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by Falk Wieland & Cornelia Beyer 3.12

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© UWW / Falk Wieland  Schmaler Luzin – an Luzinhalle und Luzinfähre

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© UWW / Falk Wieland  Schmaler Luzin – an Luzinhalle und Luzinfähre

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Infos

Literatur:
„Tauchreiseführer Deutschland - Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen“ ISBN 3-89594-089-5.

Die Tauchbasen der Feldberger Seenlandschaft:

Basis im Naturcampingplatz am Dreetz Thomsdorf
www.luzindiver.de 
www.dreetzseecamping.de 
Basis im Hotel Deutsches Haus am Haussee Feldberg
www.tauchcenter-feldberg.de 
+Basis am Hotel Haus Thomsdorf am Carwitzer See
www.tauchbasis-thomsdorf.de 

Hintergrund
de.wikipedia.org/wiki/Feldberger

www.feldberger-seenlandschaft.de /

Karte

www.internetstadtplan.com/Feldberg

 

Das gibt’s exklusiv nur bei UnterWasserWelt:

Die Feldberger Seenlandschaft - eine vierteilige Serie für Taucher und Schnorchler

Die Nördlichen Feldberger Seen

Die südlichen Feldberger Seen

Pontonfahrt über die Feldberger Seen

Die Südwestlichen Feldberger Seen

Die Feldberger Seen sind ein Sommertraum für Naturfreunde. Die geringe Siedlungsdichte im ländlichen Mecklenburg und das weitgehende Verbot von Bootsmotoren haben eine Landschaft erhalten, die ihresgleichen sucht: Pflanzenreiche Klarwasserseen inmitten wunderbarer Buchenforste. Massentourismus und Nightlife kennt man nicht, ebenso wenig künstlich im Wasser versenkte Sensationen. Alles hier ist Natur oder Regionalgeschichte pur, alles echt. Falk Wieland und Cornelia Beyer berichten.

Die Feldberger Seen liegen inmitten wunderbarer Buchenwälder. Die eiszeitlichen Seen befinden sich zumeist zwischen Endmoränen, was oft bedeutet, dass das Geländeprofil unter Wasser genau so steil abfällt wie die Hügel an Land. An den rund um Feldberg, Carwitz und Thomsdorf gruppierten Seen gibt es einige traditionelle Tauchplätze, die mit dem Auto erreichbar sind. Andere werden von den einheimischen Basen per Boot angefahren.

Übersicht

Schmaler Luzin – Nordparkplatz
Schmaler Luzin – an Luzinhalle und Luzinfähre
Schmaler Luzin – Badestelle Carwitz
Scharteisen bei Wittenhagen
Dreetz – Schapwaschbucht
Campingplatz C86 „Am Dreetz“
Carwitzer See – Badestelle Thomsdorf
Carwitzer See – Kohlwerder
Carwitzer See – Bollenwerder

Schmaler Luzin – Nordparkplatz

etwa 80 m vom Zollhaus: Ein winziger Parkplatz für vielleicht zehn Autos, und seewärts unterhalb eine baumumstandene Liegewiese, so präsentiert sich äußerlich der nördlichste Tauchplatz am Schmalen Luzin. Über ein paar Steinklötze können wir einsteigen, unmittelbar vor der Badestelle liegt die Ausbildungsplattform einer Tauchschule. Hier tauchen wir gern in Richtung Norden, in Richtung der Straßenbrücke im Erddamm.
Wie ein Abenteuerfilm voller Leben präsentiert sich die Schilfzone mit Hechten, Barschen, Schleien, mit scheuen Rotfedernschwärmen und Jungfischwolken. Zudem finden wir unterwegs versunkene Buchen mit riesigen hellgrünen oder gelben Süßwasserschwämmen. Unterwegs vor der Tauchpflanzenzone entdecken wir in 6 Meter Tiefe ein versunkenes Stahl-Motorbootwrack, und jenseits der 10-m-Tiefenlinie ruht eine Segelbootsschale. Doch in der Tiefe bleibt es, von den Hinterlassenschaften einiger Bootskatastrophen abgesehen, kahl, so dass wir gern wieder ins Flachwasser, in der Nähe der Wasserpflanzen tauchen. Und das ist genau richtig, wie wir an den Babyhechten sehen, die im Schatten von Seerosenblättern lauern üben.

Schmaler Luzin – an Luzinhalle und Luzinfähre

Zu diesem Tauchplatz finden wir, indem wir in Feldberg zunächst in Richtung Luzinklinik, und dann weiter in Richtung Luzinfähre fahren. Glücklicherweise liegt der große Parkplatz mit dem Holzschild „Feldberger Seenlandschaft“ im Schatten hoher Bäume. So haben wir noch eine Verschnaufpause, ehe es, teilweise in der Sonne, die berühmt-berüchtigten 104 Stufen abwärts zum See geht. Der Tauchplatz an der Luzinfähre gilt als der bekannteste an den Feldberger Seen.
Wir steigen neben Bootsverleih und Kneipe ein und genießen schon bald die Lichtspiele der Sonne zwischen mannshohen Laichkräutern. Unter den Leihbooten hinweg tauchen wir nach Süden. Der steil abfallende Seeboden des Rinnensees wird gestaltet von großen Findlingen und Millionen in die Tiefe abrutschenden toten Muschelschalen. Die Findlinge waren einst Ziel eines ausgedehnten Bergbaus: aus ihnen wurden Pflastersteine geschlagen. Wir folgen der Findlingslandschaft weiter, entdecken ein paar Graslaichkräuter und viele Plötzen in Schwarzerlenwurzeln.
Dann erreichen wir die berühmten Hechtbuchen des Schmalen Luzin. Die sehr großen, ins Wasser gestürzten Bäume modellieren Tunnel und Bögen, die groß genug zum berührungslosen Durchtauchen sind. Die gewaltigen Bäume tragen viele Süßwasserschwämme und sind außerdem Einstand für besonders viele Hechte. Beim Besuch einer einzigen Riesenbuche können wir manchmal mehr als zehn Hechte geringfügig unterschiedlicher Größe entdecken. Malerisch wachsen zierliche Laichkräuter aus Vertiefungen der großen Stämme.
Unterhalb der handbetriebenen Seilfähre entdecken wir auf kahlem Seegrund noch alte Drahtseile und Umlenkrollen vergangener Fährzeiten. Gern lassen wir uns mit voller Tauchausrüstung vom Fährmann zum anderen Ufer, die „Hullerbuschseite“ des Schmalen Luzins, übersetzen. Auch hier sind wunderbare Pflanzenbestände zu bewundern und beinahe noch mehr Bäume in den See gestürzt. Ganz in der Nähe der Fährlinie entdecken wir ein altes, muschelverkrustetes Holzboot, das bereits in einen versunkenen Baum eingewachsen ist. Das bleibt nicht das einzige gesichtete Holzwrack. Ganz in der Nähe liegt ein Lorengestell, das an den Findlings-Bergbau erinnert. In maximal 18 m Tiefe durchqueren wir dann den schmalen Rinnensee, um wieder die 104 Stufen und den Parkplatz zu erreichen.

Das Scharteisen bei Wittenhagen

Der Scharteisensee liegt verborgen und gehölzumstanden in der weiten Flur neben dem Zansen, einer gewaltigen Bucht des Carwitzer Sees. Allein vom Gutshaus Wittenhagen aus kann man zwischen Koppeln hindurch über einen Landweg heranfahren. Mit 31 Metern Tiefe ist das fast kreisrunde Scharteisen ein kleinflächiger und zugleich tiefer Binnensee, der beinahe an Erdfallseen in Thüringen erinnert. Der Scharteisensee ist durch die früher exzessive Tierhaltung sehr nährstoffreich und führt im Sommer oft grünes, algenreiches Wasser, doch das Tiefenwasser bleibt beinahe rund ums Jahr sehr klar.
Kenner wissen, dass der Scharteisensee nach Wintern mit Schnee oder infolge sehr regenreicher Perioden oberirdisch zum Zansen hin überläuft. Genau dann weist dieser See vom Grunde bis zur Oberfläche glasklares Wasser auf und offenbart seine interessanten Unterwasserprofile. Neben diversen Stahlteilen, alten Rohrleitungen und einem Kahnwrack in 7 m ist der Scharteisensee besonders berühmt für seine Aalrutten oder Trüschen. Diese interessanten Tiere bevölkern das klare Tiefenwasser in großer Zahl. Man entdeckt die beweglichen Trüschen am ehesten verborgen in Laubhalden und alten Zweigen. Oder aber in Bewegung. Auf erlebnisreichen Nachttauchgängen sind die eleganten Jäger gut „in action“ zu sehen.

Schmaler Luzin – Badestelle Carwitz

Direkt nördlich unterhalb der Mühle „Flügellos“ in Carwitz erstreckt sich die steil abfallende Badewiese zum Südufer des Schmalen Luzins. Über sauberen festen Sandboden können wir einsteigen, die Muschelbänke aus Teichmuscheln und Dreissena fangen erst links und rechts außerhalb der Badestelle an. Im Flachwasser wachsen massenhaft die frisch- grünen, gebogenen Stängel des Durchwachsenen Laichkrautes, aber wir finden auch kräftige Wasserpest-Bulte.
Am Grunde vor der Badestelle lassen sich sehr viele Barsche beobachten. Mitunter ruhen auch große Hechte dicht neben der Badestelle. Wenn man nur wenige Meter weg taucht, sieht man dicht am Grund auch Plötzen, Ukeleie und Bleie durch das Wasser kreuzen. Sobald wir uns in der Abenddämmerung ins Wasser begeben, steigen die Chancen, auch Schleien, Krebsen, Kaulbarschen und Aalen zu begegnen.
Wie an vielen siedlungsnahen Seeufern existiert unterhalb des Dorfes Carwitz eine Kulturhalde. Alte landwirtschaftliche Eisenteile, Emaille-Krüge voriger Jahrhunderte, Blechkübel und tönerne Futtertröge ruhen muschelüberkrustet am Seeboden. Mitunter erleben wir Stillleben wie jenes Büschel Nixenkraut, das wie vom Zen-Designer sparsam angeordnet aus dem Muscheltopf wächst.
Vor dem Dorf finden wir unter Wasser regelrechte Altholzhalden vor, vermutlich vom Baum- und Heckenschnitt. Hier tun sich Köcherfliegenlarven und andere Shredder am Gebotenen gütlich, und wir beobachten viele Wasserschnecken. In zwei bis drei Meter Tiefe beherrscht ein schmaler Saum aus Kamm-Laichkraut die Szene.
Wenn man auf den See blickend links weg am Ufer entlang taucht, stößt man nach etwa 200 Meter Schwimmstrecke auf mindestens zwei größere versunkene Bäume. In diesen wuchern ungeheure Geweihschwämme von manchmal mehr als einem Meter Breite. Diese Süßwasserschwämme würden im lichtarmen Milieu schmutzig-gelb aussehen. Doch hier im durchlichteten Bereich leben Grünalgen in den Poren der Schwämme, die deshalb in wunderbarem Hellgrün erstrahlen.
Außerdem hängen große Kolonien von Moostierchen im Baum. Dabei handelt es sich um Tausende miteinander im Verbund lebende Polypen, die bei flüchtiger Betrachtung wie glasige Ranken wirken. In diesen bizarr ausgeschmückten Baumwracks fällt es gar nicht mehr auf, dass da noch hunderte kleine Fische herumwimmeln, dass parallel zu dicken Ästen auch hier der Revierhecht lauert. Ein Süßwassertraum!
Süßwasserfreaks wissen vom Dasein des sagenhaften Reliktenkrebschens in den Luzin-Seen. Dabei handelt es sich um ein Plankton-Tier, einen Krebs von etwa Streichholzlänge, der einer durchscheinenden Ostseegarnele ähnelt. Diese Tiere wurden durch die Eiszeitvorgänge aus Skandinavien mitgebracht. Sie können nur überleben, wenn es kaltes und zudem ganzjährig sauerstoffreiches Tiefenwasser gibt. Die Reliktenkrebschen sind eine bedeutende Nahrungsbasis für Fische.
Nach einem Tip von der Basis Luzindiver tauchen wir vor Carwitz einfach ab und versuchen so tief wie möglich zu kommen. In Tiefen ab 17 Meter, bis hinunter in 30 Meter Tiefe, schwimmen die bizarren, durchscheinenden Reliktenkrebschen dicht über dem Grund herum. Sie bewegen sich stoßweise vorwärts, ja sie scheinen regelrecht zu springen. Sie sind hier unten in großer Zahl vorhanden, bewegen sich jedoch einzeln, scheinen keine Schwärme zu bilden.

Der Dreetz – Schapwaschbucht

Ganz in der Nähe der Schapwaschbucht des Dreetzsees existiert ein freier Platz im Uferwald, oberhalb dessen auch geparkt werden kann. Man erreicht diesen Ort von der Verbindungsstraße Thomsdorf-Carwitz aus. Hier können wir leicht in das flache Wasser der Schapwaschbucht einsteigen. Die führt ihren norddeutschen Namen nach der historischen Tatsache, dass hier etwa bis 1900 die Rosenhofer Schafe vorm Scheren im See gewaschen wurden.
Die Schapwaschbucht ist heute ein Pflanzenparadies. Der flache Seeboden ist dicht mit ausgedehnten Beständen der Krebsschere oder Wasseraloe bewachsen. Diese selten gewordene Pflanze siedelt hier in dichtem Bestand in mehreren Etagen übereinander. Krebsscheren können einerseits ein schwebendes Leben führen, das sie im Winter zum Seegrund sinken und im Sommer halbgetaucht an der Wasseroberfläche leben lässt. Bei großen Vorkommen bilden die Pflanzen beinahe „erdbeerartige“ Ablegerpflanzen, siedeln in mehreren Etagen übereinander und können zum Verlanden von Flachwasserbereichen führen. Ein solcher Anblick ist in deutschen Binnengewässern eine absolute Seltenheit.
Seewärts vor den Krebsscheren und auch dazwischen wachsen Hornblatt, Tausendblätter und Characeenarten. Dort halten sich auch die meisten Fische auf, die den harten Blättern der Krebsscheren oder Wasseraloen eher aus dem Wege gehen.

Campingplatz C86 „Am Dreetz“

Dort befindet sich der Standort der Basis Luzindiver. Basischef Andre Lattek füllt nicht allein Flaschen, er bildet auch aus und ist zugleich ein wandelndes Lexikon zu den jahreszeitlich verschiedenen Beobachtungsmöglichkeiten in allen Feldberger Seen. Auch Wissenschaftler profitierten schon von seinem Wissen. Unmittelbar vorm Zeltplatz lohnen sich vor allem Nachttauchgänge, um die zahlreich vorhanden Fische zu beobachten.

Carwitzer See – Badestelle Thomsdorf

Wenn wir am Thomsdorfer Kunstkaten vorbei abwärts ins Unterdorf fahren, erreichen wir rechts der Straße eine sandige Fahrspur, an der ein selbstgemacht aussehendes Schild „Badestelle“ verspricht. Hier geht es sanft hinunter zum See. Unter alten Obstbäumen weidet ein einsamer Schimmel, Wiesen ziehen sich bis zum Schwarzerlen-Ufergehölz hin. Brennholzstapel aus altem Obstbaumholz säumen den kleinen Parkplatz.
Die traditionelle Dorfbadestelle ist nichts weiter als eine Wiese mit Feuerstelle vor einem wenige Meter schmalen Einschnitt in die Schilfzone. Mit diesem Sandstrand endet der Carwitzer See gen Süden. Über sandig-festen Boden können wir hineinlaufen in den See. Rechts und links rauscht das Schilf, schnattern die Tauchhühnchen leise im Röhricht. Am Grund sind große Teichmuscheln und Dreikantmuscheln zu sehen. Über dem steinreichen Seeboden ziehen scheue Rotfedernschwärme ihre Bahn, hier und dort wölbt sich der gebogene Spross des Durchwachsenen Laichkrautes gleichsam als Torbogen für die Fische.
Mitten im Weg hinaus in den See ruht ein fast kugelförmiger brauner Findling aus skandinavischem Granit. Vermutlich hat der wuchtige Fels Generationen von Kindern als Anlaufpunkt gedient: Nach einigen wenigen Schwimmzügen können Halbwüchsige hier noch einmal stehen, ehe es richtig tief wird.
Weiter hinab in den Carwitzer See tauchend, entdecken wir eine Landschaft aus niedrigen Armleuchteralgen, Großlaichkräutern und rund geschliffenen Findlingen. Die Eiszeit lässt grüßen. All jene Steine, die die Bauern längst von ihren Äckern gelesen haben, liegen in der Tiefe des Sees als regelrechte Steinpackungen noch in alter Dichte.
Zwischen der Dorfbadestelle und dem ersten Bootssteg des Hotels „Haus Thomsdorf“ begegnen wir der Neuzeit: Aus dem Hafen heraus verläuft ein dünnes Seil hinaus in den See und endet in etwa 4 Meter Tiefe an einer Tauchausbildungsplattform, über der im Sommer eine rote Boje steht. Das ist „das Hausriff“ der im Hotel angesiedelten Tauchbasis. Am Hotelsteg liegt ein kleines Elektroboot, mit dem Tauchgäste zu den Tauchplätzen an den Inseln im Carwitzer See gefahren werden.

Carwitzer See – Kohlwerder

Dicht am westlichen Ufer des Carwitzer Sees liegt die Insel Kohlwerder. Das Inselchen mag wohl nur 100 Meter Durchmesser haben. An zwei Stellen des Eilandes können wir leicht per Boot anlanden. Die Insel ist dicht bewaldet und ein Rundgang auf dem Uferpfad lässt sie größer wirken, als sie ist. Nach Süden zu liegt eine gewaltige, vermutlich vom Blitz gefällte und gespaltene Weide. Die Seeufer rundherum sind mal vom Schilf bewachsen, mal sandig und von runden Steinen übersäht. Am Seegrund liegt das Paradies der Amerikanischen Flusskrebse, die hier vorwärts (!) laufen und Nahrung suchen. Sie werden umschwärmt von Millionen winziger Jungfische.
Der Grund am Südufer der Insel ist besonders steinreich. Unter Wasser wachsen Wasserpest, ein wenig Hahnenfuß und sogar Quellmoos. An der Nordseite der Insel, wo eine gewaltige Birke ins Wasser gefallen ist, dominieren Binsen den Uferbewuchs, während unter Wasser ausgedehnte Tausendblattwiesen zu sehen sind. An vielen Althölzern beobachten wir Süßwasserschwämme. Wer im Flachwasser genau hinschaut, hat die Chance, Dreistachlige Stichlinge zu beobachten.
Wenn wir vom Kohlwerder zum Westufer des Carwitzer Sees tauchen, finden wir mehrere ins Wasser gebrochene Bäume vor. Die hakigen Nadelbaumwracks tragen ein paar Schleimalgen, während an umgebrochenen Buchen zuweilen Schwämme wuchern. Hier sind Plötzen, Rotfedern, Bleie, scheue Schleien und sehr viele Hechte zu beobachten. Mitunter treffen wir beim Tauchen die kleinen Reusen (sog. Aalketten) des einheimischen Fischers an, die dieser in langen Reihen jeden Tag woanders setzt.

Carwitzer See – Beim Bollenwerder

Von der Seekarte wissen wir, dass es sich um vier Inseln handelt, die den Carwitzer See vom Zansen abtrennen. Die einzelnen Inseln lösen sich optisch erst voneinander, als wir mit dem Boot dicht heran gefahren sind.
Am Carwitzer Ufer ist das gastliche Fischerei-Gehöft mit Fischgaststätte (unbedingt anlegen!) zu sehen. Wir umfahren den Jägerwerder an der Nordspitze. Die mittlere der Inseln ist der bohnenförmige Steinwerder, der rundherum schilfumstanden ist und ziemlich unzugänglich wirkt.
Wir umrunden die Südspitze des Bollenwerders und finden mit Ansteuerung aus Südost eine Lücke im Schilf. Hier liegen ebenfalls allerhand Findlinge im Flachwasser. Alte Stegpfosten beweisen, dass hier schon Menschen gebaut haben. Wir finden an dieser Stelle festes trockenes Land und eine Feuerstelle vor.
Wenn wir in die schmalen Kanäle zwischen den Inseln abtauchen, bleibt es ziemlich flach. Das Wasser scheint nährstoffreich, denn an allen Schilfhalmen wehen lange Grünalgenfahnen. Erstaunlicherweise haften an vielen Schilfrohren grüne Geweihschwämme, die sich sonst eher auf Altholz befinden. Die reich bewachsenen Schilfhalme sind Untergrund und Weide zugleich. Zahlreiche Ohrschlammschnecken und Spitzschlammschnecken haften an Schilfrohren und raspeln augenscheinlich den Bewuchs ab. Ungeheure Schwärme von Plötzen und Barschen ziehen durch das Schilf, Hechte sind nur wenige sehr Große zu sehen.
Rund um die Insel können wir beispielhaft Findlingspackungen sehen, aber auch leere Muschelschalen als ausgedehnte Schill-Zonen.
In zwei bis vier Meter Tiefe dominieren Kamm-Laichkraut, Teichfaden und einen ganzen Meter hohe Hahnenfuß-Bulte. Ein besonders schöner Flachwassertauchplatz liegt zwischen Steinwerder und Bollenwerder. Vor dem Steinwerder dominieren weiße Seerosen und Schilfbulte. Abgestorbene Schilfwurzelmatten beweisen, dass das Wasser auch schon weniger hoch stand. Im Flachwasser zwischen den Eilanden entdecken wir Kleines Nixenkraut und filigrane Characeen. Die Westbucht des Bollenwerders ist gleichsam „gefüllt“ mit einer großen Fläche Gelber Teichrosen, deren Bestand nach der Tiefe hin in Spiegelndes Laichkraut übergeht. Im Pflanzen-Dschungel begegnet mir kurz die dicke Schleie mit sechs kleinen Barschen um sich herum, beinahe wie Pilotfische.
Man kann sich gut vorstellen, dass die Inseln zu Slawenzeiten besiedelt und mit hölzernen Brücken verbunden waren. Damals bot dies Schutz. Heute sind die Eilande einsam, völlig zugewachsen und erscheinen weniger bekannt als die Rückseite des Mondes.


 

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