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C: Herbert Frei UWW

by Herbert Frei 4.02

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Es gibt Tauchgebiete auf der Welt, die sind nur Eingeweihten bekannt. Ziele, die sich von überlaufenen Lokalitäten wie Hurghada oder dem Sinai unterscheiden wie eine wenig besuchte Almhütte vom Ballermann. Wenn Sie einsame Spitzentauchplätze suchen, dann dürfte dieser Beitrag für Sie genau richtig sein. Herbert Frei entführt Sie zu einer Destination, die viele nicht einmal vom Hörensagen her kennen.

Oft ist es so, dass man zuerst mit der Nase daraufgestoßen werden muss. Auch mir sagte Roatan wenig. Ich wusste nur, dass es sich in der Karibik befindet. Nähere Erkundigungen machten mich schließlich schlauer. Roatan ist eine Insel, gehört zum Bahia - Archipel und liegt etwa 50 km vor der karibischen Küste von Honduras. Zum Bahia - Archipel zählen noch die Inseln Utila und Guanaja. Unter diesen Dreien ist Roatan mit 127 Quadratkilometer die größte, besitzt als einzige einen Flughafen. Start und Landemanöver können mitunter etwas kribbelig sein, denn die Lande- bzw. Startbahn endet kurz vor dem Meer. Wie ein langer Schlauch liegt das ca. 49 km lange und maximal nur 5 Km breite Eiland im klaren Wasser der Karibik. Zusammen mit den Schwesterninseln beherbergt Roatan die zweitgrößten zusammenhängenden Korallenriffe der Welt. Nur noch übertroffen vom Great - Barrier - Riff in Australien. Das war die erste große Überraschung. Tauchgründe so groß und weitläufig, dass man vermutlich Jahre benötigt, um sie halbwegs abzutauchen. In der Karibik jedenfalls würde man solches nicht vermuten. Roatan ist vielleicht in Europa wenig bekannt, in den USA gehört die honduranische Insel zum Basiswissen engagierter Taucher, hat fast denselben Status wie Korsika in Europa. So kommt es, dass man auf Roatan an bestimmten Küstenabschnitten vielen Tauchern begegnen kann, kaum aber welchen aus Europa. Amerikanische Tauchschulen wachsen an einigen Stellen aus dem Boden wie andern Orts der Regenwald. Dorthin zu gehen, ist nicht empfehlenswert, denn amerikanisches Tauchen ist nichts für Europäer, schon gar nicht für individuell veranlagte deutsche Taucher, und zweimal nicht für Fotografen und Filmer. Dreißig Minuten im Pulk, max. 20 m tief, alle hoch, wenn die erste Flasche leer ist, Fotografieren im Vorüberhuschen. Für einen freiheitsliebenden Menschen, der auch unter Wasser gern machen will, was ihm in den Sinn kommt, wäre das ein Alptraum.

Reef - House - Resort

Dass es auch anders geht, freier und ungezwungener, mit viel Idealismus und perfekten Ortskenntnissen, zeigten Hotel und Basis von Lucian Borgan in Oak Ridge, einem kleinen Dorf mit Pfahlbauhäusern, einer Wasserstrasse mitten durch den Ort und ideal gelegen für Ausfahrten zu den benachbarten Riffen. Oak Ridge erreicht man auf einer teils gut asphaltieren Strasse vom Flughafen Juan Manuel Galves in etwa 45 min. Dann steigt man um auf ein Boot, das einen innerhalb weniger Minuten zum direkt am Wasser gelegenen Resort bringt.Hotel ist vielleicht etwas zu viel gesagt. Das Reef - House ist ein aus Holz gebauter Komplex, bestehend aus einzelnen Zimmern mit Dusche und Toilette, einem Speiseraum und einer Open – Air - Bar. Dem Reef - House - Resort ist die Tauchbasis direkt angeschlossen. Alles ist einfach, aber geschmackvoll und vor allem sauber. Täglich werden die Zimmer geputzt, es gibt frische Handtücher, neue Bettbezüge. Trotz Wohnlage in unmittelbarer Nähe des Regenwaldes und wenig einladender Dorfidylle finden sich in den Zimmern so gut wie keine unangenehmen Krabbeltierchen. Auf empfindliche Naturen mag das beruhigend wirken, soll es auch.Das rustikale Reef – House - Resort, das eher einer Dschungel - Lodge ähnelt als einem Clubhotel, ist allerdings ungeeignet für nichttauchende Begleiterinnen und ebenso für Kleinkinder, weil es keinen Strand gibt und man im Prinzip etwas isoliert lebt. Ohne Boot kommt man nicht weit. Wer glaubt, hier am schicken Pool einen Drink schlürfen zu können, wird sich bald fehl am Platze vorkommen. Hier gibt es nur Meer, Urwald, Mangroven und Pfahlbauten. Dafür aber Tauchen total. Und deswegen ist man schließlich hier.

Gegessen wird immer gemeinsam, dreimal am Tag. Es geht zu wie bei Muttern. Nachschlag ist erwünscht. Man darf keine Sterneküche erwarten. Trotzdem ist erstaunlich, was die Frauen in der Küche zaubern. Wenn die Schalen mit Königskrabben dampfend aufgetragen werden, dann weiß auch der Unbedarfteste, dass hier mal wieder bis zum Umfallen geschlemmt werden darf. Auf Roatan bestimmen Meerestiere den Speisezettel. Daneben kommen erstaunlich schmackhafte Kartoffeln, Fische, Fleisch, Teigwaren und Reis auf den Tisch. „All inclusive“ sind Fruchtsäfte, Eistee, Wein, Kaffee, Tee und Wasser. Früchte und Eis komplettieren mittags und abends die Menüs. Manchmal auch ein gewöhnungsbedürftiger Kuchen. Zum Frühstück, das amerikanische Züge trägt (Lucian Borgan lebte lange in Florida), werden oft Pfannkuchen, Eier und Speck sowie ein typisch englisches Weißbrot gereicht. 

Tauchkulisse

Wie viele verschiedene Tauchplätze Roatan besitzt, liegt in den Sternen. Die Reef – House - Basis hat etwa 40 - 50 Stück katalogisiert, über die besten sogar kleine Zeichnungen verfasst, damit man sich die Lokalität beim Briefing besser vorstellen kann. Da Roatan in der Karibik liegt, taucht man in eben dieser typischen UW - Landschaft. Allerdings gewinnt man den Eindruck, dass hier vieles größer, gewaltiger und

wuchtiger ist  als in der übrigen Karibik.Exzellente Weichkorallen, große Becherschwämme, schwarze Korallen, rote Korallenfächer und die in der Karibik häufig anzutreffenden Geweihkorallen prägen die UW - Welt. Immer wieder sieht man auch am Tage Langusten, riesige Königskrabben und stattliche Barrakudas. Die von der Reef – House - Basis  angefahrenen Tauchgründe sind allesamt in einem hervorragenden Zustand. Man sieht so gut wie keine Gebrauchsspuren übermäßiger Taucherei. Anker werden sehr selten geworfen, und dann nur an Stellen, wo es absolut nichts ausmacht.  Überwiegen in der Karibik an vielen Stellen flache Saumriffe, ist es auf Roatan gerade umgekehrt. Fast jeder Tauchplatz hat einen Steillabfall. Manche Tauchlätze bestehen nur aus abfallenden Wänden. Und zwar so extrem, dass man glaubt, mitten im Roten Meer zu sein. Nur selten hatte ich beim Tauchen solch grandiose Kulissen. Mitten durch die Riffe ziehen tiefe Spalten, in denen man sich wie ein Gestrandeter auf einem fernen Planeten vorkommt. Schwarze Korallen hängen wie Girlanden von den Wänden, rote Schwämme überziehen die Felsen, Schwarmfische versammeln sich in Nischen und unter Überhängen. Es ist ein tolles Gefühl, hier durchzutauchen. Die Steilabfälle rauschen in Roatan an vielen Stellen auf gut und gern 50 m hinab. Manchmal auch noch beträchtlich tiefer. Unten geht die Landschaft dann in weite Sandflächen mit Röhrenaalen, Rochen und Plattfischen über.

Tauchen an sich

Es herrscht die große Freiheit. Die Guides vom Reef - House - Resort lassen den Tauchern weitgehend ihren Willen. Gutmütig schleppen sie Kameras, halten Sklavenblitze und spielen das  Model. Getaucht wird, bis der Letzte keine Luft oder Lust mehr hat. Das kann dauern, aber Geduld ist eine der herausragenden Tugenden der einheimischen Tauchführer. Man nimmt es mit allen nicht so genau, ist nur ernst, wenn die Lage es erfordert, schaut gnädig zu, wenn mal allein getaucht wird. Hier bin ich Mensch, hier kann ich einer sein, hier beginne ich zu leben.UW - Fotografen genießen besondere Freiheiten. Da UW - Kameras für die Einheimischen unerschwinglich sind, wird man als Gehäuse- oder Nikonos - RS - Fotograf wie ein Außerirdischer bestaunt. Wer sich in Roatan mit der Kamera in den Sand legt oder sich dezent mit einer Koralle beschäftigt, wird nicht gleich als „Umweltsau“ beschimpft, sondern als Fotokünstler verehrt. Ganz andere Perspektiven und eine nie gekannte Sympathie schlägt einem dort als Lichtbildner entgegen. Wer sich mit einem kleinen Trinkgeld die Herzen der Guides erobert hat, dem servieren sie Schaukelfische in Schwämmen, Sandaale vor der Haustür, Seescheiden im Dutzend und Sepias zum zweiten Frühstück.

C: Herbert Frei UWW
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