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C; UWW Herbert Frei

by Herbert Frei 12.01

C: Herbert Frei

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Die weißen Flecken auf der Taucherweltkarte werden weniger. Mit dem südostafrikanischen Staat Mocambique wurde eine der letzten unbekannten Destinationen geknackt. Herbert Frei war in einem Land, dessen Besuch noch vor einigen Jahren als mehr oder weniger absurd eingestuft worden wäre.

Noch dümpelt das mächtige Schlauchboot in der Bucht von Umkomaas, einem Tauchzentrum südlich von Durban. Hier wollen wir uns auf dem Abenteuertrip nach Mocambique mit einigen Tauchgängen zu den Sandtigern einstimmen. Ob das gut ist? Langsam kommen uns Zweifel. Unsere Füßlinge stecken zur Fixierung der Beine in kräftigen Fußschlaufen, die Hände umklammern je nach Gemütslage krampfhaft Kamera, Halteseil, Bibel oder Rosenkranz. Vorne steht der Skipper und starrt mit Adlerblick auf die vier bis fünf Meter hohen Wellen, die da auf unser Boot zu rollen. Völlig unmöglich, dass er da hindurch kommt. Die mächtigen Yamaha - Motoren im Heck blubbern grollend vor sich hin. Wir schauen uns an und jeder denkt: „Wenn der Wahnsinnige die Ausfahrt jetzt abbricht, werden wir kaum protestieren, sondern erleichtert unser Quartier aufsuchen und es mit Gemütlichkeit versuchen.“ Aus der Traum. Zornig heulen die beiden Zweitakter auf und die Höllenfahrt beginnt. Südafrikanische Schlauchbootskipper gelten als die besten der Welt. Und die heimischen Taucher stehen ihnen an Verrücktheit um nichts nach. Hier wird bei Wind und Wetter getaucht, wie hoch die Wellen auch sein mögen. Bei der Irrsinnsfahrt durch die Wellenberge reißt es uns mal von den Sitzen, mal drückt es uns fast zu Boden. Und jedes Wellental setzt dem Magen so zu, als ob man im freien Fall als Bungee - Springer vom Hamburger Michel herab stürzt. Die im Volksmund als Kotzbomber titulierten Schlauchboote machen alsbald ihrem Namen alle Ehre. Anne sitzt blass wie ein Laken auf ihrem Platz, Utes Gesichtsfarbe ähnelt dem Leuchtgrün eines gepflegten Gummibaumes, Jacques beißt sich konzentriert auf seine ohnehin schon schmalen Lippen, Bernd bricht bereits Gallenflüssigkeit und der Autor dieses Berichtes hat nur einen Wunsch... endlich ins Wasser zu kommen. Was aber auch keine Linderung bringt. Denn die bis auf 25 m hinab reichende Dünung gibt seinem rebellierenden Magen kurz über dem tanzenden Meeresgrund den Rest. Ein im trüben Wasser schemenhaft erkennbarer Sandtiger hat sich schließlich die Brocken geholt. Unisono beschließen wir auf der Rückfahrt den sofortigen Besuch einer Apotheke. An diesem Tag gibt es in Umkomaas keine Sea – Sickness - Tabletten mehr. Die Germans hatten den Laden leergeräumt. In weiser Voraussicht, denn in Mocambique kann man diese Medikamente nicht kaufen. Wind und Wellen, mussten wir uns sagen lassen, können dort oben nämlich genau so wild und unberechenbar wie in Südafrika sein. Wir sollten es noch erleben.

In einem fernen Land

Mocambique gehört zu den ärmsten und unterentwickeltsten Ländern der Erde. Und zu den gefährlichsten für Individualreisende. Während des  zwischen 1976 und 1990 wütenden Bürgerkrieges wurden im ganzen Land schätzungsweise mehr als 14 Millionen Landminen vergraben, deren Lage keiner mehr kennt. Zur Beseitigung der potent gefährlichen Bedrohung fehlt das Geld. Bei Überlandfahrten sollte man deshalb seine Pinkelpausen nie weiter als 5-10 m vom Wege abhalten. Zerfetzte Rinder, tote Antilopen und auch verstümmelte Einheimische zeugen von der explosiven Altlast. Die Analphabetenrate liegt bei 95%. Neben den heimtückisch vergrabenen Landminen lauern auf unverzagte Abenteurer im Landesinnern neben der obligaten Malaria noch Gelbfieber, Tetanusinfektionen, Diptherie, Typhus, Hepatitis A, Polioerkrankungen, Giftschlangen und Skorpione.    Hoch verschuldet kann Mocambique nur überleben, weil zwei Drittel des Staatshaushaltes durch internationale Kredite finanziert werden. Und es ist als Urlaubsziel bei Normaltouristen weder bekannt noch sonderlich beliebt. Wie sollte es auch. Unerschlossen wie die Rückseite des Mondes stößt man auf Rätsel und Unwägbarkeiten. Nur ein einziger Reiseführer aus der Buchreihe „Reise-Know-How“ erwähnt dieses Land auf einigen Seiten. Fatal ist, dass die weiße Elite (etwa 250 000 Intellektuelle, Manager, Großgrundbesitzer, Lehrer, Juristen, Ingenieure) im Laufe der Bürgerkriegskämpfe das mörderische Land verließen. Seitdem darbt Mocambique auch an einer Auszehrung des Bildungsniveaus. Der heutige Präsident Joachim Chissano versucht sein Bestes, hat das Land behutsam von einer marxistischen Republik in einen demokratischen Staat verwandelt, konnte aber die hauptsächlichen Probleme nicht beseitigen. Das Straßennetz ist dünn, sein Zustand überdies so schlecht, dass man die südlichen Tauchgründe von der Hauptstadt Maputo aus nur mühsam mit Allradautos erreichen kann. Zu allem Unglück wurde Mocambique im Frühjahr 2000 von einer verheerenden Sintflut, heimgesucht, die ganze Landstriche in einen Ozean aus Süßwasser verwandelte. Durch die wochenlangen Regenfälle wurden alle Anstrengungen der Regierung, die Landbevölkerung zu einem normalen Leben zurückzuführen, geradezu ad absurdum geführt

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