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© Gerald Nowak / UnterWasserWelt

by Gerald Nowak (Fotos) & Sibylle Gerlinger (Text) 5.08

Curaçao – die voll erträgliche Leichtigkeit des Tauchens

„Don’t judge a book by it’s cover“, heißt es im Englischen. Man soll ein Buch nicht nach seinem Deckel beurteilen. Ein Rat, der für jeden Curaçao-Novizen hilfreich sein könnte. Die ABC-Insel ist schon seit ihrer Entdeckung ein wichtiger Handelstützpunkt und war lange Zeit ein Umschlagplatz für Rohöl aus dem nahen Venezuela. Da fallen nach dem Verlassen des Flughafens zunächst die Erdölsilos in der kargen Landschaft auf. Jetzt heißt es „Augen zu und durch“, schließlich sind die mächtigen Tanks bald hinter den Hügeln verschwunden. Dafür zeigen die Nummernschilder der Autos gleich die Gastfreundschaft der Insulaner.


„Bon bini“ steht dort, „Herzlich Willkommen“. Ihre Schokoladenseiten offenbart die spröde Schönheit Curaçao aber erst auf den zweiten Blick. Die sind jedoch so überzeugend, dass ein weiteres englisches Sprichwort in den Sinn kommt: You never have a second chance to make a first impression. Du bekommst keine zweite Gelegenheit, um sich einen ersten Eindruck zu machen und das ist in diesem Fall auch gut. So kann man sich nämlich mit Begeisterung auf den zweiten Eindruck stürzen und der ist prägend. Neben dem Charme ihrer Hauptstadt Willemstad sind es vor allem die einsamen, weißsandigen Kuschelbuchten, die Urlauber hier so glücklich machen. Taucher bekommen feuchte Augen beim Gedanken an die traumhaften Tauchplätze entlang des Saumriffs, das sich im glasklaren Türkis vor der Südküste der Insel erstreckt.

Wir haben uns am Westzipfel der Insel einquartiert, vor dem die Entwicklung der letzten Jahre nicht Halt gemacht hat. Doch Curaçao hat es irgendwie geschafft, dem Zahn der Zeit überwiegend positive Veränderungen abzugewinnen. War „Westpunt“ früher allenfalls bei unternehmungslustigen Tauchern bekannt, so ist dort heute mit verschiedenen kleinen Hotelanlagen, dem komfortablen Kura Hulanda Beachresort und dem Quartier unserer Wahl, den All West Apartments, eine überschaubare touristische Infrastruktur entstanden, die der Gegend nichts von ihrem ursprünglichen Gesicht nimmt. Zum Essengehen empfiehlt sich übrigens „Jaanchie’s“, mit einheimischen Spezialitäten, unter der Führung des gleichnamigen Inselunikums.

Von der Terrasse unseres geräumigen Apartments in seinem kanariengelben Bau blicken wir auf den „Playa Grandi“, an dem die kleinen Fischerboote vom „Banco de Caribe Peer“ ablegen. Jeden Abend versinkt die Sonne dramatisch im Meer, dazu streicht eine leichte Brise über das Wasser und lässt die Karibik sachte plätschern. Pünktlich zur Blauen Stunde kommt eine kleine Armada Schildkröten ins knöcheltiefe Wasser gepaddelt und nagt dort im Akkord die Steine ab, bis der Panzer kracht.

Die Tauchbasis Ocean Encounters West befindet sich eine Bucht weiter, am Strand von Playa Kalki, unterhalb des Kura Hulanda Resorts. Im Apartmentkomplex befindet sich jedoch eine Füllstation, die stets volle Flaschen bereithält. Und damit sind wir schon bei den vielleicht größten Stärken, die Taucher auf Curaçao genießen – Freiheit und Leichtigkeit. Wer kann und will, geht hier nämlich alleine tauchen. Dafür benötigt man zwei Dinge. Erstens: die Befähigung, ohne Guide zu tauchen und zweitens: einen Mietwagen. Nirgendwo sonst können Taucher so selbstständig und ungebunden über den Tauchplatz, den Tauchgang und den Zeitpunkt dafür entscheiden, wie auf den Niederländischen Antillen. Es herrschen karibische Bedingungen, also: Warmes Wasser, kaum Welle, kaum Neopren, kaum Blei. Einfacher geht’s wirklich nicht. Dann schnappt man sich morgens volle Flaschen und steht vor der quälenden Frage: an welchen Strand wollen wir denn heute zuerst fahren oder unternehmen wir lieber einen Bootstauchgang von der Basis aus? Wer sich nicht entscheiden kann, steigt eben einfach am Strand ins Wasser. Nur wenige Meter entfernt grüßt ein sitzender Neptun, dessen Antlitz dicht mit Röhrenschwämmen besetzt ist. Das Riff läuft in sanften Schwüngen dem Grund entgegen, im karibischen Vergleich fallen der Fischreichtum und die Artenvielfalt angenehm auf. Wie an den meisten Plätzen überwiegt der Bewuchs mit Hartkorallenarten. Alternativ steht das Hausriff der Ocean Encounters West zur Verfügung, das direkt am Bootssteg der Basis beginnt. „Alice in Wonderland“ macht seinem Namen alle Ehre. Flöten- und Ritterfische, Lobster, Muränen und ein gelber Anglerfisch gehören zu den Highlights im bunten Getümmel. Trotzdem lohnt ein Bootstauchgang am Westende Curaçaos immer. „Watamula“ markiert den westlichsten Zipfel der Insel, den man ohne Boot nicht erreicht. Hier treffen verschiedene Strömungen auf einander, das marine Leben unterscheidet sich von allen anderen Plätzen Curaçaos. Auch das von Ocean Encounters eigens versenkte Flugzeugwrack liegt in diesem Bereich. Mit einer Tiefe von etwa 15 Metern ist die Fokker das ideale Einstiegswrack für Ungeübte. Außerdem macht man nur auf diese Weise Bekanntschaft mit „Tuki“, dem durchtrainierten Energiepaket. Er ist Tauchlehrer, Bootsführer, wandelndes Lexikon und gäbe es einen Preis für Curaçaos größte Quasselstrippe, Tuki würde ihn regelmäßig gewinnen! Tuki redet sogar beim Tauchen und wenn er niemanden findet, der ihm zuhört, dann spricht er eben mit den Fischen…kurzum, man muss ihn einfach lieben!

Wir wollen für einige Tage mit dem Auto die Buchten westlich von Willemstad betauchen. Einen echten Favoriten können wir am Ende jedoch nicht ausmachen. Jede Bucht, jeder Tauchplatz hat seinen eigenen Reiz und alle sind leicht zugänglich. Mushroom und Sponge Forrest mit ihren riesigen Korallen- und Röhrenschwämmen sowie das Hausriff des Habitat Resorts gehören für uns jedoch zu den Favoriten der von Land aus zugänglichen Riffabschnitte. Allerdings wäre ein Tauchurlaub auf Curaçao nicht vollständig, ohne den Besuch des berühmtesten Wracks, der „Superior Producer“.
Das Hauptquartier der Ocean Encounters befindet sich im Sea - Aquarium, östlich von Willemstad und bietet regelmäßig Bootsausfahrten dorthin an. Der 80 Meter lange Frachter war 1977 voll beladen mit Luxusgütern auf dem Weg nach Venezuela, als kurz nach Verlassen der Hafenausfahrt von Willemstadt die Ladung kippte. Im Nu sank das Schiff in Fahrtrichtung und steht seither in 32 Metern Tiefe aufrecht im Sand. Ein dichter Bewuchs aus Korallen, Schwämmen und Anemonen hat den Rumpf überzogen, die Laderäume sind offen und betauchbar, die häufige Strömung zieht große Fischschwärme an.

Auf dem Rückweg genießen wir die Stimmung im kolonial - holländisch anmutenden Willemstad. Punda, das Viertel östlich der Anna Bay, ist ein wahres Shoppingparadies. Die westliche Seite, Otrobanda, bestand bis vor wenigen Jahren überwiegend aus den Ruinen alter Landhäuser. Seit der holländische Geschäftsmann und Visionär Jakob Gelt Dekker hier ein weltweit einzigartiges Hotelprojekt realisiert hat, ist alles anders. Er kaufte das Abrissviertel, baute die historischen Gebäude originalgetreu wieder auf und eröffnete das Hotel Kura Hulanda Spa & Casino, ein Luxus Boutique Hotel mit 80 Zimmern in kolonialem Ambiente. Wer heute durch die Anlage schlendert, merkt kaum, dass er sich inmitten eines Hotelkomplexes befindet. Enge Gassen mit Kopfsteinpflaster, Treppen, Nischen, Marktplatz und Skulpturengarten laden zur Entdeckungstour und vermitteln das Gefühl, durch historische Straßen zu spazieren. Da plätschert der Wasserfall eines tropischen Pools, bieten verschiedene Cafés und Restaurants lauschige Plätze zum Verweilen und Staunen. Sogar das anthropologische Museum der Insel befindet sich innerhalb der Anlage. In nächster Nähe eröffneten weitere gemütliche Restaurants, Bars und Shops, die Otrobanda in neuem Glanz erstrahlen lassen.

Es ist Abend, wir sitzen bei einem Cocktail im „Gouverneur de Rouville“ und blicken auf die Lichter von Willemstad. Die bunten Lampen der hundertjährigen Pontonbrücke „Queen Emma Bridge“ funkeln in allen Bonbontönen, als sie sich lautlos öffnet, um einem riesigen modernen Containerschiff die Einfahrt in den Hafen zu ermöglichen. Wir heben unsere Gläser und prosten ihm zu: „Bon bini“, Willkommen auf Curaçao!

Infos Curaçao

Allgemein
Mit 444 Quadratkilometern ist Curaçao die größte der Niederländischen Antillen und liegt 70 Kilometer nördlich von Venezuela. Typisch für ihre trockentropische Vegetation sind Kakteen, Agaven und dichtes Buschwerk. Stellenweise bilden Akazien, Tamarinden und andere tropische Laubbäume dichte Wälder. Ziegen und Leguane gehören zu den vierbeinigen Bewohnern der Insel, der Luftraum gehört Papageien und zahlreichen bunten Singvögeln, allen voran der Trupial und der allgegenwärtige Zuckerdieb.

Anreise
KLM fliegt täglich und Martinair dreimal die Woche ab ca. 580 € von Amsterdam in ca. 10 Stunden nach Curaçao. Zubringer von allen deutschen Flughäfen.

Einreise
EU-Bürger benötigen einen Reisepass, der bei Ausreise noch 6 Monate gültig ist.

Klima/Reisezeit
Curaçao ist ein tropisches Ganzjahresziel, mit annähernd gleich bleibenden Temperaturen (Luft um 30–35 Grad, Wasser ca. 27 Grad). Eine kontinuierliche Brise aus Osten erfrischt bei hohen Temperaturen. In der Regenzeit von Oktober bis Februar ist mit gelegentlichen, kurzen Schauern zu rechnen, die häufig nachts fallen. Die Niederländischen Antillen gehören zu den Inseln unter dem Wind und liegen außerhalb des Hurrikangürtels.

Gesundheit
Die Insel verfügt über einen hohen Lebensstandard und sehr gute hygienische Verhältnisse. Das Trinkwasser kommt aus einer zentralen Meerwasserentsalzungsanlage, ist von hervorragender Qualität und kann überall auf der Insel getrunken werden. Das Gesundheitswesen entspricht holländischem Standard, es gibt mehrere Ärztezentren. Das St. Elizabeth Hospital in Willemstad kann innerhalb von 20 Minuten von jedem Ort der Insel aus erreicht werden, ist sehr modern und hat ein Dialysezentrum (vor der Reise anmelden).

Sprache
Holländisch, Spanisch, Englisch und Papiamentu.

Geld
Niederländischer Antillen Gulden (Nfl.) ist an den Dollar gekoppelt. 1 Nfl = 0,367 € / 1 € = 2,72 Nfl (Stand Mai 08). Euro und Dollar werden vielfach akzeptiert, ebenso Kreditkarten. Das Preisniveau entspricht etwa dem deutschen.

Küche
Kreolische Küche, frischer Fisch, mildes Ziegengulasch gehören zu den einheimischen Spezialitäten. Von gebratenem oder gekochtem Leguan muss abgeraten werden, da die Tiere lebendig in kochendes Wasser kommen. Selbstversorger finden in den großen Supermärkten fast ein aus Deutschland vertrautes Sortiment.

Tauchen
Kaum irgendwo ist das Tauchen einfacher, als auf Curaçao. Die Insel ist quasi von einem riesigen Tauchgebiet umgeben. Besonders im Westen, wo sich Badebucht an Badebucht reiht, kann man praktisch überall dort tauchen gehen, wo man das Wasser erreicht. Die Riffstrukturen sind sehr verschieden. Während es im Osten zahlreiche Steilwände gibt, befinden sich im Westen eher abfallende Hänge und Korallengärten. Mehrere attraktive Wracks runden das Tauchmenü ab. Da die meisten Plätze von Land aus erreicht werden können, empfiehlt es sich, ein Auto zu mieten (ca. 60€/Tag inkl. Versicherung). Taucher mit entsprechendem Brevet können selbständig tauchen gehen. Schwämme, Hart- und Fächerkorallen stehen dicht an dicht in Tiefen von 5 bis 60 Meter, der Fisch- und Artenreichtum ist für die Karibik überdurchschnittlich. Großfisch ist hingegen selten.         Tauchen: www.oceanencounterswest.com                             Wohnen: www.allwestcuracao.com 

Weitere Infos
Fremdenverkehrsamt Curaçao, Bayerstr. 16a, 80335 München, Tel. 089-51703296, www.curacao.de , eMail: info@curacao.de

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