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© Kurt Maring  Prison Island / Cocos - Karen Gebhard

Kurt Maring, Airlie Beach, Whitsunday, Australien, Fotos Karen Gerhard  1.05

Die Cocos (Keeling) Inseln sind zwei kleine Atolle, 3000 km nordwestlich von Perth entfernt. Sie sind nur ein kleiner Tropfen im Indischen Ozean und so unbedeutend, dass die alten Kolonialmächte sie nicht einmal in Besitz nehmen wollten. Die Inseln wurden nur durch eine Verwechslung dem Britischen Königreich einverleibt. Trotz der Bedeutungslosigkeit gibt es eine blumige Vergangenheit die auch heute noch Exzentriker anlockt.

Erst 1955 wurde Cocos offiziell dem australischen Territorium zugeordnet. Die beiden Atolle mit 27 Inseln und Inselchen waren bis 1978 in Privatbesitz, als sie von Australien für 6,25 Millionen AU$ gekauft wurden. Früher wurde Kokosöl und Kopra produziert, doch diese Zeiten sind längst vorbei. Die Palmenplantagen sind zu einem üppigen Wald verwildert. Heute sind nur noch zwei der Inseln bewohnt. Man versucht den Tourismus zu fördern, doch der weitaus grösste Arbeitgeber ist die Verwaltung.
Die Gegend hat durch ihre Schönheit bestimmt Potential, aber durch die Winzigkeit wird sie nie ein Ort des Massentourismus werden. Unter den Weltumseglern ist die Lagune des Atolls gut bekannt. Sie wird von den ewig Reisenden als einer der 10 schönsten Ankerplätze aller Ozeane bezeichnet. Es ist wirklich zauberhaft zwischen dem Morgen- und Nachmittagtauchgang auf einem der unbewohnten Palmeninselchen, die die Lagune hufeisenförmig umfassen zu picknicken. Es lohnt sich nur schon allein wegen der Schönheit der Umgebung die Gegend zu besuchen. Aber ausser dem Tauchen und einem Golfplatz, der gleichzeitig als Start- und Landebahn des kleinen Flupplatzes dient, läuft gar nichts.
Die hauptsächliche Infrastruktur mit Flugplatz, der gut geführten Tauchbasis und den Unterkünften in Ferienwohnungen befindet sich auf der Westinsel. Es gibt auch eine Bar und ein Restaurant. Die ganze Insel von 12 km Länge ist mühelos mit dem Fahrrad zu erkunden. Das Home Island wird mit ca. 400 Einwohnern von malaiischer Abstammung bewohnt, deren Einkünfte weitgehend vom Staat stammen.
Die kurzen Anfahrtswege gestalten das Tauchen sehr bequem. Die 25 Tauchplätze in und um die Lagune sind schnell erreichbar, ausser den Plätzen beim Nordatoll, die nur bei optimalen Windbedingungen und beruhigtem Seegang erreichbar sind. Bei unserem Besuch im November war es leider nicht möglich das Nordatoll zu besuchen.

Großes in der Lagune

Die Makrolinse wird nicht benötigt, denn es ist Großes zu erwarten. Die Lagune ist ein Sammelplatz für Plankton und das lockt die Mantas, nicht die moderaten Exemplare vieler tropischen Meere, sondern die echten Giganten, wie sie sonst nur im Südpazifik zu finden sind. Sie kreisen gerne um einen Felsen bei 40 m Tiefe. Mit der leichten Strömung fliesst  sauberes Wasser in die Lagune. Die Sicht ist hervorragend und es ist nicht einmal notwendig sich bis zum Ablauf der Nullzeit auf dieser Tiefe aufzuhalten, denn die majestätischen Tiere machen gerne einen Ausflug zu den Tauchern, wo immer sie sind. Aber die Mantas sind nur eine Zugabe, denn der eigentliche Grund der weiten Reise für uns ist das Seekuh (Dugong)  “Kate“, die seit zwei Jahren regelmässig beobachtet wird. Das Meer ist kein Zoo, in dem die Tiere zum Ergötzen der Besucher eingesperrt sind. In der freien Natur besteht natürlich ein Risiko, dass sich so eine seltene Dame rar macht, was auch tatsächlich ab und zu vorkommt. Aber das Glück ist auf unserer Seite. Schon beim ersten Versuch haben wir sie gehört, sie war jedoch ausser Sichtweite.
Dugongs pfeifen ähnlich wie Delfine. Bei jedem weiteren Tauchgang hatten wie das Vergnügen sie nicht nur zu hören, sondern Kate näherte sich uns auf Sichtweite. Keiner weiss wie das Dugong zum Atoll gekommen ist. Es mangelt nicht an Seegras, aber bis jetzt wurden keine weiteren Exemplare gefunden. Der Ort der Begegnung - Cannon Balls - ist auch nicht eine Stelle, an der sich Dugongs normalerweise aufhalten, sondern es scheint eher eine Art Spielplatz zu sein, wo die einsame Meerjungfrau Unterhaltung oder vielleicht sogar Anschluss sucht. Es war kein schwieriger Entschluss jeden Tag dort einen Tauchgang zu machen, das heisst von den 12 Tauchgängen im Atoll haben wir 6 an der Dungongstelle absolviert. An dieser Stelle ist denn auch immer viel Trubel und das Dugong kann sich über mangelnde Abwechslung nicht beklagen: Da wären als erstes die Mantas, dann ein Schwarm Fledermausfische, schlafende Weisspitzen Haie, Barrakudas, am Abhang patroullierende Graue Riffhaie, ein ausgewachsener Schwarzspitzen Hai, ein übergewichtiger Napoleon, Tintenfische mit viel Verständnis für fotografierende Taucher, um nur dasWichtigste zu nennen, das nicht zu übersehen ist. Aber das alles wird vom Dugong überragt. 

Dugongs oder Seekühe werden 3 Meter lang und bis zu 400 kg schwer. Die zwei Familien der Seekühe gehören zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten. Von den Rundschwanzseekühen, den Manatis in Florida, gibt es nur noch 1600 Stück. Die Gabelschwanzseekühe, die Dugongs, sind mit ca 4000 Stück noch etwas weiter verbreitetet. Die grösste, aber ebenfalls stark rückläufige Population befindet sich im Nordosten von Australien.  Die Regierung  macht einige Anstrengungen, um das Aussterben zu verhindern, aber unsere Zivilisation wird wohl früher oder später überhand nehmen. An solche Dinge wird kaum gedacht, als wir auf dem Heimweg den Delfinen begegneten.  Durch das Motorboot angelockt ist es möglich mit ihnen zu schwimmen. Die eleganten Schwimmer fordern die hilflos im Wasser strampelnden Menschen zum Spiel auf. Die Mutter zeigt stolz ihr Junges, das im Übermut aus dem Wasser springt. Auf dem Grund  spielen zwei Delfine Ball mit einer Seegurke. Ein Bild für die Götter! Einen ebenfalls göttlicher Anblick bietet der „Cabbage Patch“, ein Tauchplatz bei dem die grüngold leuchtenden Blattkorallen (Turbinaria cf reniformis Bernhard) sich über eine Länge von 100 m dominant verbreitet haben und eine bizarre Berg- und Tallandschaft formen. Sonst ist es unter Wasser bei den Cocos Inseln nicht allzu farbenfreudig.

Fazit

Klima und Tauchbedingungen sind praktisch das ganze Jahr gut.
Die weite Reise zu den Cocos (Keeling) Inseln lohnt sich bestimmt, vor allem wenn man glaubt bereits alles gesehen zu haben. Es ist der ideale Ort für Individualisten, die nicht im grossen Strom mitschwimmen, sondern das Besondere schätzen.  Die Kombination mit einem Tauchurlaub auf Christmas Island, dem nächsten Nachbarn, ist zu empfehlen, denn die beiden Inseln liegen entlang der selben Flugroute. Es werden auch kombinierte Tauchpakete angeboten. Die Inseln sind ab Perth und Indonesien erreichbar.

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