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Barbe © UWW H. Frei

by H. Frei 2.08

Regenbogenforelle © UWW H. Frei

huchen © UWW H. Frei

Hecht frisst Barbe © UWW H. Frei

Hecht© UWW H. Frei

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Groppe© UWW H. Frei

Groppe © UWW H. Frei

döbel © UWW H. Frei

Baum mit Jungfischen © UWW H. Frei

bachforelle © UWW H. Frei

Aalrutte frisst Rotauge © UWW H. Frei

Regenbogenforelle © UWW H. Frei

Alpines Tauchen findet normalerweise in Seen statt. Eine zutiefst interessante Variation der üblichen Tauchabstiege ist das Tauchen und Scuben in einem Fließgewässer. Als Initiator auf diesem Gebiet gilt Franz Pramendorfer, der mit seiner Tauchbasis „Atlantis Qualidive“ auf diesem Gebiet Maßstäbe gesetzt hat.  UnterWasserWelt ließ sich treiben und war begeistert.

„Hast du alles dabei“? Blei? Flossen? Handschuhe? Kamera? Franz Pramendorfer ist in seinem Element. Flusstauchen, das ist sein Leben. Wir sitzen in einem alten Mercedes Sprinter und fahren buchstäblich über Stock und Stein. Die Karre ächzt und stöhnt, quietscht und rumpelt, dass Gott erbarm. Immer enger wird der wurzelverseuchte Waldweg. Ob man hier überhaupt fahren darf? Ich darf, so Franz, und lacht lauthals. Dabei rötet sich sein verschwitztes Gesicht wie eine Fleischtomate unter glühender Sonne. Sein blondes Haar ringelt sich derweil unorthodox auf seinem Kopf, als sei es vor kurzem in einen Orkan geraten. Flusstaucher sind Naturburschen, die für normales Kiegrubentauchen nur noch ein altkluges Grinsen übrig haben. Fließen muss das Wasser und zwar ordentlich, dann ist Action geboten.
Dort, wo wir den Transporter abstellen, ist Stille und Einsamkeit. Fast muss man befürchten, dass uns hier keiner mehr finden wird. Die Gerätschaft wird nochmals 100 m durch den Wald getragen, dann sind wir an der geheimnisvollen Einsteigstelle. Die Traun ist hier so breit wie ein kleiner See und fließt Gott sei Dank eher träge als wild. Wir haben Glück, denn es hat fast zwei Wochen nicht geregnet. Schon von außen kann man eine formidable Transparenz erkennen. Ist das Wasser kalt? Eher nicht. Im Sommer bewegt sich die Temperatur zwischen 19° und 23° C, es geht auch nass. Obwohl man sich als UW-Fotograf im Trockentauchanzug auch nicht unwohl fühlt. Jeder wie er will!

Treibsand

Die Traun ist ein Traum. Schon während der ersten Meter, die wir dahin gleiten, offenbart sich uns eine formidable Sicht. Panoramaaufnahmen sind durchaus mit besten Ergebnissen machbar. Die Steine an Grund sind grün-braun mit Algen überzogen und verbreiten eine dumpfe und düstere Atmosphäre, die einen unheimlichen Eindruck hinterlässt. Dreht man die Steine um, huschen Groppen in allen Größen davon. Einige Flussbarsche begleiten uns und verfolgen gierig die in Deckung flitzenden Groppen. Ab und zu bleibt eine auf der Strecke. In der Ferne schimmert dunkel die Wand des gegenüberliegenden Ufers. Döbel und Rotaugen ziehen an uns vorbei. Dann schält sich aus dem Dunkelgrün des Wassers ein Schwarm Barben, die flussaufwärts ziehen. Der Anführer schwimmt etwas voraus, als wolle er den Weg erkunden.
Wir gleiten an versunkenem Unterholz und ins Wasser gefallenen Bäumen vorbei. Ein mächtiger Schatten löst sich und steht als gigantischer Hecht in der Abendsonne. Seine von den Sonnenstrahlen beschienenen Flanken schimmern wie Gelbgold in einer Schatztruhe. Angst kennt er nicht. Wir können uns mit den Kameras fast auf Tuchfühlung nähern. Und er ist nicht der einzige Kaventsmann, den wir während dieses Tauchgangs sehen. Mindestens noch drei ähnlich große Hechte können wir entdecken und beobachten. Fett und feist liegen sie in den Wasserpflanzen, voll gefressen mit Weißfischen und Barben. Portaitverliebt lassen sie sich aus nächster Nähe ablichten. Einem wird der Rummel etwas zu viel und er verdünnisiert sich bis in die Flussmitte. Seine glitzernden Schuppen sind bei der enormen Transparenz noch weit zu sehen.
Ob wir das Glück haben, auch einem Huchen zu begegnen? Franz gibt zwar keine Garantie für ein solches Meeting, ist sich aber heute fast sicher, dass wir bei der bombastischen Sicht bestimmt einen sehen werden. Und tatsächlich. Als wir schon fast an der Ausstiegstelle angelangt sind, bemerke ich dicht am Ufer einen riesigen dunklen Fisch. Nur schemenhaft ist er zu erkennen, weil die Sonnenstrahlen ihn in seinem Unterstand nicht beleuchten können. Huchen sind normalerweise so scheu, dass Freiwasseraufnahmen eher Raritäten als Normalitäten sind. Vorsichtig nähern wir und dem riesigen Salmoniden, zu dessen Leibspeise Forellen gehören. Kaum wagen wir zu atmen als er langsam auf uns zu schwimmt. Wie zwei treibende Baumstämme liegen wir im Wasser, atmen vorsichtig durch den Schnorchel, die Kameras klicken und surren als ob unser Leben davon abhinge. Ganz dicht lässt er uns heran. Jetzt noch ein oder zwei Bilder mit Blitzlicht, damit Farbe in die Aufnahmen kommt. Aber nun wird ihm das doch zu bunt. Als die Blitzlichter aufflammen, lässt es einen granatenmäßigen Schlag und der Huchen schnellt wie von der Sehne losgelassen ins Freiwasser hinaus. Haben wir ihn nun endgültig verjagt? Eben nicht: Als er nach einer Minute zurückkehrt, ist sein Bauch so dick angeschwollen, als ob er gleich zur Entbindung schwimmen wollte. Jetzt wissen wir es. Er ist nicht vor uns geflüchtet, sondern hat vermutlich eine Regenbogenforelle erbeutet.
In der Bucht von Franz Pramendorfer fotografieren wir noch einige kapitale Döbel und eine gar nicht so scheue Schleie. Er war ein klasse Tauchgang. Eigentlich viel schöner und erlebnisreicher als in einem See. Vor allem aber abenteuerlicher und spannender. In welchem See sieht man schon einen Huchen.
Flusstauchen ist etwas anderes als in einem Baggersee dahin zu dümpeln. Es werden auch andere Voraussetzungen an die Psyche und die Verantwortung gestellt. So lange der Fluss träge dahin zieht, ist es kein Problem. Man darf aber die Stellen nicht verpassen, an denen man sich spätestens aus dem Wasser begeben muss. Meistens sind hier Seile über den Fluss gespannt. Wer nicht über große taucherische Erfahrungen verfügt, sollte sich immer in Begleitung eines auf Flusstauchen spezialisierten Tauchlehrers in die Fluten begeben. Kritisch wird es nach starken Regenfällen. Dann schwindet die sonst passable Sicht und der Fluss wird zum reißenden, braunen Monster.
Ein toller, aber nicht unproblematischer Tauchplatz, liegt am Traunfall. Nicht das Tauchen selbst ist hier die Schwierigkeit, sondern das Hinein-und Herauskommen. Glitschiges Gestein, Sprühnebel vom Wasserfall, steiler Einstieg zum Teil mit einem Sprung verbunden, bergen nicht unerhebliche Risiken…sofern man Pech hat. Allerdings entschädigen das klare Wasser, riesige Regenbogenforellen, Barben und Döbel den etwas kribbeligen Zugang. Wenn man von hier flussaufwärts flosselt, gelangt man in wunderschöne Gumpen und Schluchten, in denen sich das späte Licht des Tages gelb-grün am Grund wieder findet.

Gleitmittel

Scuben ist eine Erfindung von Franz Pramendorfer. Man kann es etwas umständlich mit Flusschnorcheln übersetzen. es trifft aber nicht ganz den Kern. Beim Scuben lässt man sich von den wilden Wassern flussabwärts tragen, schießt an Gesteinsbrocken vorbei, gleitet über glitschige, von Wasser umtosten Felsen und jagt durch schmale Rinnen. Das Erlebnis ist einmalig. Was man auf der zum Teil mehrere Kilometer langen Strecke an Fischen entdeckt, sehen manche nicht mal in 10 Jahren Süßwassertauchen. Ganze Schwärme von Barben, Rotaugen, Rotfedern, Döbel, Hechte, Äschen, Barsche, Huchen, Schleien und Salmoniden aller Art von der Bachforelle bis zum Huchen kommen in Sichtweite und vielfach noch näher. Einziger Nachteil, eine große Kameraausrüstung sollte man nicht mitnehmen. Eventuell eine Digitale Kompaktkamera im Polycarbonatgehäuse. Klein, leicht, transparent und immer auf Schnappschussposition eingestellt. Hier kann man sein persönliches Flussabenteuer genießen, auch wenn man nicht tauchen kann.

Infos
www.flusstauchen.at 
Interview mit Franz Pramendorfer

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