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Abgetaucht ab 8

by Michael Goldschmidt 7.02

In den letzten Jahren kam endlich Bewegung in die Tauchszene, nachdem einige namhafte Hersteller Kinder als die Kundschaft von morgen entdeckten. Auf die Bedürfnisse von kleinen Tauchern zugeschnittenes Equipment hielt Einzug in die Tauchsportläden. Was noch fehlte, war eine unabhängige Ausbildungs- organisation für die kleinen Einsteiger. Da taten sich viele der Verbände schwer, die aus der Sicht Erwachsener die Messlatte für eine mögliche Ausbildung im Kindesalter anlegten. Dabei vergaß man völlig, die speziellen Ansprüche für eine Ausbildung von 8 – 12-jährigen zu berücksichtigen. Kleine Erwachsene sollten unterrichtet werden, nicht Kinder. Das SCUBA RANGERS Programm, das von Seemann Sub im deutschsprachigen Raum eingeführt wird, geht den richtigen Weg mit tauchenden Kindern im Mittelpunkt, die mit viel Spaß an das neue Hobby herangeführt werden.

Als ich 1988 erstmals für das Thema Kindertauchen recherchierte, war der erste Kindertauchkurs einer Münchner Tauchschule nahezu sensationell. Es gab in Deutschland bis dahin keine weitere Tauchschule, die sich der Kinderausbildung widmete, große Probleme zeichneten sich bei der Beschaffung von passender Ausrüstung (Anzüge nur handgefertigt auf Maß) ab und das Echo der Verbände und Tauchschulen allgemein war eher negativ bis hin zu ablehnend. Anders zum Beispiel in Frankreich, da gehörten tauchende Kinder und Jugendliche bereits zum Normalfall.

Als Hersteller hat sich Seemann Sub frühzeitig der heiklen Frage nach geeigneter und bezahlbarer Kinderausrüstung angenommen. Die im selben Haus vertriebenen Produkte von Oceanic runden dieses Angebot mit noch aufwändiger produzierten Teilen ab. Zur Hardware kommt nun also die Software – die Ausbildungsgrundlage dazu, in Form des SCUBA RANGERS Programm.

Es ist nicht zu übersehen, dass der Geburtsort der SCUBA RANGERS in USA liegt, genauer in Fort Collins, Colorado. Eines muss man den Vätern dieses Ausbildungssystems lassen, das Einfühlen in die kindliche Psyche und die Fähigkeit Kinder in kleinen Schritten, die neugierig auf mehr machen, in das doch komplexe Thema Tauchsport einzuführen ist einfach genial. Und mag man sich anfangs fragen, was die zu erbringende Sonderaufgabe eines „sozialen Beitrags im direkten Umfeld“ für die Ausbildungsstufe CIVICS RANGER zu bedeuten hat, so erkennt man rasch die Zusammenhänge und das Ziel. Die soziale Kompetenz der Kinder, einander zu helfen, gemeinsam für einander da zu sein, Kameradschaft und gegenseitige Unterstützung sollen von Anfang an gestärkt oder auch ausgebildet werden. Man mag zu den Freunden in USA stehen wie man will, sie haben im Durchschnitt ein weniger verkrampftes Verhältnis zu Kindern, als viele Europäer und sie haben sich auch als Erwachsene noch vielfach ein Stück Kindheit bewahrt. Davon profitieren jetzt unsere Kids, die als SCUBA RANGERS abtauchen. Kindgerechte Komikfiguren begleiten die Ausbildungsschritte in den Unterlagen und dem Ausbildungsvideo, ein fünfarmiger Seestern, nicht unähnlich einem Sheriffstern, bildet den grafischen Mittelpunkt des Rangersprogramm mit seinen Leitsätzen: Fertigkeiten, Ausrüstung, Erfahrung, Verantwortung und Wissen. Wählte man den Begriff „Pfadfinder unter Wasser“, läge man sicherlich nicht falsch.

Ein altes Problem der Kindertauchausbildung war die Zeit nach dem Kurs. Vor allem Kinder ohne tauchende Eltern schauten dann mit dem Ofenrohr ins Gebirge, denn es ergab sich kaum eine Chance Anschluss an geeignete Gruppen zu finden. Entsprechende Folgeangebote von Tauchschulen gab es höchst selten und der Eintritt in einen klassischen Tauchclub war auch nicht jedermanns Sache (Entfernung zum Trainingstreffpunkt sowie Training in den Abendstunden von Werktagen). Oftmals gab es zudem in den Vereinen kein auf die Bedürfnisse von 8 – 12 jährigen abgestimmte Angebote. Diese Lücke schließt SCUBA RANGERS mit seinem eigenen SCUBA RANGERS CLUB, in dem Kinder nach Absolvierung der Grundausbildung Mitglied werden können und mit Gleichgesinnten unter Anleitung eines speziell ausgebildeten Tauchlehrers üben, Spaß haben oder die weiteren Ausbildungsstufen bis zur „höchsten Weihe“, dem MASTER RANGER, absolvieren. Das klingt nicht nur gut, das macht auch Sinn.

Im Ausbildungsmanual findet sich die fast provozierende Frage, ob im SCUBA RANGERS CLUB auch Erwachsene Mitglied werden können. Klare Antwort: Nein. Die Kids sollen in ihrer Altersstufe und angeleitet von einem speziell trainierten Ausbilder (Voraussetzung ab PADI Divemaster oder CMAS Gold/***) gefördert und begleitet werden. Kämen beim Treffen der SCUBA RANGERS Eltern mit ins Wasser,

dann besteht das Risiko eines Autoritätskonflikts, das Kind wäre im Zweifelsfall hin- und hergerissen, ob es den Anweisungen des Instructors oder des Elternteils Folge leisten soll.

Der Zugang zur Ausbildung ist einfach. In den Trainingszentren, wie dem Divecenter Paradise in München Allach, kann man für etwa € 69,90 ein Kit erwerben, in dem alle Ausbildungs- und Anmeldeunterlagen enthalten sind. So findet sich in dem schwarzen Netzbeutel ein VHS – Video, das Ausbildungsmanual, das RANGER-Logbuch, ein Sticker und das Anmeldeformular für den SCUBA RANGERS Club. Beigefügt ist auch noch das farbenfrohe Diplom für die Ausbildungsbestätigung, das im DIN A 4 Format und hübsch eingerahmt zum Blickfang im Kinderzimmer werden wird.
Medizinische und psychologische Voraussetzungen werden im Rahmen der Anmeldung natürlich auch abgefragt. Diesen Fragebogen müssen die Eltern wahrheitsgemäß ausfüllen. Da nicht zu erwarten steht, dass sich Eltern dem Risiko einer geschönten Darstellung aussetzen, kann man akzeptieren, dass bei einer unauffälligen Erfassung der einzelnen Punkte auf einen Gang zum Arzt vor Ausbildungsbeginn verzichtet werden kann. 

In 5 Ausbildungsschritten, vom RED RANGER bis zum DEMO RANGER, führt die Grundausbildung zum SCUBA RANGER, dem ersten Level. Hat man das erreicht, kann man Mitglied im SCUBA RANGERS CLUB werden. Theoretische (4) und praktische (5) Ausbildungsteile sind: Das Schnorcheln, die Tauchausrüstung und Unterwasserzeichen, Tauchphysik- und Medizin, Meereskunde und kleine Biologie der Meerestiere, zum Schluss die Kür, die Eltern und Ausbildern das Gelernte zeigen soll. Peppig und gut verständlich sind die Theorieunterlagen gestaltet, jeder Ausbildungsabschnitt schließt mit einer Lernzielkontrolle ab. Die praktische Ausbildung  ist auf eine Tiefe von 4 – 5 Metern limitiert und kann im Pool oder stehendem Freiwasser durchgeführt werden. Vom Boot aus darf nicht getaucht werden, der Zugang muss stets direkt vom Ufer aus erfolgen.
Auch nach der Grundausbildung bis hin zur höchsten Stufe des MASTER RANGER ist die Begleitung der Kinder durch einen versierten Ausbilder notwendig, ab dem Level INTERMEDIATE RANGER (folgend auf SCUBA RANGER) können die Kinder aber auch ihre taucherfahrenen Eltern in Tiefen bis 5 Meter begleiten.

Der logische Schritt nach der Grundausbildung ist nun der Eintritt in den SCUBA RANGERS CLUB in der Nähe, in dem sich die Kids regelmäßig treffen und taucherisch am Ball bleiben. Da läuft unter Anleitung sicherlich mehr ab, als in den klassischen Vereinen, die Kinder als kleine Erwachsene ansehen und doch nicht so richtig wissen, was sie mit ihnen anfangen sollen.

Das SCUBA RANGERS Programm beinhaltet keine Zertifizierung, die in das System der CMAS oder von PADI eingebunden ist. Nach dem 12. Lebensjahr kann dann aber, basierend auf der optimalen Grundlagenvermittlung, bereits das erste Level der Weltorganisationen angestrebt werden, was ein MASTER RANGER wohl mit Leichtigkeit erledigt.

Fazit

Dass Seemann Sub ein Herz für Kinder hat, fällt bereits beim Blick in den Katalog oder die Website auf. Erst einmal die kindgerechte und bezahlbare Ausrüstung anzubieten und dann aber auch für die Ausbildungsgrundlagen zu sorgen, ist eine lobenswerte Initiative des Unternehmens. Hat man in seiner Nähe ein SCUBA RANGERS Ausbildungszentrum, das Netz wird Schritt für Schritt ausgebaut, gibt es kein Argument mehr Kinder vom Tauchsport auszuschließen oder auf das berühmte „später“ zu vertrösten.

Infos:

www.scubarangers.at
www.scubarangers.com
www.seemannsub.de


Preise für die Ausbildung und Clubmitgliedschaft bei den SCUBA RANGERS Ausbildungszentren auf Anfrage.

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