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by Ilka Weber & Michael Goldschmidt 11.06

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Buddysender © UWW

Usersender © UWW

Taucheinsatz © UWW

Die neueste Generation von OCEANIC – Tauchcomputern hat es in sich – oder auch außer sich. Drahtlose Übertragung des Flaschendrucks ist technisch keine neue Lösung, der Einsatz von bis zu drei Sendern ist jedoch einzigartig. Tec – Taucher können so „schlauchreduziert“ die Tanks mit bis zu drei Gemischen kontrollieren, beim Einsatz der Sender mit Tauchbuddys erleichtert die schnelle Kontrolle der Atemgasvorräte gerade Tauchlehrern und Guides die Gestaltung von Tauchgängen. UnterWasserWelt hatte den VT 3 im Test.

Man muss nicht, man kann aber den VT 3 mit einem Sender oder mit bis zu drei Sendern betreiben. Wer auf die klassische Luftdruckkontrolle mit einem Finimeter besteht, setzt den VT 3 als normalen Armbandrechner ein, nutzt dabei aber nur einen kleinen Teil seiner umfangreichen Möglichkeiten stets aktuell ermittelte Tauchgangdaten angezeigt zu bekommen. Geht man davon aus, dass mechanische Finimeter nach unserem Verständnis keine ausgesprochenen Präzisionsinstrumente sind und Füllstandsanzeigen mit 10% Abweichung immer noch in der zu tolerierenden Norm liegen, wird schnell klar, dass die Genauigkeit luft- oder sagen wir besser atemgasintegrierter Tauchcomputer wesentlich höher ist und somit auch Tec - Taucher in den Interessentenkreis einbezogen werden können. Setzt man zwar in Tec – Kreisen weitgehend auf den Verzicht von elektronischen Bauteilen in der Ausrüstung, so ist die sinnvolle Erweiterung der Möglichkeiten eines ohnehin unverzichtbaren Tauchcomputers, der bis zu drei unterschiedliche Atemgasgemische berechnet, durchaus zu überdenken.
In der Tauchausbildung ist die schnelle Kontrolle der Luftvorräte ein Plus an Sicherheit und Komfort, Stresssituationen können schneller erkannt werden und der Ablauf von Übungstauchgängen birgt von dieser Seite auch keine Überraschungen mehr.         
Ohne Frage ist der Einsatz des VT 3 als luftintegrierter Computer für einen Anwender allein nicht „unterfordert“, die Option für weitere Sender kann jedoch für Taucher, die sich anspruchsvollere Ziele setzen wollen, sehr interessant sein.

Wenn auch immer wieder von intuitiver Bedienung gesprochen wird, es gibt kaum einen Tauchcomputer, der dies auch wirklich bietet. Es ist das gleiche Spiel wie bei Mobiltelefonen, deren Menüs von Anbieter zu Anbieter und von Modell zu Modell abweichen.
Dass man mittlerweile die Funktionen über bis zu drei Tasten steuert, die den Betriebsmodus, die Menüebene und die Auswahl einer Funktion kontrollieren, ist so ziemlich der einzige übergreifende Standard. Über 150 Seiten im kleinbedruckten DIN A 6 Format, dazu das Verständnis für eine Reihe englischsprachiger Abkürzungen in den Displayanzeigen, fordern vom User einige Aufmerksamkeit ab. Würde man sich bei OCEANIC dazu durchringen ein Menü mit Sprachauswahl anzubieten, das auch Nichteingeweihten beim Blick auf das Display unmissverständlich klar macht, welchen Funktionen welche Daten zugeordnet sind, gäben wir einen dicken Extrapunkt. So muss man sich durch Kürzel wie „DFLT, DPTH, DTR, TLBG“ und diverse weitere hangeln, die im deutschen Sprachgebrauch und im Verlauf einer deutschsprachigen Tauchausbildung nicht üblich sind.
Auch didaktisch könnte an der Anleitung gehobelt werden, doch auch das ist kein Einzelfall. Auf Anhieb verstehen meist nur die Entwickler von Gerätschaften das, was sie schriftlich zusammengetragen haben, weil sie mit den Geräten ständig umgehen und dem folgend einfach betriebsblind geworden sind. Läse sich die Anleitung zum VT 3 wie ein Rezept für Nudeln mit Tomatensoße, jeder würde es verstehen und UnterWasserWelt würde dafür sogar einen Pokal stiften. 
Hat man diese Hürde überwunden, kann man schon ab Seite 85 der Anleitung im Standardmodus abtauchen. Sie sehen also schon an der Seitenzahl, wie viele Möglichkeiten der VT 3 bietet individuell auf die Gewohnheiten des Users eingestellt oder den Erfordernissen eines Tauchgangs angepasst zu werden. Was der VT 3 nicht berechnen oder nicht an ihm eingestellt werden könnte, dürfte also weit aus dem Radius selbst anspruchsvollster Tauchgänge herausfallen.

Doch lassen Sie sich nicht verunsichern, denn in der Regel werden doch Standardtauchgänge durchgeführt, absolviert mit normaler Atemluft oder Nitrox, die auch eher selten in den Dekompressionsbereich führen. Spezielle Modi wie das Tauchen mit unterschiedlichen Gasgemischen, die Verwendung des VT 3 allein als elektronischer Tiefenmesser oder als Apnoecomputer, der dann sogar die individuelle Stickstoffsättigung berücksichtigt, sind Spezialanwendungen, über deren Hintergründe Sie sich später informieren, wenn der VT 3 entsprechend eingesetzt werden soll. Auch der Modus der Tauchgangplanung, ein allgemein eher selten verwendetes Feature, muss nicht von Anfang an verinnerlicht sein.
Absolvieren Sie also ihren ersten Standardtauchgang mit dem VT 3 mit eingeschalteter Wasseraktivierung und berücksichtigen Sie gegebenenfalls das automatisch angezeigte Höhenlevel, falls Sie sich in den Bergseeregionen aufhalten.

Im Praxistest fallen zunächst die deutlichen und gut ablesbaren Daten auf, die auf dem mit Kratzschutz versehenen LC-Display angezeigt werden. Dies ist ein wichtiges Kriterium zur sicheren Tauchganggestaltung. Die Vielzahl der möglichen Anzeigen ist in mehrere Ebenen unterteilt, wobei die wichtigsten Daten immer auf der ersten Ebene angeordnet sind und weniger wichtige, wie die größte erreichte Tiefe oder die Wassertemperatur in Unterebenen per Tastendruck ausgewählt werden können.
Das Kautschukarmband mit Dehnfalten ist lang genug um den Computer auch an einem Trockentauchanzug bequem zu befestigen. Ein weiteres Praxisplus ist der Batteriewechsel, der vom Besitzer des VT 3 selbst durchgeführt werden kann und das sogar während der Entsättigungsberechnung zwischen zwei Tauchgängen, ohne dass dabei Daten verloren gehen.
Es gibt keine Situation im Verlauf eines Tauchgangs, die nicht mit einem akustischen und / optischen Warnsignal belegt werden könnte, doch die Praxis rät, soweit man auf diese Funktionen zurückgreifen möchte, nur die wirklich wichtigsten Parameter mit Warnanzeigen zu verbinden wie etwa zu schneller Aufstieg, Deko- und Reservewarnung.
Abhängig von der Datenrate, mit der ins Logbuch geschrieben werden soll, reicht der Speicherplatz von etwa 110 Stunden (bei 60 Sekunden Aufzeichungsintervall) bis zu etwa 5 Stunden bei einem 2-sekündigen Datenintervall um Tauchgangverläufe festzuhalten. Im Apnoemodus (Free Dive) wird sekündlich aufgezeichnet, was den internen 512 KB – Speicher nach maximal zwei Stunden belegt. Das optional erhältliche Interface inklusive Software zum Übertragen der Logbuchdaten auf eine  PC empfiehlt sich allen, die ein komfortables elektronisches Logbuch führen wollen.
Die Montage des Senders, für sich und / oder die Buddys, ist mechanisch zumeist einfach, man schraubt ihn in einen freien Hochdruckabgang, an Stelle eines Finimeterschlauchs. Allerdings können je nach Oberflächenlayout und Belegung der übrigen Abgänge an der ersten Stufe Platzprobleme entstehen, da die Sender nahe am Gewindeanschluss wesentlich mehr Raum beanspruchen als Mitteldruckschläuche mit Knickschutz. An sehr klein konzipierten ersten Stufen sollte man beim Händler erst die Probe aufs Exempel machen, ob im Zusammenspiel mit dem vorhandenen Regler und den belegten Abgängen die unmittelbare Montage des Senders möglich ist oder ob man einen im Tec – Bereich angebotenen kurzen Hochdruckschlauch mit entsprechenden Gewindeanschlüssen benötigt, der den Sender dann auch an sehr kleinen ersten Stufen zu verwenden ermöglicht.
Die Anmeldung der Sender (schwarzer Sender für den User, gelber und grüner Sender für Buddys oder weitere eigene Flaschen und Gesmische) am Computer ist in der Anleitung ab Seite 50 beschrieben. Eigentlich ist der Vorgang relativ einfach zu bewerkstelligen, die Anleitung macht daraus aber ein didaktisches Abenteuer, das man sich in Ruhe, mit einer Tasse Kaffee oder Tee, zu Gemüte führen sollte. So eben am Tauchplatz, 5 Minuten vor dem geplanten Sprung ins Wasser, bekommt man das nicht geregelt. Aber, wie gesagt, wenn man die Denksportaufgabe a la OCEANIC – Anleitung gelöst hat, geht es ganz einfach...
Abgetaucht und automatisch aktiviert stellt sich für den Praxistest natürlich die Frage, wie weit kann ein Buddy entfernt sein, dessen Atemgasvorrat am VT 3 angezeigt werden soll. Nach Druck auf die Modustaste sucht der VT 3 nach dem Funksignal des Senders an der Flasche des Tauchbegleiters. Unser Test brachte dabei einwandfreie Signale selbst bei 4 Meter Abstand zur Anzeige, OCEANIC selbst garantiert bis 2 Meter Distanz. So ist man hier technisch auf der sicheren Seite. Natürlich wechselt nach der Buddyabfrage der Rechner automatisch in den Normalmodus und zeigt den eigenen Flaschendruck an.
Die Displaybeleuchtung ist besonders dann von Vorteil, taucht man ohne eigene Lampe in den Dämmerungszonen von Seen oder Überhängen. Die Anzeige und Ablesbarkeit ist tadellos. Und mit dicken Trockentauchhandschuhen lassen sich die Tasten für Buddy- oder eigene Flaschendruckabfragen und der Wechsel zwischen den einzelnen Displayebenen auch gut bedienen. Vorbildlich  - wie immer bei OCEANIC sind die unterschiedlichen Balkendiagramme, die Stickstoffsättigung, Sauerstoffsättigung oder Nullzeit und Aufstiegsgeschwindigkeit.

Fazit

Der VT 3 ist ein einzigartiger Rechner für alle  Tauchgangarten - mit Pressluft, Nitrox (bis 100% Sauerstoff) oder als Apnoecomputer. Drahtlose Übermittlung der Atemgasvorräte für bis zu drei Gemische am Taucher selbst (Tec – Tauchen) oder für bis zu 2 Buddys, lassen alle denkbaren Einsatzmöglichkeiten zu. Das gefällt sehr. Deutsche Anwendermenüs und eine verständlicher gestaltete Anleitung würden den VT 3 rundum als herausragend krönen.

Fakten

Hersteller: OCEANIC
Typ:  Armbandcomputer VT 3, luftintegriert
Sender: Bis zu drei
Rechenarten: Dekotauchcomputer Pressluft und bis zu 100% Sauerstoff (Nitrox), elektronischer Tiefenmesser, Apnoecomputer mit Berechnung der Stickstoffsättigung
Einsatzbereich: bis max. 120 Meter
Höhenabpassung: Automatisch bis 4267 Meter, ab 610 Meter automatische Süßwasserkalibrierung
Uhrenfunktion: ja, mit Alarmeinstellungen. Stoppuhr und Zeitzonen
Tauchgangalarm: Vielfältige Einstellungen akustisch und optisch
Anpassung an User: persönliche Sicherheitseinstellung bei Bekoberechnung
Beleuchtung: ja
Rechenmodell: Modifiziertes Haldanean / DSAT (Diving Science and Technology)
Batteriewechsel: Durch User
Logbuch: Bis 24 Tauchgänge
History-modus: bis zu 9999 Tauchgänge / Tauchstunden inkl. max. Tiefe
Preis mit einem Sender: ca. €  849,-
Preis ohne Sender: ca. € 489,-
Preis Zusatzsender: ca. €  295,-
Info: www.oceanic.de 

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