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Millstätter See © Michael Goldschmidt / UnterWasserWelt

Gerade mal 245 Kilometer ist der Millstätter See in Kärnten vom Sitz der UnterWasserWelt – Redaktion östlich von München entfernt. Die Navigation errechnet eine Fahrzeit von drei Stunden. Diese Zeit verbringt man sonst auf dem Weg zum Flugplatz, beim Einchecken und im Transitraum, sind die Tropen das erklärte Ziel. Kärnten kann, spielt das Wetter mit, die Tropen durchaus ersetzen, und bietet viele Gesichter, die den Tauchurlaub nicht langweilig werden lassen.

Eigentlich ist die Fahrt in Richtung Österreich recht beschaulich und gegen Ende der Feriensaison macht es normalerweise nichts aus, erst Mittags abzufahren. Doch man sollte die Rechnung nie ohne die Verantwortlichen der Österreichischen Autobahnen machen, die ein hohes Maß an Schmerzfreiheit demonstrieren, geht es darum fließenden Verkehr zum Erliegen zu bringen. Das Zauberwort heißt diesmal  zunächst „Blockabfertigung“, das hat schon so einen „geschichtlichen“ Beigeschmack. Blockabfertigung bedeutet hier und heute, dass Fahrzeuge nur portionsweise in Richtung Süden oder Norden durch die Tauerntunnel fahren dürfen - das wird unter dem Aspekt erhöhter Sicherheit verkauft. Ach ja, die drei Stunden Stau bezahlt man, wie im erlebten Fall, mit € 11,50 (Stand 1/16) extra, denn die Löcher in den Tauern werden zusätzlich zu den Autobahngebühren berechnet.
Ja, es ärgert schon über ein erträgliches Maß hinaus, wenn man knapp 70 Kilometer vor dem Ziel auf der A 10, die an Ferienwochenenden zum größten Parkplatz Österreichs mutiert, quasi verhungert. Und die an den Zwangshaltepunkten aufgestellten mobilen Toiletten zeugen davon, dass das alles Methode hat. Man könnte das Nadelöhr der Moderne mit der Fahrt über den Katschberg umgehen, eine mögliche Alternative, nicht immer die beste...
Nur die wenigsten haben Kärnten als Reiseziel im Auge, die meisten fahren – seit Fertigstellung der Autobahn – nur noch durch, Richtung Kroatien, Richtung Italien.
Und darunter leidet der Tourismus hier seit Jahren. Die Zahl der Übernachtungen erschöpft nie auch nur annähernd das Angebot, außer vielleicht am Promigestade Wörthersee. Andererseits findet man aber immer noch Hotel- oder Pensionszimmer, zu denen die Gegenwart keinen Zutritt hat, außer beim Preis. Daher sollte man sich vor einer ersten Annäherung an Kärnten bei den für die einzelnen Regionen zuständigen Fremdenverkehrseinrichtungen die notwendigen Infos einholen und Unterkünfte empfehlen lassen.

Mit Kärnten verbinden sich Kindheitserlebnisse, als man damals mit den Eltern an den Klopeiner See fuhr. Es waren beschauliche Ferien, fernab jeden Trubels, abseits von Autobahnen. Über Passstraßen und durch heute etwas abseits gelegene Marktflecken führte der Weg an den Urlaubsort.
Nahe vieler Seen haben sich die Gesichter der Orte mittlerweile oft grundlegend gewandelt. Dönerbuden, Discos, aufdringliche Neonreklamen bestimmen zum Teil das abendliche Bild, tagsüber sucht man Parkplätze.
Möchte man ein wenig des ursprünglichen Kärnten erfühlen, dann lohnt es sich den Millstätter See anzusteuern. Irgendwie scheint in Millstatt die Zeit stehen geblieben zu sein, im positiven wie im negativen Sinn. Von Seiten der Fremdenverkehrs – Organisation versucht man behutsam der Region rund um den See ein unverwechselbares Image zu geben, werden Romantik, Mystik, Wellness und Wassererlebnis thematisiert, den langsam wieder aufstrebenden Faktor Tauchsport im Süßwasser lässt man aber außer Acht, verkennt man das Potential auch noch im Marketing für die Saison 2008.

Was viele nicht wissen und sich angesichts unerfreulicher Tauchverbote, die viele Seen in Deutschland zu Sperrgebieten für Unterwassersportler machen, kaum jemand vorstellen kann – in Kärnten kann man bis auf ganz wenige Ausnahmen (Privatbesitz) überall seinem Hobby nachgehen. Das muss man erst einmal auf sich wirken lassen. Andererseits ist der freie Zugang zu den Seen in Österreich häufig durch private Ufergrundstücke blockiert. Manche gehören zu Hotels oder Pensionen, die ihre Gebäude etwas vom See entfernt stehen haben, ihren Gästen aber ungestörten Genuss der Tage am Wasser bieten wollen. Als tauchender Gast dieser Beherbergungsbetriebe hat man dort einen exklusiven Zugang zum See. Ansonsten nutzt man eines der vielen Strandbäder zum Einstieg in die oft zauberhafte Welt der Kärntner Seen.      

Tauchbasis Happy Dolphin

Am Südostende des Sees, in Döbriach, nur ein paar Meter vom Hotel Seefischer, liegt das Strandbad Tschinder, in dem Werner Platen eine PADI – Tauchbasis betreibt. Während das Hotel Seefischer seit 2006 ganzjährig geöffnet hat, lohnt sich das für Werner Platen von der Tauchschule Happy Dolphin nicht. Von Juni bis September ist er vor Ort, bietet zertifizierten Tauchern Füll- und Verleihservice oder geführte Tauchgänge, bildet er aus. Die weiteren 8 Monate steht er aber nach telefonischer Vereinbarung für alle Aktivitäten zur Verfügung, vom Füllen bis zum Speciality – Kurs und für Ausfahrten zu Top-Tauchspots, die man nur vom Boot aus erreichen kann und man deren Position im See genau kennen muss.

Stimmungsvoller kann es kaum sein, umgeben von gepflegten Rasenanlagen, Statuen aus weißem Marmorguss und südeuropäisch anmutender Restaurantterrasse, vor diesem Hintergrund fügt sich die Basis von Werner Platen im Strandbad Tschinder fast unscheinbar ins Gelände ein. In zwei Holzhütten verteilen sich Büro, Verleih und Kompressorstation, unter einem Sonnensegel sitzt man nach dem Tauchgang gemütlich zusammen.
Kein Gedränge oder nervöse Unruhe bestimmt das Bild, es sind nur wenige Taucher, die sich in der Basis einfinden, obwohl die Bedingungen für Süßwasseraktivitäten wirklich ideal sind. Das Ufer fällt rasch ab, ein paar Flossenschläge führen in einen Dschungel aus Wasserpflanzen, in dem das Leben des Sees zuhause ist.
„Es könnte mehr sein“, resümiert Werner Platen, „doch von Seiten der Fremdenverkehrswerbung wird hier so gut wie nichts für den Tauchsport getan. Dabei wäre es nicht nur am Millstätter See ideal für Süßwasserfreunde, Tauchverbote gibt es kaum, die Sichtweiten sind meist auch in den Sommermonaten ideal, wenn das Wetter mitspielt und keine kernigen Regenfälle Sediment einspülen.“
Familienfreundlich kann man die Tauchbedingungen bei Happy Dolphin außerdem beschreiben. Das Strandbad ist daneben für Kinder ein spannendes Urlaubsrevier, die stimmungsvoll integrierte Gastronomie bietet viele Schattenplätze um eine Brotzeit, Kaffe und Kuchen, Eis, warme Mahlzeiten oder auch nur Erfrischungsgetränke zu genießen.
Minigolf und Hüpfburg gibt es auch, Garantie für Eltern auch ein paar Stunden ohne den Nachwuchs verbringen zu können, über und unter Wasser.
Was man im Sommer im Millstätter See bei Happy Dolphin wirklich nicht benötigt – ist ein Trockentauchanzug. In den vom Sonnenlicht erreichten Tauchgründen vor der Basis, die von dichtem Kraut gekennzeichnet sind, das sich parallel zum Ufer ausbreitet, hat man bis 10 Meter Tiefe so gut wie keine erfrischende Sprungschicht. Fast neidvoll kann man da nur auf die Tauchpartnerin schauen, die halbtrocken und ohne Handschuhe die Stunde unter Wasser genießt, während sich der Trocki von innen mit Kühlwasser von der Haut anfeuchtet...
Gut 20 Fischarten hat man im See lebend gelistet, vom Aal bis zum Zander ist alles vertreten, Saiblinge, Forellen, Karpfen, Aitel, Barbe und Bitterling, Hechte und Wels, Rotfedern, Schleie und Barsche, um einige aufzuzählen, kommen in den Sichtbereich von Tauchern. Für die größeren Exemplare gibt es Standorte, an denen sie recht häufig angetroffen werden können, Werner Platen kennt diese Stellen und gibt die Tipps natürlich an die Taucher weiter.
Nur vorsichtig muss man sein, wem man die Tipps gibt, denn mancher Schnuppertaucher entpuppt sich später als Hobbyfischer, der nach dem geführten Tauchgang weiß, wo genau er den Haken ins Wasser hängen muss. Am Klopeiner See etwa haben das die großen Welse, der Stolz geführter Tauchgänge, deshalb nicht überlebt.
Für einen Tauchgang vom Strandbad aus, sollte man sich Zeit nehmen und beobachten. Das Kraut steckt voller Leben, das Geäst abgestorbener Baume dient Muscheln als Besiedelungsgrundlage. Eine starke Lampe kann unter der Übungsplattform oder im Schatten der Pflanzen so einiges Fischleben sichtbar machen. Außerdem ist für UW-Fotografen ein Model mit Lampe ohnehin ein viel spannenderes Motiv. Es empfiehlt sich für erste Tauchgänge ein Weitwinkel einzusetzen, wenn man die besonderen Stellen dann entdeckt hat, die das Makroobjektiv rechtfertigen, kann man das dann gezielt machen.
Natürlich gibt es auch größere Tiefen bereits nahe des Ufers zu betauchen, auf 20, 30 Meter kommt man schnell und der Jungfernsprung, ein naher Fels rechts von der Basis, an dem die Jugend als Klippenspringer ihre Mutproben ablegt, bringt Steilwandfeeling. Steilwände mit atemberaubenden Panoramen gibt es entlang des von Land aus kaum zugänglichen Südufers, um dorthin zu gelangen, muss man sich bei Werner Platen ein Boot ausleihen, am besten begleitet Werner als versierter Kenner solche Unternehmungen.
Die Basis macht einen guten Eindruck, die Stimmung ist freundlich, das Leihequipment von Scubapro ist fast neu und in gutem Zustand. Die Kompressoranlage wirkt ordentlich gepflegt.
Parkplätze sind genügend vorhanden, für den Gerätetransport vom Eingang des Strandbads bis zur Basis kann man sich bei Werner Platen eine Karre organisieren.

Website www.divecenter.at  

Wie so oft bei unseren Recherchereisen kommen wir zu Zeitpunkten, in denen die Wetterlage oder andere Faktoren nicht ideal waren. So auch am Millstätter See. August  / September 2007 waren nicht ideal, häufige und gehaltvolle Regenfälle trübten die Sicht ein. Zudem waren Baggerarbeiten im Oberlauf eines nahe der Basis mündenden Bachs der Anlass für eine weitere Sichtweiteneinschränkung. Aber auch bei der zweiten besuchten Basis waren dich Sichtweiten wie im 11.5 km entfernten Döbriach. Jedoch zeigte sich die Transparenz im sommerlichen See immer noch über dem üblichen Durchschnitt vieler Badeseen in Süddeutschland zur vergleichbaren Jahrezeit.


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