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© UWW

Riff Villa Samak © UWW

Riff Villa Samak © UWW

Riff Villa Samak © UWW

Riff Villa Samak © UWW

Riff Villa Samak © UWW

Riff Villa Samak © UWW

Riff Villa Samak - Campfeeling: Coltri-Kompressor© UWW

Riff Villa Samak - nach der Tauchausfahrt © UWW

Riff Villa Samak - gut bewacht© UWW

Riff Villa Samak - Tauchbasis© UWW

Riff Villa Samak - Mittagsbüffett© UWW

Riff Villa Samak - Gemeinschaftsraum © UWW

Ich muss nachdenken, wie man die Riff-Villa Samak in Marsa Alam am besten beschreibt. Vielleicht passt der Begriff Gästehaus sehr gut, doch es fehlt dann der Hinweis auf die Tauchbasis. Und es fühlen sich dort nicht nur Taucher in der familiären Umgebung wohl, auch Schnorchler kommen zu ihren Erlebnissen und Eltern kleiner Kinder können endlich wieder einmal zusammen abtauchen, für Betreuung der Kids ist gesorgt. Auf alle Fälle ist die Riff-Villa in dem von einer gewaltigen baulichen Entwicklung geprägten ehemaligen Fischerdörfchen ein Stern am ursprünglichen Taucherhimmel. Die Riff-Villa und die Entwicklung von Marsa Alam sind thematisch untrennbar, so habe ich es erlebt.

Pünktlich auf die Minute rollt der Wagen vor, der uns in Port Ghalib abholen soll. Christina Leuppi, eine gebürtige Schweizerin ließ es sich nicht nehmen selbst den Transfer in die 40 Autominuten südlich gelegene Riff-Villa durchzuführen. Auf der Fahrt erzählt von den Stationen, die sie als Tauchlehrerin vom Zugersee ans Rote Meer geführt hatte. Klar, dass sie als Schweizerin auch bei SUBEX in El Quseir arbeitete, bis sie mit Ihrem Mann Karsten das Projekt der Riff-Villa in Angriff nahm.
Eigentlich dürfte es die Immobilie der Villa gar nicht geben, denn der Ägyptische Staat beansprucht mittlerweile aus verschiedenen Gründen einen mindestens 100 Meter breiten Gürtel entlang der Meeresküste für sich. Hier kann man kein Land erwerben, kein privates Haus bauen – außer man hat beste Beziehungen. Keine Angst, Christina und Karsten haben keinen direkten Draht zur Präsidentenfamilie und dennoch wagten sie es die 7 Jahre im Rohbau dahinvegetierende Villa zu pachten und in einen gemütlich bewohnbaren Zustand zu versetzen. Der Bauherr, ein ehemaliger hoher Staatsbeamter, der erstaunlicherweise über eine Reihe von Unregelmäßigkeiten gestolpert war, musste den Ausblick aufs Meer mit der Tristesse einer Gefängniszelle tauschen und so stand das als Kleinod gedachte Bauwerk leer.
Mit Fliesen wurden die Böden belegt, der örtliche Schreiner lieferte einfache und zweckmäßige Holzmöbel, die Fenster bekamen Verglasungen, die elektrischen Leitungen sowie die Wasserrohre für Waschbecken, Duschen und Toiletten wurden verlegt und Ventilatoren sorgen für etwas Erfrischung in den Räumen. Nur das Dach hat noch nicht das endgültige Finish erhalten, da die Statik das Anbringen von Fliesen  nicht zulässt und deshalb nach einer anderen Lösung gesucht werden muss für Gäste, die die heißen Sommernächte am liebsten „Open Air“ verbringen möchten.
Die exponierte Lage der Villa, einen Steinwurf vom Ufer entfernt und im an sich privat nicht bebaubaren Areal, macht es Christina und Karsten nicht leicht gewisse bauliche Veränderungen genehmigt zu bekommen. Unendlicher Papierkram und viel Geduld war notwendig um den mit Palmblättern gedeckten, offenen Schattenplatz auf der kleinen Landzunge vor der Riff-Villa Samak errichten zu dürfen. Einzig eine kleine Holzhütte, in der Gästeequipment verstaut werden kann, ein betoniertes Wasserbecken zum Spülen der Ausrüstung werden als bauliche Maßnahme behördlich toleriert, die Hütte für den Coltri - Kompressor und die 12 l Aluflaschen musste wieder abgetragen werden, ein Hauch von Campfeeling weht ums Haus.
Eine Holzveranda, die vor die arkadenartig konzipierte Terrasse angelegt worden war, wurde hinter dem Rücken von Christina und Karsten von Beauftragten der Behörden kurzerhand abgerissen, als die beiden in El Quseir Termine bei verschiedenen Ämtern wahrnahmen. Zurück von der mühseligen Beamtenrally konnten Christina und Karsten nur noch staunend feststellen, dass die Veranda verschwunden war.
Eine leer stehende Immobilie, die unmittelbar nördlich an die Riff-Villa anschließt, wäre ideal zur Unterbringung der Tauchbasis und von Vorräten, doch Grund und Boden gehört dem Militär, nicht daran zu denken, sich dorthin zu erweitern. In einem nahen Gebäude am Strand laufen die Pumpen einer Entsalzungsanlage, die für Marsa Alam Süßwasser produziert, das mit Tankwagen zu den Abnehmern geliefert wird. Die Kapazität reicht noch für die aktuell bewohnten Gebäude der einheimischen Bevölkerung und der etwa 5000 Bauarbeiter, die an der Realisation eines touristischen Megaprojekts arbeiten. In drei Jahren soll hier eine Art zweites Sharm el Sheikh entstanden sein mit noblen Hotelanlagen, Ferienappartements, Restaurants, Einkaufsstraßen und einer großzügigen Marina. Im wahrsten Sinne platt gemacht wurde das zu bebauende Areal, Hügel bis 40 Meter Höhe lösten sich unter den Angriffen der Baggerschaufeln im Nichts auf. Breite Straßen und 6 weitläufige Verkehrskreisel führen in die Wüste und lassen erahnen, wie weit die Baumaßnahmen geplant sind, doch ob es je so weit kommt die beabsichtigte Dimension der Neubebauung tatsächlich umgesetzt zu erleben, ist eher zweifelhaft. Karsten sieht das realistisch, der Thüringer lebt lang genug in Ägypten und ist weit davon entfernt fatalistisch hier an Dinge zu glauben, so lange man sie nicht vor Augen hat.
Die Rundfahrt ins Dörfchen, wie Karsten das nennt, was irgendwie noch vom alten Marsa Alam übrig ist, ist für ihn auch jedes Mal eine Tour ins Neuland. Hier wächst wieder ein Gebäude aus dem Boden, dort eine neuen Baugrube. Feinster Staub liegt in der Luft von den unzähligen Baustellen produziert, schnell ist die Kamera mit einem hellgrauen Belag überzogen. Dort, so zeigt uns Karsten, ist „sein“ Baumarkt, nicht weit davon ein Restaurant, das er öfters mit den Gästen der Riff Villa und seiner Ferienwohnungen aufsucht.
Wir finden die Zufahrt zu einem Hügel, auf dem ein Wasserturm steht. Von hier überblicken wir das, was einmal Mara Alam sein soll oder vielleicht werden wird. Es ist gigantisch. Schon jetzt sind meine Aufnahmen historisch zu nennen, die Veränderungen ergeben nahezu täglich ein neues Bild.
Mit dem Teleobjektiv kann ich die Riff-Villa Samak entdecken, so eine Art positiver Fremdkörper, eingebettet in eine unfertige Trabantenstadt.
Nach ein paar Minuten Fahrt stehen wir auf der Baustelle eines Hotels. Ende 2008 soll hier Christinas und Karstens Tauchbasis und ein Hotel mit 80 Gästebetten den Betrieb aufnehmen. Die Basis gehört ihnen, das Hotel pachten sie von ihrem ägyptischen Geschäftspartner und dort werden sie das persönliche und familiäre Flair verankern, das ich in der Riff-Villa bereits wohlwollend spüren konnte.
Alles ist durchdacht und genau geplant, der Pool wird auch für die Grundausbildung nutzbar sein. Ziegel und nicht Beton ist der Hauptwerkstoff für den Hotelbau, das verspricht ein angenehmes Wohnklima und die Fassade kann schöner gestaltet werden.
Wir fahren weiter zum „Hausriff“ der Riff-Villa und des zukünftigen Hotels. Man könnte durchaus auch unmittelbar vor der Villa in einer flachen Lagone tauchen, doch das ist nicht sehr spektakulär.
Die hufeisenförmige Bucht Ras Samadai ist von Christina und Karsten gepachtet und bereits jetzt Ausgangspunkt für Tauchgänge von Land aus im Nationalpark. Ein Beduine am Strand grüßt Karsten. „Salam Abu Luis! » Vater von Luis wird er von den Einheimischen genannt. Der kleine Blondschopf von Christina und Karsten ist in der Gegend gut bekannt, auch durch die beiden jungen Beduinenfrauen, die in der Küche der Riff-Villa arbeiten und den Nachwuchs gelegentlich beaufsichtigen.
Wenn das Hotel in Betrieb ist, wird die Bucht durch einen Zaun abgetrennt um sicherzustellen, dass nur autorisierte Gäste tauchen, schnorcheln und baden können. Tauchflaschen werden in der Bucht vorrätig sein, man wird Erfrischungen kaufen können, beschattete Liegeplätze am Sandstrand schützen dann auch vor der Sonne. Ein Shuttlebus wird Hotel und Strand verbinden, stündlich haben die Gäste dann Gelegenheit die kurze Fahrt anzutreten.

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