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EDITORIAL

Michael Goldschmidt

Liebe Leserinnen und Leser,

die dunkle Jahreszeit wird ja schon lang durch mögliche und unmögliche Lichtobjekte, Lichterketten und Lichteffekte dahingehend überstrahlt, dass dem eigentlich erhellenden 24.12. schon vorher der prunkvolle Glanz aus den Segeln genommen wird. Dank LED Technologie schlägt sich das in der Stromrechnung bedauerlicherweise  kaum noch nieder. 
Da bin ich richtig froh, dass es noch keine tauchtauglichen, akkubetriebenen Lichterketten für`n Appel und`n Ei gibt, denen man in 20, 30 Meter Tiefe, an Steilwänden verankert, begegnet, die die dort unnötigerweise in Nischen dekorierten Bierflaschen oder Gartenzwerge mit einem Hauch Ewigen Lichts überziehen. Ich möchte es nicht beschreien, aber meine alptraumhafte Vision greift sicher noch ein attestiert stickstoffgeschädigter Tauchgenosse auf, um dann mit schiefem Grinsen seine worldwide einmalige Unterwasserdeko den Spezeln vorzuführen.  
Das Horrorszenario kann noch ausgeweitet werden. Mit der Lichterkette werden auch noch Unterwasserlautsprecher versenkt, aus denen „Wham`s  - Last Christmas“ herausjammert.
Dass das nicht nur den Tatbestand aktiver Körperverletzung erfüllen würde, sondern auch diskriminierend einzustufen wäre, darüber machen sich wohl die Wenigsten irgendwelche Gedanken. 
Ach so, Sie verstehen das nicht?

Einfaches Beispiel.

Sie haben ihren Lieblingsguide von der Tauchbasis oder dem Safariboot in Ägypten großzügig zu sich eingeladen, um ihm mal Ihre wunderbaren Tauchplätze zu zeigen. Selbstverständlich haben Sie den Flug und alles, was dazu gehört organisiert und bezahlt. Denn, nennen wir Ihren Gast einfach Mostafa, Mostafa kann sich mit seinem kärglichen Gehalt, das er sich mit der Zubereitung Ihrer schönsten Tauchstunden im Roten Meer verdient, so eine Reise niemals leisten.
Und Sie leben, vielleicht nahe des Starnbergersees, nahe der Steilwand. Sie sind von der unsäglich weihnachtlichen Dekoration an der Steilwand völlig high, sie sieht aus, wie das Weihnachtsland bei Karstadt oder IKEA oder….
Also, sie haben den armen Mostafa so gut es geht in eine Ausrüstung verpackt. Trocki is nicht, kann er eh nichts mit anfangen. Neo ist gut genug. Wie sonst auch alles gut genug sein muss, kein zweites Reglersystem usw., usw.
Kalt, da muss er durch. Die Jungs sind ja hart. In der Wüste wird’s auch kalt. Davon haben Sie gehört.
Dann tauchen Sie mit Mostafa, der immer gut auf Sie aufgepasst hat, an der Steilwand ab.
Hey, mindestens 30 Meter muss schon sein, da beginnen erst die jahresendzeitlichen Installationen. Die Lichterkette schält sich langsam aus dem Graugrün der Tiefe, umgekehrt proportional zur Kälte, die Mostafa zu überwältigen droht. Er beginnt bereits zu phantasieren und glaubt hoffnungsvoll, die Lichterkette selbst sei grün. Und dann noch diese Musik. Diese furchtbare Musik. Die Worte versteht er nicht, aber er versteht, wie falsch diese Musik ist. Sie richtet sich auf fiesem Weg nicht an die Menschen direkt, sondern an das kauffreudige Unterbewusstsein. Mit letzter Kraft und einer wunderbaren Erkenntnis zum merkantilen Missbrauch hoher Feiertage im Abendland taucht Mostafa auf.
Ich bin glücklich, dass Mostafa den erdrückenden Weihnachtstsunami überlebt hat, der hierzulande vom aktiven und passiven Geschenktrieb überwältigte Menschen manipuliert.

Mostafa ist dann an Weihnachten unser Gast und bewundert, wie das so abläuft, mit dem Essen, dem Baum mit manchmal mehr und manchmal weniger echten Kerzen, den verpackten Geschenken und er fühlt sich wohl.
Er muss es ja nicht übernehmen, sein Leben ändern. Dabei sein zu können, ein nicht psychisch und kaufmännisch ferngesteuertes Weihnachten zu erleben,  sich selbst ein Bild machen zu können, das war uns wichtig.
Der nicht fiktive Mostafa (Name von der Redaktion geändert) lebte schon 27 Jahre in Deutschland, bevor er eingeladen war, den 24.12. mit uns zu verbringen. Es war sein erster Weihnachtsabend. Und wir hatten viel Spaß.

Ach ja, suchen Sie noch nach passender Lichtdeko für Haus und Garten, um Ihr Hobby Schnorcheln und Tauchen nach außen zu tragen? Da gibt’s schon ewig aus dem US Gebräucheumfeld die Christbaumschnorchel…..

Ich wünsche Ihnen wie immer eine stressfreie Adventszeit, ein herzliches, ehrliches Weihnachtsfest und einen gesunden Rutsch nach 2018….


… und freuen Sie sich auf unser überraschend neues Magazin UnterWasserWelt ab Januar 2018


Ihr Michael Goldschmidt
 

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