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EDITORIAL

Michael Goldschmidt

Liebe Leserinnen und Leser,

ich weiß nicht, wie lange Sie sich schon dem Tauchsport verbunden fühlen und wann Sie Ihre Ausbildung diesbezüglich begonnen haben.
Ich oute mich hier als „Oldie“ und an meinem Brevet – Pass könnte man ein „H“ Kennzeichen anheften, wäre die Verlängerung der Sporttauchlizenz kostenpflichtig.
Ein Tauchsportbrevet in Form eines Reisepass, das kennen wohl nur wenige meiner Leser. Plastikkarten sind ja schon länger hipp und bringen jede Geldbörse zum Platzen, steckt man auch nur annähernd all die Kärtchen ein, die man zur Legitimation, Bezahlung oder Rabattgutschrift ständig bei sich tragen müsste.
Schaue ich auf meinen Taucherpass, der für die Laufbahn eines Sporttauchers bis hin zum Tauchlehrer mit höchsten Weihen entsprechende Seiten enthält, ist das „moderne“ Kartensystem ein deutlicher Rückschritt. Hatte ich ein geprüftes Ausbildungslevel erreicht, wurde dies vom Tauchlehrer vor meinen Augen mit Stempeln und  Unterschrift im Taucherpass bestätigt. Das war und ist gut bis heute, nur die „modernen Zeiten“ haben so vieles so kompliziert gemacht. Die Welt der umweltschädlichen Plastikkarten regiert die Tauchsportausbildung.   
Blättere ich durch meinen Taucherpass, sind neben zwei Seiten mit den in Spalten gegliederten Bescheinigungen für tauchärztliche Untersuchungen weitere 6 Seiten für die Bestätigung erreichter Ausbildungslevels vorhanden. Taucher 1* bis Tauchlehrer 3*. Mehr nicht. Und mehr braucht es auch nicht, denn in der gut organisierten und sicher auch intensiveren Ausbildung der 80er Jahre des letzten Jahrtausends – ja, das liest sich gut – wurde allgemein gute Arbeit geleistet,  Interessierte zu selbständigen und selbstbewussten Tauchsportlern auszubilden. Und ich sage offen, dass die in Europa angesiedelte Dachorganisation des Tauchsports, die CMAS, frühzeitig eine hohe Kompetenz erwarb, die Grundlagen für eine fundierte Ausbildung für alle Taucher zu formulieren.
Und heute? Die CMAS gibt es erfreulicherweise immer noch und es gibt einige Verbände, die sich wie das kleine gallische Dorf gegen Cäsar nun gegen die Plastikfabriken von PADI und SSI auflehnen.
Da nehme ich meinen Hut ab und verehre diese Verbände, die allerdings auch nicht umhinkommen, den Plastikkartenunfug mit zu tragen. 
Und schaue ich auf das Portfolio der Ausbildungsverbände – die schließlich in erster Linie Einnahmen generieren wollen – dann bekomme ich einen dicken Hals, was mittlerweile alles an Specials und Sonderbrevets angeboten und als unbedingt notwendig verkauft wird. Mich beschleicht dabei das Gefühl, als wäre vieles auf eine geistig behinderte Kundschaft ausgelegt. 
Und auf diesen Plastikkartenschrott haben viele, die ohnehin schon eher mühsam in den letzten Jahren für eine Berührung mit dem Tauchen rekrutiert werden konnten, keinen Bock.
Ach ja, der Plastikmüll in den Meeren bereitet schon große Probleme, da sollte die Tauchsport – Ausbildungsindustrie mal darüber nachdenken.


Herzliche Grüße, Ihr

Michael Goldschmidt
 

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