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by Michaela Jankowsky 8.01

Mein erster Nachttauchgang

Ostern dieses Jahres verbrachten meine Eltern und ich wieder einmal zwei Wochen in unserem Lieblingsferienort San Miguel/Ibiza, um dort tauchen zu gehen. Mein Vater und ich machten viele schöne Tauchgänge in der Umgebung der Bucht, die in der Vorsaison noch absolut touristenleer war. Einer davon sollte ein Nachttauchgang werden, weil mein Vater der Meinung war, ich müsse das mal gemacht haben. Zuerst war ich von dieser Idee nicht sehr begeistert, ich hatte einfach keine besonders große Lust abends, wenn ich eigentlich ausspannen wollte, noch einmal in meinen nassen Tauchanzug zu schlüpfen und mich in völliger Dunkelheit in die Fluten zu stürzen. Doch natürlich überredete mich mein Vater doch noch dazu und ich merkte, wie sehr ich mich getäuscht hatte.

Als es an dem „auserwählten Abend“ dunkel geworden war spazierte ich also mit meinen Eltern zur Tauchbasis, für die wir den Schlüssel bekommen hatten, da wir ja nur in der Bucht tauchen gehen wollten und dazu keinen Tauchlehrer brauchten. Wir zogen uns rasch um und gingen zum Strand herunter, wo sich gerade ein paar „todesmutige“ Schwimmer in die kalten Fluten wagten. Wir schalteten unsere Lampen ein, tauchten ab und flösselten ein Stück, wobei  mein Vater natürlich schon sofort seine heißgeliebte Kamera einschaltete und die ersten Aufnahmen machte. Plötzlich bemerkte ich, dass ich ein bisschen Luft in mein Jacket lassen sollte, was mich wunderte, da wir erst auf ca. 3 m tief waren. Trotzdem drückte ich vorsichtig auf den Inflator - Knopf und ließ gleich darauf wieder los. Doch was passierte jetzt??? Mein Jacket hörte nicht auf, sich mit Luft zu füllen!!! Ich griff wieder zu meinem Inflator und ließ Luft ab, doch ich stieg immer weiter auf, während meine Weste mit dem mir bekannten zischenden Geräusch immer größer wurde. Ich atmete aus, so tief ich konnte und leuchtete, immer nervöser werdend meinen Vater an, der sich verwundert umdrehte und dann mit mir auftauchte. An der Wasseroberfläche pumpte sich mein Jacket immer noch weiter auf und der Notablass begann schon die überschüssige Luft rauszulassen, da meine Weste vollkommen gefüllt war. Ich erklärte meinem Vater kurz, was passiert war und er begann, an meinem Inflator herumzudoktern, bis das zischende Geräusch endlich verstummte, und meine Weste sich nicht weiter aufpumpte. Der Knopf hatte sich irgendwie verhakt, und dadurch immer weiter „gepustet“. Ich war noch ziemlich erschrocken, aber wir tauchten wieder ab und nach kurzer Zeit hatte ich mich auch wieder beruhigt. Ich dachte darüber nach, was gewesen wäre, wenn das ganze in 25, statt 3 m Tiefe passiert wäre, doch dann wurde ich von einem roten Oktopus abgelenkt, den wir entdeckten und den mein Vater natürlich sofort ausführlich filmte. Ich

tauchte ein wenig um ihn herum und sah dabei noch einen größeren braunen Oktopus, doch mein Vater war vollkommen mit dem ersten beschäftigt, und zeigte mir an, dass ich zu ihm kommen sollte. Ich dachte, er wolle, dass ich den Oktopus zusätzlich mit meiner Lampe anleuchte und tat das die ganze Zeit. Doch eigentlich wollte er mich zusammen mit dem Tier filmen! Tja, die Unterwasser - Zeichensprache ist eben noch nicht vollkommen ausgereift. Irgendwann bekam der arme Oktopus dann Angst und verkroch sich unter einem Stein und nun endlich bemerkte mein Vater das zweite Tier, das schon die ganze Zeit hinter seinem Rücken umher geschwommen war. Nun filmte er dieses und ich sah mich wieder in der Unterwasserwelt um, die heller erleuchtet war, als ich erwartet hatte.. Außerdem betrachtete ich einen Schwarm von seltsamen kleinen roten Tierchen näher, die immerzu um unsere Lampen herumschwirrten. Sie mussten wohl vom Licht angezogen worden sein. Als wir dann irgendwann weiter tauchten, entdeckten wir noch zwei weitere Oktopusse, von denen einer auch rot, wie der erste war, was im Mittelmeer eher selten sein soll. Außerdem bekamen wir auch noch mehrere Drachenköpfe und andere Fische zu Gesicht. Während wir gerade auftauchen wollten entdeckte ich etwas an dem Aladin - Tauchcomputer meines Vaters: Eines der kleinen roten Tiere war zwischen das Display und die Schutzhülle geraten und konnte sich nun nicht mehr befreien. Es sah wirklich bemitleidenswert aus, es zappelte, wand sich und durch seine dünne Haut konnte man das Blut in seinem Körper pulsieren sehen. Also machte ich meinen Vater darauf aufmerksam und er lockerte die Schutzhülle, so dass das Tierchen davon schwimmen konnte. So’n totes Tier auf dem Display wäre ja auch echt eklig gewesen!

Nachdem wir aus dem Wasser gekommen waren und uns umgezogen hatten (und mir endlich wieder warm war!), war ich nur noch begeistert davon, was wir alles gesehen hatten. Am Tage hätte man gar nicht vermutet, dass in der Badebucht so viele Tiere leben! Also hatte es sich doch gelohnt, und wie! Und ich kann nur jedem empfehlen, auch mal einen Nachttauchgang zu machen und die Unterwasserwelt so auf eine völlig neue Art und Weise kennen zu lernen!!!

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