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Wir frieren nicht wirklich und was da heruntertropft sind keine Regentropfen sondern Schweiß. Ein smarter Sonnyboy, braungebrannt und höchstens 28 erklärt freundlich lächelnd in gebückter Haltung die Sicherheitseinrichtungen der Twinotter. „Und so funktioniert die Klimaanlage,“ ist seine letzte Ansage und wedelt dabei fächerartig mit dem Datenblatt der Sicherheitsinstruktionen... Dann gleitet er auf den Kopilotensitz  und wir sind bereit für den 78 Kilometer “weiten” Luftsprung von Hulule aus im rot-weißen Maldivan Air Taxi an den südöstlichen Rand des Ari - Atolls.

Das Wasserflugzeug nimmt Anlauf und mit leichten Sprüngen fegt es über die imaginäre Startbahn, bis es mit etwa 100 Stundenkilometern nur noch von der feuchtwarmen Luft getragen wird. Der Blick hinunter ist wie immer phantastisch, welche Laune der Natur diese türkisen und smaragdfarbenen Spiegeleier ins blaue Meer gesetzt haben mag? In 900 Metern Höhe streifen wir ein paar Kumuluswolken und für ein paar Momente brodelt die Twinotter durch strahlend weißes Wolkentuch. Der Monsum ist nicht mehr fern und seine ersten Vorboten bauen wabernde Türme an den Horizont.
Im Sinkflug nehmen zwei Inseln mehr und mehr Gestalt an und etwa in der Mitte zwischen den beiden Eilanden lässt sich das Air Taxi nieder, legt an einem Ponton an.
Ein Dhoni, das in der Nähe gewartet hatte, nähert sich rasch. Minuten später sind wir an Bord und die letzte Etappe der Anreise nach Ranveli hat begonnen. Das im traditionellen Stil der Malediver gebaute Boot ist bemerkenswert gestaltet, es erinnert ein wenig an ein altes Jahrmarktkarussell, gedrechselte Verzierungen, mit Klarlack versiegeltes, dunkelbraunes Holz strahlen nostalgische Eleganz aus. Eine Treppe führt aufs Oberdeck, auf dem man sich dem Sonnenbad hingeben könnte. Wie sich später noch herausstellen wird, ist dieses Boot tatsächlich ein lebendes Beispiel jüngster maledivischer Kulturgeschichte, da das Resort auf Ranveli zu den ersten Anlagen zählt, die als Hotelinsel ihren Betrieb aufnahm. Was sind aus unserer Sicht schon 25, 30 Jahre? In dieser kurzen Zeitspanne veränderte sich auf den Malediven die Welt tiefgreifend, aber aus der Anfangszeit der touristischen Entwicklung gibt es kaum noch Zeugnisse. Viele Inseln wurden zwischenzeitlich mehrfach renoviert und „modernisiert“, klassische Taucherinseln werden gegenwärtig zu luxuriösen Spa und Wellnessresorts umgewidmet. Ich bin gespannt darauf, was mich erwartet, denn die Infos, die ich zu Ranveli recherchieren konnte, waren nicht sehr ausführlich.
Zweifel kommen auf, je näher wir der Insel kommen. Man sieht schlichte Gebäude, vordergründig von niedrigem Grün umrahmt. Dann legen wir am kurzen Steg an, das Hausriff ist an dieser Inselseite also nah am Ufer, das könnte Pluspunkte bringen. Und von hier aus sind die eben noch zweifelnd wahrgenommenen Staffunterkünfte nicht mehr sichtbar.
Nur wenige Schritte sind es im warmen Sand, vorbei an der Tauchbasis und dem Inselshop, dann ein paar Stufen hinauf in eine kleine Halle, in der ein TV-Gerät die Verbindung zum Rest der Welt aufrecht erhält. Hier werden wir von einem Mitarbeiter des Resorts mit kühlen Fruchtcocktails begrüßt und über die wichtigsten Dinge informiert, die man als Gast wissen sollte. Ein ausführliches Briefing mit allen neuen Gästen wird dann am Abend erfolgen.
An der Rezeption gegenüber erhalten wir den Zimmerschlüssel und deponieren wir Wertsachen im Safe. Im Gegensatz zu vielen anderen Resorts ist die Rezeption hier kein mächtiger, hallenartiger Bau sondern ein auf die reine Funktion der Inselverwaltung beschränktes, eher schlichtes Gebäude. Der erste Eindruck vermittelt allgemein Beschaulichkeit, wir dürfen uns also auf eine ruhige und entspannte Zeit einstellen, kein Trubel, keine Hektik, keine Animation.
Unserem Gepäck folgend, das drei Malediver ameisenartig auf den Schultern balancieren, wandern wir über die „Hauptstraße“, links und rechts gesäumt von Gästehäusern mit je zwei Wohneinheiten ebenerdig und im ersten Stock. Die Insel bietet 104 Gästen in 52 Zimmern Platz. Die Bepflanzung ist üppig und bestens gepflegt, zwischen Blattwerk und Häusern öffnen sich beidseitig für kurze Momente Ausblicke auf die nahe Lagune bzw. das Meer. Die Insel ist wirklich schmal, 40 Meter, in der Länge misst sie 200 Meter. Nach 160 Metern ist eines der letzten Gästehäuser erreicht, wir beziehen ein ebenerdiges Zimmer. Das Platzangebot ist großzügig, das Kingsize – Bett hat ordentliche Matratzen, die Möblierung ist zweckmäßig und bietet mehr als genügend Aufbewahrungsmöglichkeiten. Eine Minibar hält Erfrischungen bereit. Sehr aufmerksam ist der Roomboy, der zweimal täglich das Zimmer versorgt, Getränke, die häufiger entnommen werden, füllt er in größerer Menge nach. Angenehm leise ist die Klimaanlage, der obligate Deckenventilator bedient Gäste, die auf die Zusatzkühlung verzichten. Auch das Badezimmer ist groß bemessen, ausgestattet mit Badewanne. Hier entdeckt man an den Wandfließen Erinnerungen an den Tsunami in Form von einigen kleinen Rissen. Ranveli war kurzzeitig 1,20 m unter Wasser gesetzt worden, was das Fundament vieler Häuser unterspülte. Die primären Schäden sind jedoch längst schon behoben, die Klimaanlagen der ebenerdigen Zimmer wurden alle ausgetauscht. In verschiedenen Wohneinheiten wird diskret renoviert, so dass die Gäste keine Störung erfahren.
Man wartet noch mit dem Lunch auf uns. Mit zwischenzeitlich an Klima und Gepflogenheiten angepasster Outfit schlendern wir barfuss und ohne Eile zum Restaurant. Des weitläufige Gebäude ist auf Betonstelzen in die Lagune gebaut. Das Ambiente strahlt nostalgischen Charme englischer Kolonialzeiten auf Ceylon aus, Blenden mit zart gemalten Blütenornamenten teilen Räume und Flächen ab. Zentral ist die Hauptbar und die Inselbibliothek angeordnet, beliebter Treffpunkt nach dem Dinner. Ein Ober empfängt uns, zeigt entlang des Büffets die vorbereiteten Speisen und führt uns zu einem Tisch für zwei Personen, der am Rand des rundum offenen Gebäudes gelegen ist und unmittelbar ans Wasser angrenzt. Dies wird unser Tisch während aller Mahlzeiten auf Ranveli sein, durch den direkten Luftzug angenehm klimatisiert und beim Abendessen durch den Blick ins Wasser besonders attraktiv, wenn der im Hausriff wohnende große Stingray im gezielt gesetzten Licht seine Kreise zieht.
Die Ruhe um uns ist irritierend. Der Sprung aus einer Welt, die ständig mit optischen und akustischen Reizen einwirkt, ist noch nicht ganz vollzogen. Wir sind angekommen, aber mit den Füßen noch nicht am Boden. Mit gemessenem Schritt nähert sich der Ober mit den Getränken, bedient uns lächelnd und zieht sich ohne Hast zurück. Wir passen uns an, gehen gleichsam gelassen zum Büffet, wählen aus den Salaten und warmen Speisen aus, die uns ein Koch nicht ohne Stolz präsentiert. Zweiter Anlauf an der liebevoll mit Tischdecke, unterschiedlichen Gläsern und Stoffservietten eingedeckten Tafel  „zu landen“. Und nach einer Weile ist es so weit, wir hören das Rauschen den Windes in den Palmen, das leise Plätschern der Wellen an den Stelzen des Restaurants, die Rufe exotischer Vögel aus dem grünen Dickicht der Insel. Wie es scheint, ist die Reise nach Ranveli auch ein Stück einer Reise zu sich selbst. Damit steht fest, dass diese Insel so ganz anders ist als die Resorts, die wir in den letzten Jahren besucht hatten.

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