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by Harald Bolten 2.01

Nach zirka 24 Stunden Reisezeit hatten wir es geschafft: wir waren endlich in Cabo San Lucas
am südlichsten Zipfel der Baja California Halbinsel angekommen. Nach drei Flügen, die über
Hamburg - London - Dallas/Texas - San Jose del Cabo führten, konnten wir endlich im Hotel
Solmar die Beine ausstrecken und an der Hotelbar bei passender mexikanischer Musik noch
einen Margarita als Schlummertrunk zu uns nehmen.

 
Cabo San Lucas sollte uns nur als Sprungbrett zu unserem eigentlichen Ziel dienen: wir wollten zu den Socorro Islands, von den Einheimischen auch als Islas Revillagigedos bezeichnet. Diese Ansammlung von Vulkaninseln und Felsenspitzen im Meer wird manchmal auch als das Galapagos Mexikos bezeichnet. Uns hatte die Tatsache angezogen, dass man dort im wahrsten Sinne des Wortes mit großen Mantarochen auf "Tuchfühlung" gehen kann.
Außerdem wollte ich endlich einmal wieder einige Haie vor die Kameralinse bekommen, insbesondere Hammerhaie.

So gingen wir dann am nächsten Nachmittag zusammen mit 14 anderen Tauchern an Bord der Solmar V. Die Solmar V ist das einzige Tauchschiff (Liveaboard), das diese Inseln anfährt, und das auch nur in der Wintersaison. Da die Inseln zirka 400 Kilometer südwestlich von Cabo San Lucas im Pazific liegen, konnten wir also erst einmal an Bord ausspannen und bis zum nächsten Tag das sehr gute Essen und das Faulenzen genießen.

Am nächsten Tag kam dann nach zirka 24 Stunden Fahrtzeit unser Ziel in Sicht: die Insel  San Benedikto, eine kahle Vulkaninsel ist, auf der keinerlei Vegetation zu sehen ist. In einer geschützten Bucht gingen wir vor Anker. Hier fand dann der erste Tauchgang statt. Wie beim Briefing versprochen konnten wir in einigen Höhlen die ersten Weißspitzen-Riffahie sehen. Leider war das ca. 22-24 Grad warme Wasser aber etwas zu trübe für gute Aufnahmen. Da der Tauchplatz relativ flach und ohne große Strömung und Dünung ist, konnten die Taucher hier auch erstmals bei max. 20 Metern Tiefe gefahrlos ihre Bleimengen und Tarierung checken.

Am nächsten Morgen war dann kein Halten mehr: zum Briefing standen die meisten Taucher schon im Tauchanzug da. Wir waren hier über dem "Submarine Canyon" verankert. Nach dem Anlegen der Ausrüstung ging es dann direkt vom Schiff an einem verankerten Seil entlang zu den höckerförmigen Felsen, die den Cayon begrenzen und bis auf zirka 15 Metern Tiefe aufragen. Neben einer faszinierenden Fischwelt sah man auch schon bald die ersten Hammerhaie hoch über uns als Schatten vorbeiziehen. Und nach der Rückkehr zum Boot wurden wir unter dem Boot auch noch von einem vorwitzigen Seidenhai begrüßt. Er zeigte überhaupt keine Scheu und kreiste durch die lose Gruppe der Taucher auf Sicherheitsstop mehrmals hindurch.

Wie wir in den nächsten Tagen lernen sollten, musste man ins Blauwasser tauchen, wenn man die scheuen Hammerhaie auf „Schussweite“ vor die Linse bekommen wollte. Das Tauchen
im blauen Wasser auf 30-39 Metern (der erlaubten Maximaltiefe auf der Solmar V) ohne  Orientierungspunkte ist selbst für erfahrene Taucher etwas gewöhnungsbedürftig. Dafür erlebt man dann aber auch, wie auf einmal zirka 15 Hammerhaie aus dem Blau auftauchen und an  einem vorbeiziehen. Ein Erlebnis, das garantiert den Adrenalinspiegel anhebt!

Nun waren wir ja auch wegen der Mantarochen nach Socorro gekommen. Dazu verlegte das Schiff zu einem Unterwasserfelsen vor San Benedikto: dem "Boiler". Wie der Name schon verrät kann das Wasser hier bei rauer See schon mal etwas kochen. Deshalb wird ein langes  Seil vom Boot zum Felsen verlegt, an dem die Taucher sich dann entlang hangeln können. Auch hier ist wieder Blauwassertauchen angesagt, allerdings immer mit dem Felsen in Sicht- weite, damit man bei der Strömung nicht zu weit abdriftet. Direkt am Felsen ist das Tauchen  wegen der selbst in 10 - 20 Metern Tiefe kräftigen Dünung von 1-2 Metern sowieso nicht  anzuraten. Zu leicht könnte man gegen die Felswand geschleudert werden. Diese kleinen "Unbequemlichkeiten" nimmt man aber gerne in Kauf, wenn dann mehrere riesige Mantarochen von ca. 6 Metern Spannweite majestätisch um einen herumfliegen.

Oft fliegen sie direkt auf Armeslänge über die Taucher um sich an der Luftblasendusche zu ergötzen. Und hier und da kommt es dann auch vor, dass ein Manta über dem Taucher "parkt" und sich die sehr raue Haut streicheln lässt. Es sind viele weitgereiste Taucher an Bord, die schon weltweit die Gelegenheit hatten, mit Mantas zu tauchen z.B. in Yap oder auf den Malediven. Und sie sind sich alle einig: der "Boiler"ist der beste Mantatauchplatz der Welt!  Zwischendurch besuchen wir auch die Insel Socorro selbst sowie die einsam im Meer stehende Felsnadel Cabo San Pearce mit ihren ins Unendliche abfallenden senkrechten Felswänden und tauchen dort. Speziell Cabo San Pearce hat seine Herausforderungen: wenn man neben der Wand schwebt drückt einen die Dünung fortwährend um etwa 2 Meter her- auf und dann wieder hinunter. An Makrofotografie ist hier absolut nicht zu denken, aber wir wollen ja auch vorwiegend die größeren Vertreter der Gattung Fisch sehen.

Deshalb kehren wir auch gerne zum "Submarine Canyon" und dem "Boiler" bei San Benedikto
zurück, wo uns die freundlichen Mantas wieder empfangen und wir in dieser Woche die meisten
Tauchgänge durchführen werden.

Noch ein Wort zum Thema Sicherheit: fast nirgendwo habe ich weltweit bessere Sicherheitsvorkehrungen kennen gelernt als an Bord der Solmar V. Neben dem ausgezeichneten Briefing  vor jedem Tauchgang gibt es drei sehr kompetente und immer lustige Diveguides, die einen gerne begleiten, wenn man möchte. Immer ist eines oder beides der Beiboote, Pangas genannt, im Wasser am Tauchplatz, um abgetriebene Taucher aufzusammeln. Es wird auch darauf geachtet, dass jeder Taucher eine aufblasbare Signalboje bei sich führt.

Und noch ein sehr wichtiger Hinweis: sollten sie einmal auf der Solmar V tauchen wollen, vergessen sie ihr Brevet nicht zu Hause. Ohne diesen Nachweis darf man nicht ins Wasser,
da ist man absolut strikt! Vergessen sollte man auch nicht, einen dickeren Tauchanzug (7mm sind angebracht) sowie  etwas wärmere Bekleidung mitzubringen. Dieser Teil Mexikos hat im Winter nicht gerade tropische Temperaturen.

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