauchsportler, generell verwehrt oder indiskutabel erschwert.  Teils unverschämt hoher Eintritt, Tauchen nur gegen Gebühr mit wochenlanger vorheriger Anmeldung, manchmal dürfen nur VDST-Taucher hinein, dann wiederum nur die Schüler einer bestimmten Tauchschule, mitunter wird das Tauchen von bestimmten Brevets abhängig gemacht. Wer selbige nicht besitzt, kann die Kurse dann im örtlichen Tauchshop belegen. Diese Negativliste könntze beliebig verlängert werden. Nichtsdestotrotz sind Baggerseen zum Üben, Lusttauchen und Fotografieren die idealen heimischen Gewasser. Und sie beherbergen nach jahrzehntelanger Pflege durch Angelvereine eine nicht unerhebliche Artenvielfalt. Zwar werden vorzugsweise angelfähige Fische eingesetzt, aber mit den Besatzfischen rutschen immer wieder auch andere Arten mit hinein, so dass Elritzen, Giebel, Karauschen, Katzenwelse, Blaubandbärblinge, Bitterlinge, Moderlieschen und Kaulbarsche neben Karpfen, Schleien, Hechten, Zandern, Aalen und Welsen in nur wenigen Metern Tiefe anzutreffen sind. Weil aber einige Baggerseen sehr tief sind (über 40 m), eignen sie sich hervorragend zum Üben für Tech - Diving, Prüfungsabnahmen und leider auch für unsinnige Mutproben und Kamikazetauchen. Mit den Folgen, dass es eben ab und an einen erwischt. Insbesondere, wenn am Grund Maschinen liegen, in die man so toll hineinschwimmen, hängen bleiben und eventuell den Ausgang nicht mehr finden kann.Anders Kiesgruben. Diese Kleingewässer sind meistens nur 5 - 8 m tief und selten breiter als 50 m. Der Bewuchs kann formidabel sein. Fische sind nicht immer vorhanden, dafür Unmengen von Wasserinsekten und Amphibien. Frösche, Molche, Kröten, Unken, Schlangen, Gelbrandkäfer und Schildkröten sind hier zuhause. Manchmal auch ein einsamer Goldfisch, der von seinem Besitzer entsorgt wurde und nun wie ein Geisterwesen durch die grünen Algen schwimmt. In flachen Kiesgruben kann man oder besser gesagt sollte man Schnorcheln, um die mitunter atemberaubende Transparenz (Sicht quer durch das Gewässer) nicht zu trüben. Während ein großer Baggersee an einem Wochenende problemlos 100 Taucher vertragen kann, sind Kiesgruben wegen ihrer geringen Größe wesentlich anfälliger. Schon drei Taucher können zuviel sein, so dass die Nachfolgenden nur noch Algenfäden, Sedimentpartikel und Nebelwolken vor der Maske haben. Kiesgruben müssen sich erholen können, sonst ist es aus mit der Herrlichkeit.

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