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© Uli Kunz

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Wissenschaft in der Unterwelt

Wer denkt, dass die Epoche der großen Entdeckungen vorüber ist, der irrt gewaltig. Denn die Unterwelt hält garantiert noch einige Überraschungen parat, die den Inhalt der Geschichtsbücher dramatisch verändern könnten. Der moderne Indiana Jones taucht in Höhlen, ist Archäologe und heißt Florian Huber...

Moderne Unterwasser-Archäologie ist Tech-Tauchen pur! Das Tauchen ist dabei „nur“ die Methode, um unter Wasser und in Höhlen seriöse Wissenschaft betreiben zu können. Leidenschaft ist dafür Voraussetzung!
Eine gehörige Portion Coolness, jahrelange Erfahrung und endlose Leidenschaft besitzen die tauchenden Archäologen der Christian-Albrechts-Universität in Kiel. Bernd Humberg sprach mit dem Leiter der Arbeitsgruppe für maritime und limnische Archäologie (AMLA) Florian Huber.

Florian, was verbirgt sich denn hinter dem Kürzel AMLA?

Florian Huber: Im Frühjahr 1997 gründete sich am Institut für Ur- und Frühgeschichte der Christian-Albrechts-Universität Kiel unter der Leitung der Professoren Haffner und Müller-Wille die Arbeitsgruppe für maritime und limnische Archäologie, kurz AMLA genannt. Sie besteht heute aus ausgebildeten Archäologen und Studenten des Instituts für Ur- und Frühgeschichte, die allesamt geprüfte Forschungstaucher sind. Wir haben aber auch Biologen, Geologen und Geographen in unserem interdisziplinären Team. Das Interesse der Arbeitsgruppe besteht in der Integration von Land- und Unterwasserarchäologie in Schleswig-Holstein. Schleswig-Holstein ist bekanntlich durch seine 1190 Kilometer lange Küstenlinie an beiden Meeren, etwa 360 Binnenseen und 21.700 Kilometer lange Fließgewässer geprägt. Diese Gewässer waren schon immer eine hohe wirtschaftliche Komponente, stellten aber gleichzeitig eine Gefahrenquelle für die damalige Bevölkerung dar.

AMLA geht also den Fragen nach welche Rolle die Gewässer bei der Besiedlung spielten, wie diese in Wirtschaft, Handel und Verkehr eingebunden waren und welche Auswirkungen die Besiedlung rückwirkend auf die Küstenregion hat?

Florian Huber: Ja, genau! Voraussetzung, um diese Fragen zu klären, ist eine repräsentative Landesaufnahme über und unter Wasser durch terrestrische und subaquatische Arbeitsmethoden. Neben dieser Hauptaufgabe hat AMLA noch ein Ziel: Nämlich die Vermittlung der Unterwasserarchäologie in der Lehre und der Öffentlichkeit. Wir arbeiten deshalb mit verschiedenen anderen Einrichtungen zusammen, z. B. dem Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein, dem Archäologischen Landesmuseum Schleswig-Holstein, dem Leibniz-Institut für Meereswissenschaften IFM-GEOMAR, dem Forschungstauchzentrum der CAU Kiel und dem Institut für Ur- und Frühgeschichte, in welchem die AMLA beheimatet ist. Die Universität Kiel ist im Übrigen die einzige Uni in Deutschland, in der Unterwasserarchäologie in Forschung und Lehre betrieben und angeboten wird. Des Weiteren bietet die AMLA unterwasserarchäologische Kurse und Seminare für Sporttaucher an, um auf das kulturelle Erbe unter Wasser aufmerksam zu machen.

Welche Forschungsschwerpunkte gibt es noch?

Florian Huber: Wir arbeiten hauptsächlich in Schleswig-Holstein. Dort beschäftigen wir uns viel mit versunkenen Schiffswracks, aber auch steinzeitlichen Siedlungen und wikingerzeitlichen Hafenanlagen. Der Mensch war seit jeher mit dem Wasser eng verbunden, seine materiellen Hinterlassenschaften, die sich unter Luftsauerstoffabschluss oft bestens erhalten haben, helfen uns, seine kulturelle Entwicklung besser zu verstehen.

Unter anderem betreibt Ihr aber auch ein Projekt in Mexiko, kannst Du uns hierüber Näheres erzählen?

Florian Huber: An Mexiko reizen uns eigentlich zwei Dinge: Zum einen ist die Archäologie in den Höhlen und Cenoten noch gänzlich unerforscht und dazu äußerst spannend. Bislang ist nicht abzusehen, welche wissenschaftlichen Schätze noch „da unten“ schlummern. Das, was wir aber bisher gefunden haben, lässt Großes erahnen… Zum anderen ist es die taucherische Herausforderung. Höhlenforschungstauchen ist aufwendig und kompliziert, genau das macht die Sache für uns so spannend. Die Höhlen sicher zu betauchen und dann noch Wissenschaft auf höchstem Niveau zu betreiben – das zeichnet unsere Arbeitsgruppe aus. Hinzu kommt natürlich die unglaublich faszinierende und einzigartige Unterwasserwelt in den mexikanischen Höhlensystemen – da macht das Arbeiten doppelt Spaß!

Welche Eurer Forschungsergebnisse stechen besonders hervor?

Florian Huber: Unsere Arbeitsgruppe hat in den vergangenen Jahren an vielen Projekten mitwirken können.  So waren wir über 6 Jahre an der Erforschung einer Siedlung aus der Steinzeit bei Neustadt in Ostholstein beteiligt und sind derzeit aktiv in den Seen hier im Lande unterwegs. Dort untersuchen wir die darin gelegenen Inseln, welche durch Seespiegelschwankungen heute teilweise unter Wasser liegen und sich dadurch archäologisches Fundmaterial  sehr gut erhalten hat. Wir finden dort Reste von slawischen Brückenanlagen, Uferbefestigungen, haben eine mittelalterliche, hölzerne Burg im Wasser lokalisieren können und fanden zuletzt zwei Beile aus der Bronzezeit – mit Sicherheit ein Depotfund. Und unsere Feuerstelle in Mexiko, die 8400 Jahre alt ist, und heute unter Wasser liegt, ist natürlich auch nicht schlecht...

Wie sehen Eure Pläne und Deine persönlichen Ziele für die Zukunft aus?

Florian Huber: Wir werden sicher weiter in Schleswig-Holstein aktiv sein – das maritime Erbe hier ist enorm. Allerdings wollen wir auch weiter in Mexiko arbeiten. Ich persönlich würde in Zukunft aber auch gerne im Mittelmeer aktiv werden. Besonders Wracks die nur mit Trimix erreicht werden können, würden mich dabei reizen. Es gibt nicht so viele Unterwasserarchäologen, die in diese Tiefen vordringen können und wollen – unsere Arbeitsgruppe kann und will (Florian lacht...).

Mal ehrlich! Wie finanziert man solche umfangreiche Projekte mit einem derart großen Materialaufwand?

Florian Huber: In der Tat ist das nicht einfach. Geld ist in der Archäologie immer knapp. Und in der Unterwasserarchäologie ist das nicht anders. Aber wenn man spannende und innovative Projekte startet, die sowohl Wissenschaft, als auch Öffentlichkeit interessieren, dann findet man in der Regel auch Geldgeber.
Unser Mexiko Projekt wird derzeit von der Lighthouse Foundation gefördert, wofür wir sehr dankbar sind. Und das auf drei Jahre angelegte „Inselprojekt“ in den Seen wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert. Viele unserer Taucheinsätze finden aber auch unentgeltlich statt. Da wir alle extrem motiviert sind und auch privat viel tauchen, stecken wir auch einiges unseres verdienten Geldes in die eigene Tauchausrüstung – und die ist beim technischen Tauchen endlos erweiterbar.

Stichwort Tauchausrüstungen. Wie kam es zu der Kooperation mit Mares?

Florian Huber: Als langjähriger Sporttaucher kenne ich natürlich Mares und die Produktpalette. Mares ist ein großer Hersteller mit einer langen Tradition. Aus diesem Grund habe ich mich bei Mares gemeldet und das Mexiko-Projekt vorgestellt. Auf der Boot 2010 kam es dann bei einer guten Tasse Kaffee zu dieser Zusammenarbeit, worüber wir sehr froh sind.

Ihr plant den Einsatz von ICON Tauchcomputern? Welche Bedeutung hat diese Technik im wissenschaftlichen Einsatz?

Florian Huber: Wir brauchen Tauchcomputer, auf die wir uns absolut verlassen können. Die Tatsache, dass der Icon über einen Kompass verfügt und die Möglichkeit bietet Karten auf ihm zu speichern, ist für uns ideal. Das neue Farbdisplay ist leicht und schnell abzulesen und gibt uns in den dunkeln Höhlen Yucatáns ein sicheres Gefühl. Außerdem ist die Bedienung sehr einfach und intuitiv. Nach den Tauchgängen können wir die Daten sofort auslesen und im Computer weiterverarbeiten. Dass der Icon sehr robust verarbeitet ist, kommt uns natürlich auch sehr gelegen.

Florian, vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg in der Unterwelt!


Wer ist Florian Huber?

Florian Huber (geb. 28.08.1975 in München) studierte von 1997 bis 2004 Ur- und Frühgeschichte, Anthropologie, Nordische Philologie und Ethnologie in München, Umeå (Schweden) sowie in Kiel. Seit 2005 Leiter der Arbeitsgruppe für maritime und limnische Archäologie (AMLA); seit 2007 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Ur- und Frühgeschichte der CAU Kiel mit Schwerpunkt Unterwasserarchäologie und historische Archäologie. Ausbildung zum geprüften Forschungstaucher (ausbildungsberechtigt nach GUV-R 2112), Tauchlehrer (TDI-SDI / PADI), Höhlentaucher (NACD) sowie Mischgastaucher (TDI / GUE). Begeisterter Sporttaucher seit 1992 …

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