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Loloata © UWW / David Benz

by David Benz & Melanie Schuler 1.14

Loloata © UWW / David Benz

Loloata © UWW / David Benz

Loloata © UWW / David Benz

Loloata © UWW / David Benz

Loloata © UWW / David Benz

Loloata © UWW / David Benz

Loloata © UWW / David Benz

Loloata © UWW / David Benz

Loloata © UWW / David Benz

Loloata © UWW / David Benz

Loloata © UWW / David Benz

Tufi © UWW / David Benz

Tufi © UWW / David Benz

Tufi © UWW / David Benz

Tufi © UWW / David Benz

Tufi © UWW / David Benz

Tufi © UWW / David Benz

Tufi © UWW / David Benz

Tufi © UWW / David Benz

Tufi © UWW / David Benz

Tufi © UWW / David Benz

Tufi © UWW / David Benz

Lissenung © UWW / David Benz

Lissenung © UWW / David Benz

Lissenung © UWW / David Benz

Walindi © UWW / David Benz

Walindi © UWW / David Benz

Walindi © UWW / David Benz

Tief aus dem dichten Grün des Dschungels klingen die Trommeln der Krieger. Die Nacht ist bereits hereingebrochen. Nur Sterne und Fackeln erhellen die gespenstische, surreale Szenerie. Es ist die Nacht des sing-sing, dem großen traditionellen Tanzfest. Die Papuas, wie die Einwohner Papua-Neuguineas genannt werden, schmücken sich hierzu mit den Federn der Paradiesvögel und Kakadus, tragen Ketten aus Muscheln und Holzschnitzereien. Die Gesichter und  Körper werden bunt bemalt. Verschiedene Stämme versammeln sich dann zur großen Feier, der „Konfrontation“, was sing-sing übersetzt bedeutet. Geistertänzer, Moosmenschen und Stammeskrieger leben und bewahren damit eine ihrer vielen einzigartigen Traditionen.

Der drittgrößte Inselstaat der Welt beherbergt mehr als 800 ethnische Gruppen mit eigener Sprache und Bräuchen. Eine weltweit einzigartige kulturelle Stammesvielfalt, die eng verknüpft mit ihren Traditionen existiert. Papua-Neuguinea, ein Ort der Superlative. Gletscher, dichter Regenwald, aktive Vulkane und eine bisher unbekannte Artenvielfalt über wie unter Wasser machen dieses Land zu einem der letzten unberührten Naturparadiese unseres Planeten. Gleichwohl ein durch die moderne Zivilisation bedrohtes Paradies. Die Habgier und der Trieb nach Reichtum lassen mittlerweile auch hier Bäume fallen und Wälder sterben. Die Suche nach Gold und den gigantischen Gasvorkommen hat längst begonnen und die hier lebenden Menschen dabei um ihr Land gebracht. In Refugien zurückgedrängt profitiert dabei keiner der Papuas vom Reichtum der Länder und Besitztümer seiner Väter und Vorfahren.
Für uns ist Papua-Neuguinea das große Land des Unbekannten. Noch bis in unsere Tage gilt PNG als das am wenigsten erforschte Land der Welt. Eine Destination, die für viele Touristen sicherlich aus dem Rahmen und Konzept einer alltäglichen Urlaubsreise fällt. Vielmehr ein Entdeckerland für Taucher und Abenteurer. Geologisch wie geografisch offenbart sich in diesem Teil Ozeaniens eine der vielfältigsten Destinationen weltweit. Eine Flora und Fauna, unsäglich facettenreich und bunt. Eine wahrhaftig ursprüngliche Welt. Die Welt der Krokodilmänner und der Stammeskrieger. Heimat der Paradiesvögel, der Vulkane und der Haiflüsterer. Und in erster Linie Garant für intakte Korallenriffe und die artenreichsten Divespots unseres blauen Planeten.
Sicherlich, die Anreise nach PNG ist durchaus strapaziös und auch für Vielflieger eine Herausforderung. Bis nach Port Moresby, der Hauptstadt Papua-Neuguineas, sind über 14.000 Kilometer und somit endlose Stunden zu absolvieren. Hotels und Resorts sind hier rar. Nur rund 70.000 Reisende besuchen PNG jedes Jahr. Der Tourismus steckt noch in den Kinderschuhen. Im ganzen Land gibt es demzufolge nur eine Handvoll Diveresorts und 2 Liveaboards. Bei einer Fläche so groß wie Schweden, nicht gerade viel.

Loloata

Perfekt als mehrtägiger Stopover und als Start ins Abenteuer Papua-Neuguinea bietet sich das knapp 1 Kilometer lange Eiland Loloata nahe der Hauptstadt Port Moresby an. Dik Knight, australisches Urgestein und Resortinhaber des Loloata Island Resort, hat hier über Jahrzehnte eine Anlage mit insgesamt 23 Zimmern, Restaurant, Souvenirshop und eigener Tauchbasis geschaffen. Das kleine Inselidyll strotzt geradezu vor Leben. Kleine putzige Kängurus, sogenannte Wallabees, Krontauben und bunte Papageien stolzieren zwischen den Gästen umher. Giftige Seekobras, welche das Land während der Paarungszeit für sich beanspruchen, riesige Kröten und Schlammspringer übernehmen das Kommando nach Einbruch der Dunkelheit.
Und was die  ersten Tauchgänge angeht, scheint der Artenreichtum von Flora und Fauna unter Wasser gar zu explodieren. Entlang der Riffkante an „Suzie´s Bommie“ schweben die ersten Schwarz- und Weißspitzenriffhaie durch einen kunterbunten Wald aus Hart- und Weichkorallen. Die starke Strömung trägt uns dabei vorbei an einer riesigen Schule Barrakudas und Jackfischen. Gorgonien und Fächerkorallen, groß wie kleine Häuser, bestimmen den Anblick der intakten Rifflandschaften. Allerdings hat man in den atemberaubenden Tauchgebieten rund um Papua-Neuguinea auch immer wieder mit starken Strömungen zu kämpfen. So manch entspannter Unterwasserfotograf stößt dabei mal schnell an seine Grenzen. Glücklicherweise kennen die Diveguides des Loloata Island Resorts die Tücken des Meeres und haben für die tauchende Klientel immer die passende Lösung parat. Ist die Strömung zu stark, wird kurzerhand der Tauchspot gewechselt.
Neben Haien, Rochen und Schulen von Schwarmfischen steht für Tauchsportenthusiasten in PNG natürlich eines im Vordergrund: das Wracktauchen. Während des zweiten Weltkrieges war Papua-Neuguinea Bühne längst vergangener Kriegsgeschichte. Unzählige Wracks in den Tiefen der Korallen- und Bismarcksee zeugen vom erbitterten Kampf zwischen japanischen und alliierten Truppen. Noch heute finden sich perfekt erhaltene Schiffs- und Flugzeugwracks an den ehemaligen Kriegsschauplätzen und jetzigen Tauchspots. Unzählige Wracks und Relikte vergangener Tage, eingehüllt in  mystischem Licht und geheimnisvoller Stimmung  begeistern nicht nur reine Wracktaucher. Nahe Loloata Island liegt in 18 Metern Tiefe der „A-20 Havoc“ Bomber und gibt Tauchern die Möglichkeit, Zeuge jener längst vergangenen Geschichtsepoche zu werden. Das Flugzeugwrack wurde 1980 eigens von Resortinhaber Dik Knight entdeckt und zählt heute zu den Highlights der hier um das Loloata Island Resort befindlichen Divespots. Zweifelsohne kommen Wrackliebhaber hier voll auf ihre Kosten. Zwischen 9 und 45 Metern Tiefe ruht mit 65 Metern Länge das Wrack der „MV Pacific Gas“. Bunt bewachsen, umringt von Fischschwärmen, wartet der Erdgasfrachter darauf, erforscht zu werden. Das Wrack der „MV Pai II“, einem 25 Meter langen Krabbenkutter, kann bereits knapp unter der Wasseroberfläche bis zu einer Tiefe von 27 Meter Tiefe betaucht werden. Auch wenn die Sichtweiten nicht immer perfekt sind, die vorherrschende Stimmung unter Wasser an den Wracks rund um Loloata Island ist ein einmaliges Taucherlebnis.
Dass auch „Kleines“ ganz groß sein kann, bestätigt ein Muck-Tauchgang am Divespot „Lion Island“. Das sogenannte Hausriff des Loloata Island Resort ist ein Hotspot für Critters. Nach nur 5 Minuten Bootsfahrt warten Nacktschnecken, Fangschreckenkrebse und Rotfeuerfische auf staunende Tauchgesichter. Sechs skurril geformte Fetzengeisterfische reihen sich im Schein der Unterwasserlampen zu einem kleinen Unterwasserballett. Garnelen wiegen sich sanft auf den Armen der Anemonen in der Strömung. Ein großer Anglerfisch möchte indes erst gar nicht entdeckt werden und ist doch sogleich das Objekt der Begierde der Unterwasserfotografen. Für Abwechslung auf Loloata Island ist also gesorgt. Nicht nur unter, sondern auch über Wasser.

Tufi

Von Port Moresby geht es mit einer winzigen Maschine weiter Richtung Tufi. Die Sicht aus der Vogelperspektive offenbart die üppige und unberührte Natur der Oro Provinz. Grenzenloses Grün. Endlose Vegetation. Traumhafte Fjordlandschaften. Ein Garten Eden. Auch für weitgereiste Tauchenthusiasten und Individualurlauber eine Offenbarung. Grün-, Blau- und Aquamarintöne soweit das Auge reicht. Der Blick aus dem Flieger auf die endlosen Tauchgründe rund um Tufi lassen die Neugier und die Bereitschaft zum Abenteuer wachsen. Die Divespots rund um das Tufi Resort gehören zweifelsohne zu den spektakulärsten Tauchplätzen weltweit. Die Farbenvielfalt, die gesunden Korallengärten und der Fischreichtum lassen sich nach den ersten Tauchgängen nur schwer in Worte fassen. Die hier gelegenen Tauchreviere beheimaten laut Statistik doppelt so viele Arten und Spezies wie das Rote Meer und fünf Mal so viele Gattungen wie die gesamte Karibik.
 
Mit dem Speedboot geht es am frühen Morgen raus Richtung „Veal´s Reef“. Wir sind auf der Suche nach dem legendären weißen Hammerhai, der sich hier alle Jahre wieder blicken lässt. Die meisten Tauchplätze rund um Tufi sind aufgrund der vorhandenen Strömung ideal für einen Driftdive. Großfischsichtungen sind an der Tagesordnung. Neben unzähligen Grau-, Schwarzspitzen- und Weißspitzenriffhaien zeigt sich ein Adlerrochen und aus einiger Entfernung sogar ein imposanter Hammerhai. Seine exorbitante Silhouette ist an der Oberfläche deutlich zu erkennen. Pech, eine Begegnung auf Augenhöhe bleibt aus. Ob es der legendäre weiße Hammerhai war, bleibt unbeantwortet. Leider.
Das „Honeymoon Reef“, benannt nach zwei sich Liebenden, ist das Spiegelbild einer heilen Unterwasserwelt und nur einige Minuten von „Veal´s Reef“ entfernt. Riesige Flächen leuchtend grüner Salatkorallen geben die perfekte Kulisse für ein paar Weitwinkelaufnahmen. Orange funkelnde Anemonenfische, Schulen von Süßlippfischen und juveniler Barrakudas präsentieren sich in knapp 20 Metern Tiefe in den Korallengärten der Solomonensee.
Tufi steht indes nicht nur für tolle Rifflandschaften, sondern beeindruckt auch durch ein außergewöhnliches Hausriff. Die direkt an der Tauchbasis befindliche Einstiegsstelle ist jedoch alles andere als einladend. Ein Film von Öl und Benzin trübt die Wasseroberfläche und Berge von Müll lassen alles andere als Hoffnung auf einen tollen Tauchgang aufkeimen. Weit gefehlt. Der Tauchgang am Hausriff des Tufi Resort ist über die Landesgrenzen hinweg bekannt und gilt als einer der spektakulärsten und artenreichsten Muck-Tauchplätze in ganz PNG. Hier wird Kleines groß geschrieben. Wir erforschen Tonnen von Altmetall auf dem Meeresgrund. In den Relikten des 2. Weltkrieges haben es sich zahlreiche Critters und aberwitzige Lebensformen gemütlich gemacht. In jeder noch so kleinen Ritze scheint sich skurriles Leben zu verstecken. Gobies, Scherengarnelen, kunterbunte Nacktschnecken und geisterhafte Federsterne erobern die Nacht. Wahrhaftig ein Paradies für Unterwasserfotografen. Diese erfahren übrigens im Tufi Resort besondere Behandlung. So werden Tauchgänge mit den Diveguides  auf die Wünsche und Erwartungen der Unterwasserfotografen festgelegt und mit viel Zeit und stets wachsamen Augen ausgeführt.
Angesichts der Vielzahl spektakulärer Tauchplätze rund um Tufi wächst die Bildausbeute von Tag zu Tag. Dennoch sollte für jeden Reisenden genügend Zeit bleiben, nach all den Exkursionen in die Tiefen des Meeres, die umliegenden Dörfer und die unbändige Natur zu erkunden. So fern und fremd uns Papua-Neuguinea sein mag, so freundlich, warmherzig und liebevoll wird man von den hier lebenden Menschen behandelt. Im Dorf  Yavi, nahe Tufi, hat man die Möglichkeit unter Einheimischen in einem Dorf zu leben. Zeit für tiefe Einblicke in Kultur und Tradition. Zeit für Gespräche und des Kennenlernens. Die Speisen werden in trauter Runde mit dem Clanchef und seinen Söhnen eingenommen. Gemeinsam lassen wir es uns schmecken. Der Fisch zum Frühstück kommt fangfrisch aus dem Meer. Um 7 Uhr morgens. Vielleicht die einzige Tradition, mit der man sich in diesem Moment noch nicht wirklich anfreunden kann. Allerdings wartet die kulinarische Entschädigung bereits im Tufi Resort in Form von fangfrischen Langusten, köstlich zubereitetem Fisch und selbstgemachten süßen Dessertträumen. Zweifelsfrei Sterneküche.
Das Tufi Resort besticht allerdings nicht nur durch atemberaubende Tauchplätze und gastronomische Spitzenleistungen, vielmehr ist es das Gesamtpaket, welches dem Gast hier geboten wird und was die Weiterreise letztendlich schwer macht.

Nach Loloata und Tufi hat man in Port Moresby bei einer Zwischenübernachtung die Gelegenheit, das bislang Erlebte kurz zu verarbeiten. Der Zwischenstopp vor dem Weiterflug nach Kavieng ist aufgrund der Flugverbindungen erforderlich. Allerdings ist in Port Moresby, der Hauptstadt PNG´s und einer der gefährlichsten Städte weltweit, Vorsicht geboten. Eine überdurchschnittlich hohe Kriminalitätsrate laden nicht gerade zum abendlichen Spaziergang durch belebte Stadtviertel ein. Von Port Moresby geht es über Rabaul weiter nach Kavieng. Dort wartet mit dem Lissenung Island Resort bereits der Inbegriff einer tropischen Trauminsel.

Kavieng

Urlaub auf einer einsamen Insel, palmengesäumt mit üppiger tropischer Vegetation. Umringt vom glasklaren Ozean. Wer träumt nicht davon? Vom Leben eines Robinson Crusoe. Barfuß, nur Sand zwischen den Zehen. Das Lissenung Island Resort lässt diesen Wunschtraum wahr werden. Die kleine Tropeninsel liegt 2 Grad südlich des Äquators in der Südsee, zwischen dem Pazifischen Ozean und der Bismarcksee, wo die Wassertemperatur das ganze Jahr bei angenehmen 30°C liegt. Der Österreicher Dietmar und seine Frau Ange Amon haben hier ein Inselidyll mit 5 landestypischen Bungalows geschaffen. Beide tauchen seit mehr als einem Jahrzehnt in der Gegend zwischen New Ireland und New Hanover. Steilwände, die mehrere tausend Meter in die Tiefe abfallen. Farbenfrohe Hart- und Weichkorallen und enormer Artenreichtum warten auf Tauchsportbegeisterte. Am Hausriff des Lissenung Island Resorts sind seitens Meeresbiologen aus Neuseeland gar 317 verschiedene Fischarten bestätigt worden. Acht von 9 Gattungen der in PNG vorkommenden  Anemonenfische leben hier. Rekordverdächtig. „Kaum Fischerei, kein kommerzieller Fischfang für die Industrie. Im Laufe der Zeit konnte sich so in Papua-Neuguinea, dem Korallendreieck von Indonesien, den Philippinen und den Solomonen, ein weltweit kaum vergleichbarer Artenreichtum entwickeln.“ erklärt uns Dietmar Amon.

Wir überzeugen uns selbst und tauchen hinab in das bunte Treiben der Bismarcksee. Neben „Matrix“ oder „Pete´s Patch“ zählt die „Albatross Passage“ zu den Hotspots der rund 42 Tauchplätze. Große Schulen von Fledermausfischen, Barrakudas und Jackfischen beeindrucken ebenso wie die hohe Haipopulation. Kaum ein Tauchgang ohne Haisichtungen. Weiß- und Schwarzspitzenriffhaie durchkreuzen immer wieder das tiefe Blau. Ein Mobularochen dreht in einiger Entfernung seine Kreise. Imposant wiegen Gorgonien - Seefächer und Bäumchen - Weichkorallen in der Strömung. Extrem starke  Strömungen können hier Taucher durchaus vor eine ernsthafte Herausforderung stellen. Auch uns verlangt das Meer am nächsten Tag beim Wrack „Der Yang“ alles ab. Nach nur 30 Minuten beenden wir unseren Wracktauchgang und kehren aus 30 Metern Tiefe sichtlich erschöpft mit nahezu leeren Tanks zurück. Zu stark war die Strömung. An entspanntes Fotografieren kaum zu denken. Wesentlich entspannter lässt sich das Flugzeugwrack des „Nakajima Kate Torpedo Bomber“ betauchen. Ein weiteres Kriegsrelikt, gefangen auf dem sandigen Meeresgrund. Bis in 12 Meter Tiefe tauchen wir in die Kämpfe zwischen japanischen und alliierten Truppen ab und betrachten die traurigen Überbleibsel jener längst vergangenen Kriegsereignisse. Die Strömung ist kaum spürbar und lässt so den Unterwasserfotografen genügend Zeit, die mystische Stimmung rund um das geheimnisvolle Flugzeugwrack festzuhalten.
Lissenung, bekannt für Wracks und Großfisch aller Art, bietet zudem Makrofotografen unter Wasser ein großes Ensemble an bizarren Kleinstlebewesen. Putzige Pygmäenseepferdchen gibt es hier in allen Formen und Farben. Dank der wachsamen Augen der Diveguides entgeht kein noch so interessantes Motiv. Die Tauchgänge sind entspannt und auf die Bedürfnisse der Taucher zugeschnitten. Man nimmt sich Zeit. Zeit, die gerade die Unterwasserfotografen bei ihren Tauchgängen so dringend benötigen. So vergeht auch im kleinen Tropeninselparadies Lissenung Island die Zeit leider viel zu schnell. Nach 8 Tagen geht es von Kavieng über Port Moresby nach Hoskins.

Hoskins

Dort öffnet uns das Walindi Plantation Resort zum Abschluss unserer Papua-Neuguinea Rundreise seine Pforten. Zahlreiche Fotos international bekannter Unterwasserfotografen zieren die Wände im Frühstückssaal. Professor Charles Veron, ehemaliger Chefwissenschaftler des Australischen Instituts für Meeresforschung, beschrieb die umliegenden Tauchgebiete des Walindi Plantation Resorts hier in der Kimbe Bay wie folgt: „Die Korallenriffe der Kimbe Bay führen mich 40 Jahre zurück in eine Zeit, in der Korallen in üppiger Fülle unbedrängt von den Problemen der Gegenwart aufwachsen konnten. Eine kurze Bootsfahrt vom Walindi Plantation Resort und ich tauche an Riffen, welche die Hälfte aller bekannten Korallenarten des gesamten Indopazifik beherbergen. Auch wenn ich gründlich überlege glaube ich kaum, dass es diese Kombination aus pulsierendem Leben, Vielfalt und Schönheit irgendwo auf der Welt noch geben könnte.“ Besser hätte man es nicht auf den Punkt bringen können. Die Kimbe Bay ist zweifelsfrei ein Hotspot für Taucher und Unterwasserfotografen. Die umliegenden Riffe garantieren Großfisch satt und mit zahlreichen Haien den entsprechenden Adrenalinkick. Kein Tauchgang ohne Sichtung von Grau-, Schwarzspitzen- oder Weißspitzenriffhaien. Große Schulen von Makrelen und Barrakudas lassen Taucherherzen bei perfekten Sichtweiten höher schlagen. Am Divespot „Inglish Shoal“ werden wir gleich von acht Haien umkreist. Zwischen den Tauchgängen präsentiert sich eine Gruppe falscher Killerwale. 15 bis 20 Tiere dieser Wale lassen uns, wenn auch aus respektabler Entfernung,  den Atem stocken. Und die feuerroten Peitschenkorallen an „Susan´s Reef“ begeistern ebenso wie die Rifflandschaften um „Joelle´s Reef“. Die knallig bunten Farben erinnern an ein Gemälde von Andy Warhol. Farbenfroh und leuchtend bunt. Täglich werden bis zu drei Bootstauchgänge angeboten. Die Diveguides kümmern sich liebevoll nicht nur um das Equipment, sondern auch um das leibliche Wohl ihrer Gäste. Zwischen den Tauchgängen wird frischer Fisch, Hühnchen, Reis und köstliches Obst angeboten.
Um die weiter entfernten Tauchgebiete und die somit entlegeneren Tauchplätze rund um New Britain und New Ireland anzusteuern, bietet sich ein Trip an Bord der MV FeBrina an. Das Tauchkreuzfahrtschiff nutzt das Walindi Plantation Resort als Heimathafen und Ausgangspunkt für atemberaubende Tauchexkursionen. Mit der MV FeBrina werden Hotspots wie die Vulkankrater der Witu Islands und die zahlreichen Off-Shore-Riffe angefahren.
Dass aber nicht nur Taucher voll auf ihre Kosten kommen, dafür sorgt die quietschbunte und abwechslungsreiche Tier- und Pflanzenwelt hier rund um das Resort. Flora und Fauna bieten, was man sich von Papua-Neuguinea verspricht: einen hohen Erlebnisfaktor. Einst eine Palmölplantage wurde das Resort von Inhaber Max Benjamin mit viel Liebe zum Detail im landestypischen Stil realisiert und 1983 erstmals für Gäste zugänglich gemacht. Verschmolzen mit dem umliegenden Regenwald präsentiert sich die Unterkunft jetzt in herrlicher Lage mit Blick über die Kimbe Bay. Von hier führen Entdeckertouren in üppiges Grün, riesige Schmetterlingsgärten und benachbarte Palmplantagen. Am Fuße eines aktiven Vulkan bietet sich die Gelegenheit inmitten dichtem, unwegsamen Dschungel ein Bad im 40°C heißen Flusswasser zu nehmen. Mineralische Schlammpackung und Kur inklusive. Einen Steinwurf entfernt finden sich Überreste der amerikanischen Luftwaffe. Ein amerikanischer B-25H Bomber und die Überbleibsel einer Vega Ventura zeugen vom Kampf alliierter und japanischer Truppen. Neben den Kriegsrelikten blitzt das leuchtende Grün eines Lizzards. Am Himmel fliegen Papageien und Kakadus. Und in der Nacht geben Hunderte kleiner Frösche und Kröten lautmalerisch ihr Konzert.

Fazit

Die Differenziertheit von Flora und Fauna machen Papua-Neuguinea weltweit so einzigartig. Ein Land der Superlative. Auch unter Wasser. Die hier gelegenen Tauchreviere beheimaten doppelt so viele Arten und Spezies wie das Rote Meer und fünf Mal so viele Gattungen wie die gesamte Karibik. Rekordverdächtig. Die Unterwasserlandschaften erinnern an Märchenwälder. Im kristallklaren Wasser sind der Fischreichtum und die Artenvielfalt so enorm, dass es schwer fällt, sich für das richtige Motiv zu entscheiden. Orange leuchtende Anemonenfische, skurril und grotesk anmutende Anglerfische,  wollen ebenso wie das nur 10mm großen Pygmäen Seepferdchen oder ganze Schulen von Riffhaien abgelichtet werden. Eine Sternstunde am Korallenriff. Ein kunterbunter Zoo, voll bizarrem und extravagantem Leben. Zweifelsohne steht deshalb PNG als Garant der besten Tauchgebiete und eines der letzten unberührten Paradiese unter Wasser auf diesem blauen Planeten. Nach dem Abenteuer Papua-Neuguinea, einer Reise in eine scheinbar vergessene Welt, bleiben sicherlich die unvergleichlichen Tauchgänge an den märchenhaften Riffen rund um die traumhaften Resorts im Gedächtnis. Die Besuche in den verschiedenen Dörfern, die Gespräche und der Austausch  mit Einheimischen, Plätze wo man in fremde Bräuche und Kulturen eingeführt wird, beeindrucken und prägen die Besucher. Ein Land welches fesselt und berührt. Auf seine ganz eigene Art und Weise. Beeindruckend und unvergleichlich. Weltweit. 



Informationen:


www.loloata.com
www.tufidive.com
www.lissenung.com
www.walindi.com
www.pngdive.com
www.pacific-travel-house.com    (Reiseveranstalter)

Anreise

:
Über Singapur, Tokio, Bangkok, Manila oder Hongkong mit der Air Niugini nach Port Moresby. Wahlweise auch über Abu Dhabi nach Brisbane und mit Air Niugini weiter nach Port Moresby.
Notwendig ist ein noch 6 Monate gültiger Reisepass sowie ein Rückflugticket. Rund € 40 pro Person werden bei der Einreise für das Visum fällig.
 

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