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by Harald Bolten 1.02

Sternentänzer:  Tauchen mit der "Stardancer" in New Britain

Von Deutschland aus gesehen liegt New Britain, die größte Insel Papua Neu Guineas, so ziemlich genau auf der anderen Seite des Globus. Daher ist es auch kein Wunder,, wenn die Anreise zirka  3 1/2 Tage in Anspruch nimmt. Man muss also genügend Zeit einplanen für einen Tauchurlaub in dieser Gegend, alleine schon deswegen, weil die Flugverbindungen innerhalb des Landes nicht immer nach Plan starten. So mussten wir zum Beispiel in Port Moresby, der Hauptstadt Papua Neu Guineas, übernachten, da der Flug nach Hoskins an diesem Tag einfach gestrichen wurde.

Nach diesem Trip über Hamburg - Frankfurt - Singapur - Brisbane - Cairns - Port Moresby - Hoskins kamen wir dann auch schließlich an unserem ersten Reiseziel an, dem Walindi-Resort an der Kimbe Bay. Das Resort liegt am Rande einer Cocos - Plantage im Urwald direkt am Meer und besteht aus 12 frei stehenden, komfortablen Hütten, einem Restaurant mit Bar, einem Pool und einem Tennis - Platz. Es fügt sich so gut in die Landschaft ein, dass von der Meeresseite her kaum Gebäude auszumachen sind.

Seit 1967 betreiben der Australier Max und sein Frau das Resort, welches mittlerweile wegen der ausgezeichneten Tauchplätze in der Kimbe Bay international vor allem bei Unterwasserfotografen bekannt geworden ist.

Natürlich konnte ich es am nächsten Tag nicht erwarten, sobald wie möglich ins Wasser zu kommen. So ging es dann am Morgen gleich mit einem der beiden gut motorisierten Tauchboote zu einem Two – Tank - Dive hinaus in die Kimbe Bay.

Gleich der erste Tauchgang zeigt mir, dass sich die weite Anreise wirklich gelohnt hat: Die Riffe sind farbenprächtig, von der Korallenbleiche völlig unberührt und mit einer Artenvielfalt, die ich sonst noch nirgendwo gesehen habe. Grosse Korallenfächer, riesige Schwämme wie in der Karibik, Weichkorallen wie im Roten Meer und ein Fischreichtum wie auf den Malediven; hier hat man alles an einem Riff zusammen. Daneben gibt es viele Korallenarten, die ich bislang noch nirgendwo anders auf der Welt gesehen habe.

Nach dem ersten Tauchgang verschwindet der Tauchanzug in der Tauchtasche, er ist bei 30 Grad Wassertemperatur einfach zu warm. So tauche ich dann in den nächsten 2 1/2 Wochen nur noch mit Badehose und T-Shirt.

Nach dem zweiten Tauchgang des Tages, kurz bevor wir an einer kleinen Insel anlegen wollen, um dort ein Picknick zu machen, macht sich Aufregung an Bord breit: jemand hat Killerwale (Orcas) gesichtet. Natürlich ist das Picknick vergessen und wir machen uns an die Verfolgung. So können wir eine Gruppe von 3 Orcas dann auch eine ganze Zeit in der Nähe des Bootes beobachten.

Der Skipper setzt uns anschließend mit ABC - Ausrüstung vor dem Rudel ab und wir können die Gruppe unter Wasser an uns vorbeiziehen sehen. Leider ist gerade an dieser Stelle die Sicht schlecht, sodass die Unterwasseraufnahmen nur Erinnerungsqualität haben. Aber das trübt die Freude über diese seltene Begegnung  kaum. In der Kimbe Bay kommen solche Begegnungen mit den Orcas etwa 2 - 3 mal im Jahr vor, und wir hatten gleich am ersten Tag das große Los gezogen.

Nach zwei Tagen mit sehr schönen Tauchgängen von Land aus, gehen wir dann an Bord des Tauchschiffs Stardancer. Dieses Schiff, sowie das Tauchschiff FeBrina, legen jeweils direkt vom Walindi Resort ab um von dort aus die Kimbe Bay, die Witu Islands sowie die Father’s nördlich von New Britain zu erkunden.

Die Stardancer ist ein sehr komfortables 36 Meter langes “Liveaboard”, auf dem maximal 18 Taucher Platz haben. Wir sind diesmal nur 6 Taucher an Bord, so dass man das Gefühl hat, auf einer eigenen Yacht zu fahren. Über Nacht geht die Fahrt hinaus zu den Witu Islands.

 Kurz nach 6 Uhr werden wir geweckt: Zeit für einen Kaffee und das Briefing, bevor es um 6:30 Uhr schon zum ersten Tauchgang geht. Die morgendliche Dusche ist also überflüssig. Und beim Auftauchen nach dem Tauchgang gibt es dann auch die ersten Kontakte zur hiesigen Bevölkerung. Ein halbes Dutzend Auslegerkanus umringt die Stardancer. Die freundlichen Eingeborenen sind von den Inseln herübergepaddelt um Obst und Gemüse gegen Reis und andere Nahrungsmittel zu tauschen.

Nach dem ersten Tauchgang wird ersteinmal richtig gefrühstückt. Der Koch bereitet Eier, Omelette, Pfannkuchen und Speck nach individuellem Wunsch zu.

Gibt es ein schöneres Programm um einen Tag zu beginnen? Nachdem wir erfrischt, wach und gestärkt sind, folgen dann um 9:00 und 11:30 Uhrdie nächsten beiden Tauchgänge. Nach dem Mittagsbuffet ist dann erst einmal Siesta angesagt, bevor es um 15:30 Uhr zum Nachmittagstauchgang geht. Wem das dann noch nicht reicht, der kann dann um 18:30 Uhr noch einen Nachttauchgang zum Abschluss des Tages machen. Danach gibt es dann das Dinner und da das Tauchen für den heutigenTag beendet ist, kann man zum Essen auch das wohlverdiente Bier oder den guten australischen Wein genießen.

Die Tauchplätze bei den Witu und Father Inseln kennzeichnen hauptsächlich kleine Seamounts, unterseeischen Bergspitzen, die ziemlich steil aus größerer Tiefe emporragen und 10 – 20 Meter unter der Wasseroberfläche enden. Meistens sind sie so überschaubar, dass man sie mehrmals während eines Tauchganges umrunden kann. Über den Riffen tummeln sich hier überall riesige Makrelen- und Barrakudaschwärme, die sich manchmal wie eine Tornadowolke im Kreis drehen.

Nach zwei Tagen Aufenthalt im Bereich der Witu Islands fährt die Stardancer dann die ganze Nacht über zu den “Father’s”. Zum Teil noch aktive, riesige Vulkankegel tauchen morgens am Horizont auf und bevor die meisten Taucher aufgewacht sind, hat das Schiff auch schon am ersten Tauchplatz festgemacht.
Eines der Highlights der Tauchgänge bei den Father’s ist eine Haifütterung beim Killibobs Knob Reef. Schon beim Abtauchen zum Riff sind Silberspitzenhaie, Graue Riffhaie und Weißspitzenriffhaie im Blau der Tiefe auszumachen. Obwohl diese Fütterung nur einmal pro Woche stattfindet, wissen die Haie genau, was auf dem Programm steht. Zunächst werden die Taucher vom Diveguide in Position dirigiert, um sicherzustellen, dass sie sich nicht in der “Einflugschneise” der Haie befinden. Dann bringt ein zweiter Diveguide einige auf ein Stahlkabel aufgereihte Fische vom Schiff herunter und verankert das Kabel im Riff. Es folgt innerhalb weniger Sekunden eine heftige Balgerei von 6 - 8 Haien um die Köder. Danach beruhigen sich die Haie aber sehr schnell wieder und schwimmen nun für den Rest den Tauchganges gelassen in der Nähe der Taucher. Eine ideale Gelegenheit für Fotografen, den einen oder anderen Hai zu “schiessen”.
Neben den Tauchgängen an den Seamounts im offenen Meer wird zum Teil auch “Muckdiving” angeboten. Die Tauchplätze erscheinen zwar auf den ersten Blick mit ihren Sand- und Schlammböden unattraktiv, aber beim genauen Hinsehen finden sich viele Raritäten wie Gobis, Geistermuränen, Seenadeln, Teufelsskorpionsfische und andere sonderbare Kreaturen. Wir konnten unter anderem an einem solchen Tauchplatz auch die Eiablage von Kalmaren an einem abgebrochenen Baumast beobachten, der auf einer weiten Sandfläche den einzigen festen "Untergrund" bot.
Auch bei den Nachttauchgängen gab es einige überraschende Begegnungen. So konnten wir eine Sepia beobachten, die sich langsam an kleine Fische heranpirschte und diese dann mit einem blitzschnellen Hervorschnellen ihrer Tentakel einfing und verschlang.
Nach zwei Tagen Tauchen im Bereich der Father’s geht es dann zurück zur Kimbe Bay, wo wir den Rest des Trips an wunderschönen Riffen tauchen, die sich vor allem durch die traumhaft schönen, bunten und vielfältigen Unterwasserlandschaften aus Korallen, Schwämmen, Weichkorallen und Korallenfächern hervorheben.
Auch ein Wracktauchgang steht hier noch auf dem Programm: das Betauchen eines japanischen Zero Jagdflugzeuges aus dem zweiten Weltkrieg, das erst vor kurzem hier entdeckt wurde. Das Flugzeug liegt in ca. 12 Metern Tiefe nahezu intakt auf weißem Sandgrund. Das Cockpit wird heute von einer Anemone samt Clownsfischen bewohnt und ist mit seinen Armaturen und Maschinenkanonen sehr interessant. Ein gelungener Abschluss einer außergewöhnlichen Woche in einem der schönsten Tauchgebiete der Welt. Nur gut, dass wir nicht wie die anderen Tauchgäste schon wieder zurück nach Hause müssen, sondern noch eine weitere Woche auf der Stardancer genießen können ………

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