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Genießen und tauchen in Südtirol © UWW

by Michael Goldschmidt 8.17

Traubenhoff in Kaltern © UWW

Traubenhoff © UWW

Traubenhof © UWW

Traubenhof Juniorchef Philip beim Polentakochen © UWW

Traubenhof - ein Teil des Weinkellers © UWW

Traubenhof - Sylvia und reinhard Peterlin bringen die Polenta © UWW

Traubenhof - Reinhard und Sylvia servieren die Polenta © UWW

Traubenhof - Polentaessen im Weinkeller © UWW

Südtirol © UWW

Privatbrennerei Plonhof © UWW

Privatbrennerei Plonhof © UWW

Privatbrennerei Plonhof © UWW

Privatbrennerei Plonhof © UWW

Privatbrennerei Plonhof  - Hansjörg Weis © UWW

Privatbrennerei Plonhof © UWW

Kirche im Kalterer Ortsteil St. Nikolaus © UWW

Buschenschank Luggin-Steffelehof © UWW

Buschenschank Luggin-Steffelehof © UWW

Buschenschank Luggin-Steffelehof - Hermann Luggin © UWW

Brennerei Buschenschank Luggin-Steffelehof © UWW

Brennerei Buschenschank Luggin-Steffelehof © UWW

Kalterer See © UWW

KalternPfarrkirche Maria Himmelfahrt © UWW

Am großen Montiggler See © UWW

Am großen Montiggler See © UWW

Am großen Montiggler See © UWW

Römerhof - Roter MAis © UWW

Römerhof - Christian Giovanett

Römerhof - Steinmühle © UWW

Römerhof - Steinmühle © UWW

Römerhof - Maismehl Proddukte © UWW

Im Sarntal © UWW

Durnholzer See © UWW

Wasserrettung Bozen am Durnholzer See © UWW

Helmit Schrott Wasserrettung Bozen © UWW

Durnholzer See © UWW

Durnholzer See © UWW

Durnholzer See © UWW

Südtirol steht in erster Linie für viele kulinarische Genüsse wie Wein, Käse, Schinken... Als Freizeitaktivitäten haben sich Wandern, Bergsteigen und Radfahren  (Mountainbike) in der Region als Schwerpunkt etabliert. Doch es gibt durchaus auch Möglichkeiten, seine Ferien in hochwertigen Bauernhöfen zu verbringen  und mit dem Tauchen zu verbinden. Unter dem Qualitätssiegel „Roter Hahn“ hat der Südtiroler Bauernbund 1600 Höfe und andere Betriebe unter Vertrag, die dessen strengen Kriterien entsprechen.

Wie sind in Kaltern Dorf, umgeben von weiteren 7 Gemeinden, die zum Markt Kaltern gehören. Viele kennen den Kalterersee nur als Etikett auf einer Weinflasche im Supermarkt, doch den See gibt es tatsächlich. Kaltern liegt aber nicht am Seeufer, sondern gut 200 Höhenmeter darüber, auf 450 Meter und ein paar Kilometer entfernt, während der See auf etwa 220 Meter über Meereshöhe liegt. Wir sind mitten in den Bergen, zumindest von Bergen umgeben, hier verliert man schnell den Bezugspunkt. Und den Boden unter den Füßen. Den Stressboden, was im gedanklich bohrenden Gepäck war, hat die Fahrt über den Brennerpass schon zum Loslösen frei gegeben, in Kaltern hat es sich in Wohlgefallen aufgelöst. Hier versprüht niemand rosarotes Nervengas, alles ist authentisch und die Menschen sind ursprünglich, freundlich und hilfsbereit.
Ja schade, dass Kaltern, Kalterersee nur aus dem Weinregal bekannt ist, man donnert mit dem Ziel Gardasee oder Mittelmer an Bozen vorbei, lässt alles links liegen, dabei beginnt hier das Leben.

Wunderbare Ansprechpartner begleiten unsere Reportage vor Ort:
Sylvia und Reinhard Peterlin betreuen uns als ihre Gäste im Traubenhof,
Helmuth Schrott von der Wasserrettung Bozen ist ein versierter Kenner der Tauchmöglichkeiten in der Region, 
Hermann Luggin bewirtet uns in seinem Buschenschank,
Christian Giovanett zeigt auf seinem Römerhof die Verarbeitung einer speziellen Maissorte
und bei Hansjörg Weis gibt es eine Verkostung der Privatbrennerei Plonhof. 
Der Kontakt zum Tauchen ist Helmuthh Schrott von der Wasserrettung in Bozen. Von ihm erfahren wir nicht nur viel zum Hintergrund der Region, sondern auch, wo man einen Blick unter die Wasseroberfläche werfen kann.
Zur Philosophie des „Roten Hahn“ können wir uns direkt mit Dott. Sandra Knoflach vom Marketing des Südtiroler Bauernbunds austauschen.

Warum „Roter Hahn“? Hier finden Sie nach den strengen Richtlinien der Marketing Organisation zertifizierte Betriebe, die im Umfeld „Ferien auf dem Bauernhof“, Schankbetriebe, Qualitätsprodukte und Handwerk ihre Leistungen anbieten. Man ist original, gastfreundlich, individuell und bietet  rundum regionale Qualitätsprodukte. Alle Beherbergungsbetriebe im Verbund des „Roten Hahn“ erwirtschaften ihre Leistungen im Nebenerwerb, in Ergänzung zu ihrer im Schwerpunkt bäuerlichen Aktivität. Als Gast, Kunde oder Konsument in Betrieben des „Roten Hahn“ ist man auf Tuchfühlung mit der regionalen Tradition und herzlichen Gastfreundschaft. Authentischer  kann man sich Südtirol nicht nähern.

Unter dem Motto „Urlaub auf dem Bauernhof“ sind wir angereist. Über 1.600 Bauernhöfe bieten dies an. Dem Reglement des „Roten Hahn“ folgend, dürfen die Höfe maximal 5 Ferienwohnungen oder 8 Zimmer mit Frühstück anbieten.

Traubenhof

Der Traubenhof von Sylvia und Reinhard Peterlin mit seinen 4 Ferienwohnungen, entspricht nicht der Vorstellung eines klassischen Bauernhofs. Da erwartet man einen Stall, eine Tenne und ums Eck einen Misthaufen. Stall und Tenne fehlen, statt Misthaufen ist ein Naturschwimmbecken mit chlorfreier Wasseraufbereitung neben dem Haus, dass von den eigenen Weinbergen eingerahmt ist.  Von hier hat man einen wunderbaren Blick hangabwärts über die unteren Ortsteile von Kaltern. Der Traubenhof macht seinem Namen Ehre, Reinhard Peterlin ist Wein- und Obstbauer. Deshalb kein Stall, dafür aber ein Weinkeller. Das Gros der Weinernte in der Region von Kaltern wird in der Kellerei der Genossenschaft verarbeitet, etwas behalten die Bauern aber für eigene Zwecke. So kann man bei den Peterlins wunderbare Weiß- und Rotweine verkosten und kaufen, den es im normalen Handel nicht gibt. Reinhard ist ein echter Weinexperte und es macht ihm sichtlich Freude, im urgemütlichen Weinkeller seinen Gästen die Feinheiten des Rebensafts fachkundig und unterhaltsam nahezubringen.  Dafür ist wöchentlich ein Abend eingeplant. Damit der Wein nicht zu schnell seine Wirkung zeigt, geht dem ein typisch regionales Essen voraus: Polenta mit Bauernwurst und Schweinebauch. Vor dem Haus wird der Polentakessel befeuert, in dem zunächst das Schweinefleisch gekocht wird, um dann ins aromatisierte Kochwasser das Polentamehl einzurühren. Eine gute Stunde dauert die gemütliche Kochshow, bei der die ersten Gläschen Rotwein die Vorfreude aufs Essen unterstützen. In fast feierlicher Prozession tragen dann Sylvia und Reinhard den Kessel an einem Holzbalken hängend auf ihren Schultern in den Weinkeller. Hier stehen schon weitere Töpfe mit Gemüse auf dem Tisch. Allen schmeckt es ausgezeichnet und die von Reinhard ausgesuchten Weine passen ganz fabelhaft dazu.
Die Peterlins sind ganz wunderbare Gastgeber und das wissen auch jene, die hier schon Quartier gemacht haben. Der Traubenhof ist gut gebucht und viele Gäste kommen gerne immer wieder. Die Ferienwohnungen sind gemütlich gestaltet, mit viel duftendem Holz, bestens ausgestatteten Küchen und Bädern, die man sonst in hochklassigen Hotels erwartet. Eine Waschmaschine ist obligatorisch, genauso wie ein Föhn oder der moderne Flachbild – TV. Top modern ist der Staubsaugeranschluss in den Wänden, WLAN gibt es aber nur über Kabel.  Dafür hat die Ferienwohnung 4 sogar Fußbodenheizung und eine große Terrasse gleich gegenüber dem Pool.
Auf Wunsch gibt es auch einen Frühstücksservice für die Gäste der Ferienwohnungen. Man kann ein kleines oder großes Frühstück ordern. Hier kommen neben frischem Gebäck, Kaffee und Tee, Wurst und Käse auch viele eigene Produkte auf den Tisch, Fruchtaufstriche, Marmeladen, Säfte und getrocknete Früchte sowie Kräutersalze. So startet der Tag richtig gut.
Und all das, was die Peterlins mit Produkten des eigenen Anbaus weiterverarbeiten, kann man natürlich dort auch kaufen. 
Bei so vielen kulinarischen Verführungen kommt man fast ins Schwitzen. Wer dennoch cool bleibt, besucht die zum Träumen einladende Sauna im Traubenhof… Massagen gibt es auch vor Ort, Sylvia ist dafür ausgebildet…

www.traubenhof.it

 

Römerhof in Tramin

Ein paar Kilometer entfernt vom Traubenhof Richtung Kalterer See liegt versteckt im Ort Tramin der Römerhof von Christian Giovanett. Die Traminertraube ist hier zuhause, die auch in Anbaugebieten weit weg von Südtirol beliebt ist. Aber nicht der Wein führt uns zum Römerhof, sondern die Polenta, die bei den Peterlins so gut schmeckte.
Im Römerhof kann man nicht übernachten oder einkehren, hier ist ein besonderer Ort, an dem eine sehr alte Sorte von orangerotem Mais handwerklich verarbeitet wird, der Tirggplent. Christians Onkel wusste um den besonderen Wert der alten Maissorte und übergab ihm kurz vor seinem Tod den letzten Sack Saatgut. So wird nun exklusiv von Christian und seiner Frau mit einem hohen Maß an Handarbeit der Tirggplent weiterhin angebaut und verarbeitet. Für den Anbau muss Christian immer wieder neue Flächen suchen, die ihm von benachbarten Bauern zur Verfügung gestellt werden, denn Mais kann nicht Jahr für Jahr am selben Fleck wachsen, das würde den Boden zu stark belasten und die Pflanzen würden verkümmern.
Warum macht man sich so viel Arbeit hinsichtlich Anbau, Ernte, Trocknung und Verarbeitung in den eigenen Steinmühlen, die extra dafür gefertigt wurden?
Ganz einfach, es ist die hohe biologische Qualität, die vielfältige Verwendbarkeit der drei  unterschiedlich grob und fein gemahlenen Maismehle, der Geschmack und die für immer mehr wichtige Glutenfreiheit ohne Geschmacks Verlust.  Christians Hof im Herzen von Tramin ist unscheinbar, doch von dort gehen handwerkliche Produkte, die manuell  in die Verkaufsverpackungen gefüllt werden und mit Maisverzierungen geschmückt werden, in ausgesuchte Läden des  regionalen Handels.
Wir haben Tirggplent Maismehl mitgenommen und selbst Polenta gemacht. Es war rundum ein Traum.

www.roterhahn.it/de/qualitaetsprodukte/baeuerliche

 

Privatbrennerei Plonhof

Nach so vielen kulinarischen Highlights, braucht es einen Absacker. Einen Schnaps. Nur zur Verdauung. Doch da sind wir bei der Privatbrennerei Plonhof a bisserl falsch. Hier gibt’s keinen Alpenjägermeister, hier wird die höchste Kunst des Brennens von Trauben und Früchten gepflegt.  Nach längerer Vorbereitung und Testphase hat sich Hansjörg Weis seinen Traum erfüllt: Die Herstellung von Fruchtbränden aus dem Obst des Hofes seines Elternhauses. Hier wurde schon früh auf die hohe Qualität der Früchte größter Wert gelegt, die in Obstgärten auf Höhenlagen von 300 bis 800 Meter reifen.  Nur vollreife, frische und gesunde Früchte werden aromaschonend vergoren und bereits in der abklingenden Gärung destilliert.
Mit einer Führung durch den Vorratskeller und die Flaschenabfüllung beginnt Hansjörg Weis mit der Vorstellung seiner Privatbrennerei. Das Herzstück steht im Erdgeschoss in einem lichtdurchfluteten Raum, in dem auch die Verkostung der Brände stattfindet. Der kupferne Dampfkessel, Kupferrohre mit runden Glasfensterchen,  edelstahlummantelter Brennofen,  Stahlrohre, Schaugläser, Thermometer vermitteln das Gefühl einer Jahrhunderte alten Technik. Was traditionelle Brenntechnik von moderner unterscheidet sind nur die vom Finanzamt verplombten Hähne und spezielle Messbehälter, die es erlauben, die produzierte Menge Alkohol zur Berechnung der Steuerabgabe zu ermitteln.
Das soll aber aus der Verkostung von 7 Obstbränden und zwei Grappa Sorten nicht den Spaß nehmen. Hansjörg Weis nennt sein kleines Unternehmen bewusst Privatbrennerei, denn er möchte nur so viel verarbeiten und produzieren, was aus eigenem Anbau stammt. Größere Mengen würden die enorme Qualität seiner Produkte in Frage stellen und in der herbstlichen Verarbeitungsphase wird eh schon unter Hochdruck gebrannt. Zeit ist auch hier Geld und nimmt Einfluss auf die Steuerlast.
Wir probieren den Traubenbrand Gewürztraminer, Apfelbrand, Hefebrand Gewürztraminer, Zwetschgenbrand, Williams, GoldenDelicius und den seltenen, sehr aromatischen Quittenbrand.
Natürlich kommen auch der Grappa Lagrein und der Grappa Gewürztraminer ins Glas, unter die Nase und auf die Zunge. Alle glasklaren Brände verströmen intensive Aromen und lassen die feinen Fruchtnuancen schmecken. Als persönliche Highlights ermitteln wir den Traubenbrand Gewürztraminer, den Quittenbrand und den Grappa Gewürztraminer. Diese sind wie alle anderen Brände mehrfach prämiert und auch 2017 hat Hansjörg Weis für seine Brennkunst Silber- und Goldmedaillen erhalten.
Nach Voranmeldung kann man am Plonhof die Brände verkosten und kaufen, drei weitere Direktverkaufsstellen sind auf der Webseite ausgewiesen. Die Brände sind in 0,35 l Flaschen abgefüllt und kosten durchschnittlich etwa 40 Euro.

www.plonhof.com/privatbrennerei/ 
 


Buschenschank Luggin-Steffelehof

Bevor es dann wirklich ins oder unter Wasser geht, steht noch ein Abendessen mit  Dott. Sandra Knoflach vom Marketing des Südtiroler Bauernbunds im Terminkalender. Wir treffen uns im Buschenschank Luggin-Steffelehof im Kalterer Ortsteil St. Nikolaus, oberhalb vom Traubenhof.  Die Navi ermittelt eine Entfernung von knapp zwei Kilometern und von unserem Quartier aus sehen wir auch den Kirchturm von St. Nikolaus, über uns. Wir entscheiden, zu Fuß zu gehen und verdienen das Abendessen redlich, nachdem die Straße hinauf in den Ort eine ordentliche Steigung hat. Südtirol ist halt kein Flachland.
Den Begriff Buschenschank kennt man auch aus verschiedenen Regionen Österreichs. Der Buschenschank ist ein Betrieb, in dem ein Landwirt seine Erzeugnisse zeitlich begrenzt ausschenken und servieren darf und basiert auf einem Gesetz von Josef II. Man erkennt solche Betriebe an einem unterschiedlich dekorierten Busch(en) oder Strohgebinden vor dem Eingang.
Der Steffelehof verteilt die 180 Tage, an denen der Buschenschank Gäste bedienen darf saisonal unterschiedlich. Im Sommer und zur Verkostung des neuen Weins, dem Törggelen, ist von Mittwoch bis Sonntag ab 17:00 geöffnet, im Frühjahr erst ab Donnerstag. Ende November bis Ende März ist der Schank geschlossen. Im dazugehörigen Hofladen kann nach telefonischer Anmeldung auch außerhalb der Öffnungszeiten eingekauft werden.  Hier bekommen Sie Säfte, Sirupe, Weine, Brände und Brot aus eigener Herstellung, aber auch Obst und Gemüse aus eigenem Anbau. Produkte wie Kräuter, Getreide, Speck und Käse werden von befreundeten Produzenten zugeliefert.
Hermann Luggin baut verschiedene Rebsorten an, die sich von den sonst hier üblichen nicht nur geschmacklich unterscheiden. Einige sind auf entsprechenden Böden und bei engagiertem Ausbau gegen Schädlinge wesentlich resistenter, so dass er auch anerkannte Bioweine herstellt, was er jedoch nicht deutlich propagiert. Er will einfach beste Produkte anbieten und sich nicht extra mit besonderen Biolabeln schmücken.
Das Abendessen in den stimmungsvollen Gastgewölben spiegelt die wunderbare bäuerliche Küche mit hausgemachten, unterschiedlich gefüllten Nudeln – stellen Sie sich hier einfach köstliche, große Ravioli vor – abgerundet mit dem eigenen Wein des Luggin Steffelehof. Ein holzbestückter Eisenofen wärmt den Raum, der vom kühlen Frühjahr noch nicht genügend Sonnenwärme abbekommen hat. In der Schank können 35 Gäste bedient werden, klar, hier muss man besser vorbestellen und einen Tisch reservieren. Auf dieses Volumen ist die Küche ausgerichtet. 
Während Hermann Luggin an jedem Tisch den Gästen die Besonderheit der angebotenen Speisen und Weine erklärt, erfahren wir von Dott. Sandra Knoflach vieles zu Hintergrund und Philosophie des „Roten Hahn“. Hier hat sich im Umfeld bäuerlicher Wurzeln ein Qualitätslabel gebildet, das Südtiroler Tradition bei der Beherbergung, Produktion von Wein, Bränden, Lebensmitteln und Verbrauchsgütern nach außen bringt und vermarktet. Die Hürden, vom „Roten Hahn“ betreut zu werden sind hoch, entsprechend ist das, was Gäste und Kunden eines vom „Roten Hahn“ betreuten Betriebs erwarten dürfen, erstklassig und authentisch.
Hermann Luggin ist nicht nur Winzer, auch er brennt seine Trauben zu – wie sagt man hier so schön -„Destillaten“. Der Besuch des Weinkellers und der Brennerei im Keller des Buschenschanks gehört zum Programm des Abendessens, wie die Livemusik von Hermanns Sohn mit der Quetschen (Ziehharmonika). Im Kessel der Brennerei aromatisiert Hermann Schweinefleisch, das so einen unvergleichlichen Geschmack erhält.  Bei der im Keller stattfinden Weinverkostung bekommen die speziellen von ihm hier angebauten Rebsorten ein geschmackliches Gesicht.
Was für ein ehrlicher Abend, ohne aufgesetzte „Ursprünglichkeit“, bewundernswerter  Gastfreundschaft und dem Genuss echter Südtiroler Wurzeln.
An dieser Stelle müssen wir uns bei Hermann Luggin entschuldigen. Er wollte uns – wenn das Wetter passt – an unserem Abreisetag zu einer seiner hoch gelegenen Wiesen führen, um dort ein Foto von all den blühenden Pflanzen zu machen, mit den Bergen im Hintergrund, ein Idyll. Leider war das Wetter nicht entsprechend, so dass wir ohne dieses bestimmt beeindruckende Motiv in der Kamera abreisen mussten.

www.luggin-steffelehof.com/index.php

 

Tauchen

Helmuth Schrott von der Wasserrettung Bozen ist unser Ansprechpartner zum Thema Tauchen und ein versierter Kenner der Region. Wir treffen ihn zu einem Vorgespräch in Kaltern, bei dem das Tauchen nur ein Teil dessen ausmacht, was wir alles besprechen.  Auch heute noch ist die Zweisprachigkeit in Südtirol für uns spannend und so erklärt uns Helmuth die dazugehörige Geschichte und den Stand der Dinge heute. Viele Fakten und Details waren nie Thema unseres Geschichtsunterrichts, wie auch. Wir haben seinerzeit noch nicht mal alles über Deutschland erfahren, dafür sind uns Griechen, Römer und Perser geschichtlich wesentlich näher.
Aber gut, wo können wir tauchen?
Da wäre der Kalterer See, aber mit durchschnittlich drei Metern Wassertiefe und einem mondkraterähnlichem Grund, kann auf einen persönlichen Blick unter die Wasseroberfläche getrost verzichtet werden.
Da sind aber nur ein paar Kilometer weiter die Montiggler Seen in der Gemeinde Eppan. In wunderschöner Lage auf 492 Metern wäre der Große Montiggler See zum Tauchen geeignet. Aber jetzt, im Frühsommer rät Helmuth davon ab, die Sicht sei erfahrungsgemäß jetzt nicht mehr so prickelnd. Das klingt nachvollziehbar. https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fer_Montiggler_See 

Er hat aber eine Idee. Nur 68 Kilometer entfernt liegt der Durnholzer See (Lago di Valdurna) im hinteren Teil des Sarntals,  am Ende des  Durnholzer Tals, auf 1.545 Meter Höhe.  Hier geht er oft mit Begleitern von der Wasserrettung zum Tauchen. Der See in Form eines Dreicks ist maximal 12 Meter tief und es gibt dort versunkene Bäume als Fotomotiv. Warm anziehen ist angesagt, der See hat eine Wassertemperatur von 6°C. https://de.wikipedia.org/wiki/Durnholzer_See 

Alternativ gäbe es den Karersee (Lago di Carezza) unterhalb des Karerpass am Fuß des Latemarmassivs in 1.519 Meter Höhe. Dieser See liegt allerdings in einem Naturschutzgebiet und man müsste sich für das Tauchen eine Genehmigung besorgen. https://de.wikipedia.org/wiki/Karersee

Als dritte Alternative weiß Helmuth noch den Obersee am Staller Sattel. Er liegt bereits in Österreich (Osttirol) auf 2016 Metern Höhe am Ende des Defereggentals.  Er ist maximal 27 Meter tief bei einer Ausdehnung von 600x200 m. https://de.wikipedia.org/wiki/Obersee_(Osttirol)

Wir verabreden uns für den übernächsten Tag, da sich das Wetter bis dahin wieder durchweg freundlicher zeigen soll. Heute wird noch der Große Montiggler See zumindest von außen besucht werden. Der Kleine Montiggler ist nur zu Fuß zu erreichen und für Gerätetaucher eigentlich nicht erreichbar. Freitauchen wäre eine Alternative, doch sollen die Blätter der das Ufer dicht umwachsenden Laubbäume eine trübe Schicht im Wasser bilden.

Die Straße zum Großen Montiggler See endet an einem gebührenpflichtigen Parkplatz. Die Kapazität der Parkfläche ist relativ überschaubar, so dass man früh dort ankommen sollte, um mit dem Tauchequipment einen verkürzten Weg zum See zu haben. Eine kleine Transportkarre für Flaschen ist sicher nicht verkehrt, mitzubringen. Dieser Parkplatz ist Ausgangspunkt für Wanderer, die die beiden Seen umrunden wollen. Hier ist ein Hotel, ein Restaurant und ein Strandbad, der Punkt ist touristisch bestens erschlossen.
Wir haben Glück, die Regenwolken verziehen sich und der Umrundung des Sees zu Fuß steht nichts mehr entgegen. Die ersten prüfenden Blicke vom Ufer und von einem Steg ins Wasser lassen Helmuths Sichtprognose etwas ins Wanken geraten. So schlecht sieht es gar nicht aus. Aber das Urteil soll erst später, nach der Umrundung des Sees fallen. Die Seeumrundung lohnt sich allemal. Ein beschatteter Weg führt zum Teil über dem Ufer, zum Teil ganz nah am Wasser um den See. An verschiedenen Punkten kann auch die Sicht im Wasser aus erhöhter Position und weiter entfernt vom Ufer überprüft werden, wir hätten hier doch abtauchen solln. Nächstes Mal dann, mit Helmuth, wenn wir wieder in Kaltern Station machen.

Auf zum Durnholzer See. Wir sind mit Helmuth am Einsatzgebäude der Wasserrettung Bozen verabredet. Er wird uns vorausfahren, damit wir den Weg zum Tauchplatz unkompliziert zu finden. Außerdem hat er selbst großen Spaß an der Aktion und Markus Gasser von der Wasserrettung hat sich spontan angeschlossen, uns zu begleiten.
So werden wir dem Einsatz SUV folgen…., sobald die die Straße versperrenden LKW zur Seite geräumt worden sind…
Bozen lassen wir nach kurzer Zeit hinter uns und ein langer Tunnel bringt uns in eine völlig andere Welt, eine verzauberte Bergwelt. Es ist ein echter Traum, hier entlang der Wasserrettung zu folgen, nach jeder Kurve ordnet sich die Landschaft, ihre Ansicht neu. Das Wetter passt. Wunderbar.
Fast viel zu früh öffnet sich das schmale Tal und gibt den Blick auf den Durnholzer See frei.  Fantastisch.
Bevor es ernst wird, und da sind wir ja in Italien, erst einmal ein Espresso an der Bar des Restaurants, das am Ende der Straße liegt. Der kleine Parkplatz kann nur wenige Fahrzeuge aufnehmen und eigentlich müsste schon vorher an einer größeren Fläche geparkt werden, die letzten Meter sind genehmigungspflichtig. Doch das kann man mit den Wirtsleuten absprechen, ist man in der Hochsaison früh genug da.
Es gibt keinen Steg, aber eine hölzerne Plattform mit Bänken. Hier kann man sich anziehen. Und ich gebe zu, ich habe zwei Fehler gemacht. Einmal ist das Tec – Equipment in diesem See mehr als hinderlich und ich hätte den üblicherweise getragenen Kompass mitnehmen sollen. Aber der Blick auf den traumhaften See, die Vorbereitung des Fotoequipments und die fehlende Ansage, dass der schlammige Seegrund beim Einstieg wie eine Ansaugpumpe wirkt, addieren diverse Effekte abseits eines zielgerichteten Tauchgangs.
Die versprochenen versunkenen Bäume sind am entgegengesetzten Ufer, realistisch betrachtet eine gute Scooterdistanz, doch der schlummert in der Basis der Redaktion.
Helmut und Markus sind voll bereit, als Models zu dienen und entscheiden, dass ich im Flachbereich des Einstiegs nach links vorantauche, da gäbe es Wasserpflanzen, die als Vordergrund recht hübsch seien.
 Man muss aber erst einmal dahin kommen, wenn man sich aus der Schlammfessel befreit hat. Trockentauchanzug mit Doppelgerät, zu Fuß hier in den See einsteigen, das kann man knicken. OK, wieder etwas gelernt. Am besten trägt man einen warmen halbtrockenen Anzug und eine 12 l Flasche, das reduziert das Gewicht, man sinkt nicht so tief ein….
Mit Hilfe von Markus werde ich dann doch noch aus einer verwurzelten Statue zum Taucher. Danke dir.
Der vorgeschlagene erste Punkt fürs Fotoshooting ist durch Sediment vernebelt. OK, dann nach Absprache quer durch den See zu den versunkenen Bäumen, Helmuth übernimmt die Führung. Helmuth ist schnell, die Sicht mäßig, wie immer ist das Fotoequipment ein Treibanker und bald schon ist er im Grün des  Wassers verschwunden. Eine Weile folge ich gefühlt dem Kurs, vielleicht wartet er ja auf uns, was er auch tat, aber an anderer Stelle. Markus ist hinter mir, ich zeige ihm an, dass er die Führung übernehmen soll. Das klappt. Versunkene Bäume sehen wir aber nicht – Schuld ist mein fehlender Kompass. In einem großen Bogen kommen wir zurück zum Ufer, an dem wir eingestiegen sind, folgen der mit Granitsteinen verbauten Uferlinie bis zum Ausstieg.
Der Ausstieg gestaltet sich – siehe Einstieg – ähnlich schwierig.
Egal, wir hatten Spaß, auch wenn es keine sensationellen UW-Fotos gibt, eigentlich so gesehen fast keine Fotos überhaupt …
Ach ja, Helmuth war dank seines Biokompass bei den versunkenen Bäumen und konnte sie ganz für sich alleine genießen.
Nächstes Mal also leichtere Ausrüstung, Kompass und am besten den Scooter mitnehmen, die versunkenen Bäume sind an der gegenüberliegenden Seeseite.
So ein Abenteuer mit Journalisten aus Bayern muss natürlich einen stimmungsvollen Ausklang haben und den gab es dann beim anschließenden gemeinsamen Essen beim Fischerwirt.  Ich würde ja gerne mal übers Essen meckern, hier hatte ich auch keine Chance.

Und das muss auch gesagt werden – danke Helmuth und Markus, es wird Zeit, dass wir wieder zusammen untertauchen.

Fazit

Südtirol ist in vielerlei Hinsicht ein Traum. Die freundlichen Kontakte, die Hilfsbereitschaft, die wunderbaren Weine, das fantastische Essen, die spannende Geschichte, die lebendige Tradition, die Ruhe und Entspannung in atemberaubenden Landschaften in denen man auch untertauchen kann, wir sind einfach fasziniert.


 www.roterhahn.it/de/
 

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