Ägypten: Air Cairo und Fly Egypt starten wieder ab Deutschland zu Zielen am Roten Meer

Seit Ende Dezember 2018 wieder im Anflug auf Deutschland

Air Cairo
Grafik: Website Air Cairo

Seit Ende Dezember 2018 sind die Fluglinien Air Cairo und Fly Egypt wieder aktiv im Deutschlandgeschäft. Anfang Dezember war ihnen die Erlaubnis entzogen worden, deutsche Flughäfen anzusteuern. Für die davon betroffenen Reiseveranstalter und Fluggäste ergab sich von einem Tag auf den anderen eine schwierige Situation, da die Maßnahme zuvor nicht angekündigt worden war.

Wie das Onlineportal „airliners.de“ berichtet und der auf Ägypten spezialisierte Veranstalter ETI bestätigt, haben die Chartergesellschaften Air Cairo und Fly Egypt den Flugbetrieb wieder aufgenommen, allerdings von vormals 13 auf nun 10 deutsche Airports reduziert. Für den Winterflugplan wurden noch weitere Streichungen angekündigt, die mit dem jahreszeitlich bedingt geringeren Gästevolumen begründet werden. Um dem festgestellten Zuwachs der Buchungen zukünftig gerecht zu werden, kündigte Air Cairo (Hauptanteilseigner ist die der staatliche Egyptair) für die kommenden Jahre den Ausbau der Flotte von bisher 9 auf 20 Maschinen an. Schon 2019 soll der Zuwachs bei 15% liegen.

Das Luftfahrt-Bundesamt bestätigte auf Anfrage, dass bereits am 21. Dezember 2018 das vorrübergehende Flugverbot aufgehoben worden sei. Den Grundsätzen der Behörde folgend, gab es keine Erklärung zu den Hintergründen der Maßnahme.

Wie verlautet, waren für das Flugverbot keine technischen Sicherheitsmängel verantwortlich. Vielmehr hatten sich beide Gesellschaften nicht an das Verbot des Luftfahrt-Bundesamts gehalten, vor Ort in Hurghada bzw. Sharm El Sheikh für Flüge mit Zielen in Deutschland Verpflegung an Bord zu nehmen. Nach dem bis heute ungeklärten Absturz eines russischen Airbus A321 der Chartergesellschaft Metrojet kurz nach dem Start in Sharm am 31.Oktober 2015 hatte das LBA aus Sicherheitsgründen untersagt, Lebensmittel örtlicher Caterer zu übernehmen.

Hintergrund

Es steht eine Vermutung im Raum, dass mit dem Catering eine Bombe an Bord des Metrojet Airbus gelangt sein könnte. Allerdings sind die Umstände dieses Unglücks nach wie vor mysteriös und die dazu geäußerten Theorien nicht zielführend. Vor allem fand man bei der Untersuchung der Flugzeugteile offiziell und eindeutig keine schlüssigen Beweise für eine Bombenexplosion. Nach Auswertung der Flugschreiber und der von der Maschine automatisch im Flug übermittelten Daten könnte der Rumpf in rund 11.000 Meter Höhe in zwei Teile zerbrochen sein. Das 18 Jahre alte Flugzeug hatte 55.772 Flugstunden sowie 21.175 Starts und Landungen hinter sich und befand sich im Besitz mehrerer Leasingunternehmen und Fluggesellschaften. Im November 2001 erlitt es einen Schaden bei der Landung in Kairo, das Heck berührte die Runway, weil die Maschine in einem zu steilen Winkel anflog.

Seit März 2012 war der geleaste Airbus für ein russisches Unternehmen in der Luft, ab 1. Mai 2012 dann exklusiv für Metrojet.
Am 13. Dezember 2015 legte das Ministerium für zivile Luftfahrt in Kairo einen vorläufigen Bericht vor, in dem zum Ausdruck kommt, dass keine Hinweise auf einen Terroranschlag vorlägen. Unter dem Druck Russlands revidierte Kairo Mitte 2016 seine Haltung und räumte einen Terroranschlag ein. Die vom IS für sich beanspruchte Tat sollte durch ein Video gestützt werden, das einen Raketenabschuss der fraglichen Maschine zeigen sollte. Keine der durch Geheimdienste erfolgten Analysen des Videos bestätigten die Behauptung. Nachträglich in Deutschland, Frankreich und Russland inoffiziell verbreiteten Ergebnisse, dass Sprengstoffspuren gefunden worden sein sollen, wurden je offiziell bestätigt. Es erfolgten mehrere Verhaftungen von Mitarbeitern des Airports in Sharm, ob es je zu Anklagen kam, ist nicht bekannt. Russland setzte eine Belohnung von 50 Millionen US Dollar für Hinweise auf die Verantwortlichen des Terrorakts aus. Das Geld wurde bis heute nicht abgerufen.
Dass die Wartung von Flugzeugen in Russland durchaus differenziert sein kann, wird immer wieder berichtet. So wäre der Wirrwarr um die wirkliche Aufklärung des Absturzes vor dem Hintergrund verständlich, dass hier ein Imageverlust Russlands verhindert werden sollte.
Allerdings darf man erstaunt sein, dass der russische Inlandsgeheimdienst bereits am 17. November 2015 sehr genau von einer selbstgebauten Bombe mit 1,5 Kilogramm TNT spracht. Woher stammen diese raschen Erkenntnisse? Wusste man das beim FSB etwa schon vorher? War das alles inszeniert worden, um vor der Weltöffentlichkeit einen Angriff des IS auf russische Bürger zu beweisen, was den nachfolgenden Einsatz in Syrien rechtfertigen sollte?

Billigflieger nach Ägypten gestoppt – News vom 6.12.2018

 

UWW